Für stärkere Leitungen werden sich die Kosten der Stadt Drensteinfurt mehr als verdoppeln

Telefon und Internet werden teurer

Die Teamschule ist gut mit neuen Medien ausgestattet. Allerdings sind die Leitungen für die Übertragung mit 200 Mbit pro Sekunden zu schwach. Hier und in anderen städtischen Gebäuden soll jetzt nachgerüstet werden.
+
Die Teamschule ist gut mit neuen Medien ausgestattet. Allerdings sind die Leitungen für die Übertragung mit 200 Mbit pro Sekunden zu schwach. Hier und in anderen städtischen Gebäuden soll jetzt nachgerüstet werden.

Als die Politik die Verwaltung vor einigen Monaten aufforderte, sich intensiver mit den Post- und Fernsprechgebühren der Stadt auseinander zu setzen, war die erklärte Hoffnung, an dieser Stelle Kosten einsparen zu können. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses erfuhren nun, dass es künftig eher teurer wird: Knapp über 72 000 Euro Telefon- und Internetkosten brutto kommen auf die Stadt zu, statt der bisherigen knapp über 35 000 Euro brutto pro Jahr.

Drensteinfurt - Nina Russow, IT-Leiterin in der Verwaltung, gab dem Ausschuss einen Überblick über die aktuelle Situation –und erklärte, was sich nach Meinung der ITler ändern müsste, damit Drensteinfurt auf der Höhe der Zeit bleibt, was Internet und Telefon angeht.

Ein Problem, so Russow, seien die unterschiedlichen Provider an unterschiedlichen Standorten. „Wenn es Schwierigkeiten gibt, müssen wir erst einmal herausfinden, wer am jeweiligen Standort eigentlich zuständig ist“, erklärte die Fachfrau. Trotz der unterschiedlichen Konditionen sieht sie ein Problem, dass annähernd alle Internetanschlüsse der Stadt betrifft – sei es im Rathaus oder bei der Feuerwehr: Die Bandbreite reicht nicht aus. Das sei gerade an den Schulen der Fall, betonte sie. Der Bund wünsche sich eine 1000er-Leitung an Schulen – also eine Bandbreite von 1000Mbit/Sekunde im Download und Upload. Die Teamschule beispielsweise habe eine 200er-Leitung – schafft also gerade einmal 200 Mbit pro Sekunde.

Auch für die sich wandelnde Arbeitswelt kommt die Stadt nicht an schnelleren Leitungen vorbei: „Outsourcing, Cloud-Nutzung und mobiles Arbeiten – dafür brauchen wir leistungsfähigere Leitungen“, betonte Russow. Konkret plädiert die städtische IT dafür, 1000er-Leitungen für das Rathaus, die drei Grundschulen und die Teamschule zu unterhalten. Für die Schulen böten sich zusätzlich jeweils zehn Sprachkanäle an. „Dann müssten die Lehrer nicht mehr auf ihre privaten Endgeräte zurückgreifen“, so Russow. Derzeit sei es oft so, dass Telefonate warten müssten, weil alle Leitungen belegt seien.

Bei der Deutschen Glasfaser – dem Monopolanbieter, bei dem die Stadt nach aktuellen Planungen künftig ihre Internet- und Telefonverträge unterhalten möchte – seien die großen Bandbreiten an sogenannte Gold- und Silberverträge geknüpft. Heißt: Die Verträge beinhalten alle „SLAs“ – also Service Level Agreements, geregelte Reaktions- und/oder Wiederherstellungszeiten im Störfall. In den derzeit unterhaltenen Verträgen, erläuterte Russow, seien solche Vereinbarungen kein Bestandteil. Die garantierte schnelle Reaktionszeit schlage sich natürlich auch auf den Preis nieder.

Die IT-Abteilung würde zudem gern ein öffentliches WLAN-Netz in ausgewählten Bereichen einrichten.

Grunsätzlich nahmen die Politiker die Überlegungen positiv auf. „Es ist vollkommen klar, dass wir das machen müssen“, betonte beispielsweise Ingo Stude (SPD). „Die Stadt muss sich da aufstellen wie ein Unternehmen und ein Unternehmen muss störungsfrei laufen.“ Das sei auch wichtig, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Die deutlich höheren Kosten, die bei der Umsetzung der Pläne anfallen, ließen den ein oder anderen allerdings schlucken. „Wir waren natürlich alle davon ausgegangen, dass wir durch die Zusammenlegung der Verträge bei einem Provider Kosten sparen können“, so Markus Wiewel (CDU). Dass es nun teurer werden würde, habe wohl alle erschreckt.

Billiger, vermutet Bürgermeister Carsten Grawunder, würden die Telefon- und Internetverträge für die Stadt erst werden, wenn Konkurrenz den Markt belebe. „Das ist möglicherweise künftig eine Aufgabe der Stadt, auf andere Anbieter zuzugehen und abzufragen, ob Drensteinfurt kein attraktiver Markt für sie sein könnte.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare