WA testet Elektroauto Opel Ampera-e

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Der Drensteinfurter Kfz-Meister Manfred Kunz hat den Opel Ampera-e auf Herz und Nieren geprüft.

Drensteinfurt - Zwei Dutzend Elektroautos haben WA-Mitarbeiter Matthias Münch und der Drensteinfurter Kfz-Meister Manfred Kunz in den vergangenen Jahren getestet und im Westfälischen Anzeiger vorgestellt. Wir versprachen, diese Serie fortzusetzen, wenn es neue Fahrzeuge gibt. Das ist jetzt der Fall.

Mit dem Ampera-e bringt Opel nun ein Elektroauto der neuen Generation auf den Markt, das fast allen bisherigen Modellen überlegen ist. Der neue Stromer soll dem E-Antrieb den Durchbruch auf den Straßen bringen. Diesen Anspruch macht Opel dem amerikanischen Pionier Tesla streitig, der mit seinem neuen Model 3 den Massenmarkt erobern will. Nur wird der „Volks-Tesla“ in Deutschland frühestens in zwei Jahren verkauft. Der Ampera-e ist schon da.

Ein Exemplar hat uns das Lüdinghausener Autohaus Rüschkamp für unseren Test zur Verfügung gestellt. Zwei Tage lang nahmen wir es unter die Lupe, um seine Alltagstauglichkeit zu erkunden. Vor allem wollten wir herausfinden, ob der neue Ampera-e sein größtes Versprechen halten kann: eine Reichweite von mehr als 400 Kilometer mit einer Batterieladung. Das können sonst nur die Tesla-Modelle, die allerdings zwei- bis dreimal so teuer wie der Opel sind.

Für unseren Test fuhren wir von Lüdinghausen durch die Kreise Coesfeld, Warendorf und Unna zum Rastplatz Rhynern Süd auf der A2, dann von Hamm nach Münster und zurück nach Drensteinfurt. Dabei waren alle Streckentypen: Land- und Bundesstraßen, Autobahn und Stadtverkehr, Stau und freie Fahrt. Beim ersten Tritt auf das Strompedal war Experte Manfred Kunz, früher Gelber Engel beim ADAC, sofort elektrisiert: Der Opel beschleunigt enorm aus dem Stand. Auf den ersten 50 Metern würde er die meisten Sportwagen stehen lassen. Von null auf 100 braucht er sieben Sekunden. „Das ist Wahnsinn“, entfährt es Kunz. „Außerdem liegt das Auto wie ein Brett auf der Straße. Lenkung und Bremsen sprechen direkt an.“

Zügig, sicher und völlig leise Manfred Kunz weiß, wovon er spricht und womit er den Ampera-e vergleichen kann. Vor seiner Berufslaufbahn beim ADAC hat er in Düsseldorf Ferrari und Lamborghini repariert. Zügig zieht er mit unserem E-Auto durch jede Kurve. Es hat eine so gute Straßenlage, weil das schwere Batteriepaket im Unterboden sitzt und für einen optimalen Schwerpunkt sorgt. Die Bilder der Panoramakamera und der über das Smartphone laufenden Navigation sind auf dem großen Display sehr gut zu erkennen. Am nächsten Tag bin ich dann mit dem Ampera-e allein auf der A1 nach Wuppertal gefahren. Am Ende der Testfahrten haben wir 273 Kilometer zurückgelegt und dabei 40,4 Kilowattstunden Strom verbraucht. Da der Akkublock 60 Kilowattstunden fasst, kommen wir tatsächlich auf eine durchschnittliche Reichweite von 404 Kilometern. Dabei sind wir nicht langsam gefahren, auf der Autobahn mit mehr als 150 Kilometern pro Stunde. Die Klimaanlage lief permanent auf Hochtouren.

Die in der Werbung angepriesenen 500 Kilometer lassen sich allerdings nur erreichen, wenn man mit Tempo 80 über die Straßen zockelt. Sie wurden mit dem gesetzlich zulässigen, aber völlig weltfremden Test ermittelt, mit dem alle Autokonzerne ihre extrem geschönten Verbrauchs- und Abgaswerte errechnen. Mit einer vollen Batterie kommt der Ampera-e mehr als doppelt so weit wie seine deutschen, in der Größe vergleichbaren Konkurrenten: der E-Golf und die elektrische B-Klasse von Mercedes. Sie alle kosten je nach Ausstattung zwischen 36 000 und mehr als 40 000 Euro.

Der Ampera-e startet in der Basisversion bei 39 330 Euro. Das ist ein stolzer Preis. Doch dafür bekommt man den Vorteil eines von Anfang an als E-Fahrzeug konzipierten Autos gegenüber umgebauten Altmodellen. Diesen Vorteil hat auch der i3 von BMW, aber der ist deutlich kleiner als der Opel. Zum Volltanken der komplett leeren Batterie braucht der Ampera-e an einer normalen Haushaltssteckdose in der Garage eine lange Nacht. An einer Schnelllade-Station, wie es sie Ende des Jahres an fast allen Autobahnraststätten geben wird, wären 80 Prozent der Kapazität in einer guten Stunde erreicht. Das funktioniert. Wir haben es am Rastplatz Rhynern Süd erlebt. Einfach Stecker rein und los. Obendrein war es kostenlos. Laden wir zu Hause auf, würden wir bei einem Preis von 26 Cent pro Kilowattstunde rund vier Euro für 100 Kilometer bezahlen. Auf die Batterie gibt Opel eine Garantie von acht Jahren oder 160 000 Kilometer. Allerdings werden in Deutschland zunächst nicht viele Kaufinteressenten bedient. Frühestens 2018 sollen Privatkunden ihren Ampera-e bekommen, wenn sie ihn jetzt bestellen. Das ist nicht bei jedem Opel-Händler möglich, sondern nur bei einem der 44 Agenten in Deutschland. Immerhin gehört die Firma Rüschkamp dazu

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