Rinkeroder Schweinemastbetrieb im Visier

Tierschützer filmen mit versteckter Kamera - "Schockierende Aufnahmen"

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Die Tierschützer beklagen schlimme Verhältnisse in einem Rinkeroder Ferkelbetrieb (Symbolbild).

Das Deutsche Tierschutzbüro hat einen Ferkelbetrieb in Rinkerode über mehrere Monate beobachtet und nun beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Warendorf angezeigt. "Stern-TV" berichtet zeitnah über den Fall.

Rinkerode – Mit versteckten Kameras haben die Tierschützer rund 2000 Stunden Videoaufnahmen gesammelt und dabei nach eigenen Auskünften dramatische Zustände aufgedeckt. Ein Sprecher der Tierschutzorganisation sprach von „schockierenden Aufnahmen“. Danach seien Ferkel auf dem Boden totgeschlagen worden. „Und das war kein Einzelfall“, schildert der Sprecher die Aufnahmen. Teilweise seien die Tiere sogar halbtot zurückgelassen worden.

Nachdem der Kreis Warendorf vom Deutschen Tierschutzbüro über die Zustände in dem Betrieb informiert worden war, wurde sofort eine unangemeldete Kontrolle veranlasst. „Hierbei waren vier Kontrolleure und eine Veterinärpraktikantin im Einsatz“, heißt es aus dem Kreishaus. Bei der mehrstündigen Kontrolle bestätigte sich unter anderem, dass die Sauen in zu kleinen Kastenständen gehalten wurden und einige Tiere verletzt waren.

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Das sagt der Kreis Warendorf dazu:

„Die hygienischen Zustände waren hingegen nicht zu beanstanden; auch die Entsorgung der Tierkadaver erfolgt regelmäßig“, resümiert der Kreis Warendorf. Zur Prüfung, ob zu viele Medikamente verabreicht wurden, werden nun die Medikamentenlisten ausgewertet. Denn auch eine übermäßige Verabreichung von Antibiotika hatten die Tierschützer beobachtet und zur Anzeige gebracht.

„Die Kontrolleure haben sofort entsprechende Anordnungen getroffen, um die vorgefundenen Mängel zu beseitigen. Die Umsetzung wird noch heute kontrolliert. In mindestens einem Fall ergab sich auch der Verdacht einer Straftat, dem wir nachgehen und an die Staatsanwaltschaft weiterleiten“, erläutert Dr. Andreas Witte, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

Am 11. Dezember im Fernsehen auf RTL

Die Staatsanwaltschaft wurde bereits parallel von der Tierschutzorganisation eingeschaltet und muss nun prüfen, ob eine Straftat vorliegt. Letztmalig kontrolliert wurde der Betrieb laut Kreis Warendorf im November 2013 im Rahmen einer Cross-Compliance-Kontrolle. Dabei wurde geprüft, ob alle tierschutz- und tierseuchenrechtlichen Vorschriften eingehalten wurden. „Hierbei ergaben sich nur geringe Mängel“, führt Witte aus.

Die Aufnahmen aus dem Betrieb in Rinkerode sind am Mittwoch, 11. Dezember, im Fernsehen zu sehen. "Stern-TV" strahlt die Bilder dann um 22.15 Uhr auf dem Fernsehsender RTL aus. (Anmerkung: Der Sender hat die Ausstrahlung kurzfristig um eine Woche verschoben. Zunächst war der 4. Dezember genannt worden.)

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