Zeichen gegen Klimawandel

130 Teilnehmer beim Klimapilgerweg zwischen Rinkerode und Herbern

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Auf der Etappe zwischen Rinkerode und Herbern schlossen sich mehr als 130 Pilger aus Drensteinfurt, Rinkerode, Walstedde, Herbern, Werne, Rünthe, Münster und Bönen an, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Drensteinfurt/Rinkerode/Herbern - Für zahlreiche Klimapilger, die vom Nordkap aus nach Paris unterwegs sind, führte der „Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ am Wochenende durch das Rinkerode und Herbern.

Auf der Etappe zwischen Rinkerode und Herbern schlossen sich mehr als 130 Pilger aus Drensteinfurt, Rinkerode, Walstedde, Herbern, Werne, Rünthe, Münster und Bönen an, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Ende November endet der Pilgerweg in Paris, wo dann die UN-Klimakonferenz stattfinden wird.

„Dass wir so früh hier eintreffen, damit haben wir nicht gerechnet“, zeigte sich Pastoralreferentin und Mitorganisatorin der Etappe des Weges Barbara Kuhlmann am Sonntag überrascht. Schon um 11.30 Uhr statt der geplanten 12.15 Uhr trafen die Pilger aus Rinkerode auf dem Hof Schulze Mengering zum Mittagessen und Ausruhen ein.

Mehr als 130 Pilger hatten sich am Sonntagmorgen am Bildstock an der Eickenbecker Straße auf den Weg gemacht. Neben engagierten Rinkerodern beteiligten sich auch viele Gruppen wie der Heimatverein Drensteinfurt, die Clemensschwestern aus Hiltrup, die kfd Münster sowie Vertreter von Pax Christi und der Bürgerinitiative gegen Gasbohren (BIGG). Gemeinsam wurde gesungen und gebetet.

Mit dabei waren auch 15 Pfadfinder aus Lüdinghausen, Warendorf und Drensteinfurt. „Wir wollen den Klimaschutz in das Bewusstsein der Leute holen“, erklärte Sebastian Niester von den Drensteinfurter Pfadfindern.

Klimapilgern von Rinkerode nach Herbern

Aus Lüdinghausen und Seppenrade machten sich 38 Leute mit dem Bus auf den Weg nach Rinkerode, um mit nach Herbern zu pilgern. Friederike Lichtwark vom Presbyterium der Martinskirche zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz. „Besonders die Dauerpilger sind bemerkenswert“, meinte sie.

Zu den Pilgern, die fast von Anfang an dabei sind, gehört Eva Katarina Agestan (53) aus Norrköping in Schweden. Die evangelische Pastorin hat eine Flasche mit Wasser aus den Flüssen in Norwegen, Schweden, Island und Deutschland mit dabei. Am 30. November wird sie die Flasche in Paris auf der Klimakonferenz übergeben.

„Oft wissen wir morgens noch nicht, wo wir abends schlafen“, berichtete Heike Mertens aus Hamburg. Aufgrund ihrer Parkinsonerkrankung reist die 50-Jährige mit ihrem Berner Sennenhund. Um mit den anderen mitzuhalten, benutzt sie auch öffentliche Verkehrsmittel.

Gertrud Buttermann aus Walstedde wanderte von Rinkerode nach Herbern mit, um ein Zeichen zu setzten, denn sie glaubt: „So kann es nicht weitergehen.“

Am Sonntag Mittag auf dem Hof Schulze Mengering angekommen, sorgte der Eine-Welt-Kreis für Getränke und die Landfrauen für den Kuchen. Der Erlös aus dem Verkauf geht an das Behindertenprojekt in Indien und das Kinderhilfswerk in Peru.

Später erreichte auch die 17-köpfige Gruppe aus Drensteinfurt den Hof.

Bürgermeister Carsten Grawunder, der es sich nicht nehmen ließ mitzupilgern, hatte einen Stempel der Stadt Drensteinfurt im Gepäck. Jeder Tages- und Dauerpilger konnte sich so eine Eintragung in seinem Pilgerbuch sichern.

Bevor die Pilger weiterzogen, wurde in einer kleinen Andacht rund um die rote Hand der BIGG gebetet und gesungen.

Wohlbehalten erreichte der Pilgerzug bei bestem herbstlichen Wetter Herbern und wurde von Pfarrer Wilfried Voss an der Auferstehungskirche in Empfang genommen.

Im Gemeindesaal warteten Getränke auf die Wanderer, später gab es noch Bratwürstchen.

In der anschließenden Andacht, die von der ökumenischen Band aus Drensteinfurt mit neuen geistlichen Liedern musikalisch mitgestaltet wurde, sprach Pfarrer Voss im Psalm von Gottes Schöpfung und der Verantwortung der Menschen.

Nach dem Gottesdienst saßen die Teilnehmer noch im Gespräch miteinander, ehe für rund 28 Pilger die Quartiere verteilt wurden.

Rund 150 Pilger hatten am Samstag schon die 21,8 Kilometer lange Etappe von Münster nach Rinkerode absolviert. Ein Zwischenstopp war auf Haus Heidhorn eingelegt worden, wo der NABU sein Waldklimafonds-Projekt vorstellte.

Der Rinkeroder Heimatverein war den Pilgern entgegen gelaufen und hatte sie ins Davertdorf begleitet. In der St.-Pankratius-Kirche hatte Ortsvorsteher Bernhard Stückmann sie mit einer kurzen Ansprache willkommen geheißen, in der er auch das Thema der folgenden Etappe, Fracking, ansprach.

Er verdeutlichte, dass man dem unkonventionellen Gasbohren in Drensteinfurt geschlossen und parteiübergreifend gegenüber stehe. Anschließend hatten die Anwesenden eine kurze Andacht gefeiert.

Die Rinkeroder beherbergten Samstagnacht 32 Übernachtungsgäste in der Sporthalle. Für ein warmes Abendessen sowie ein Frühstück sorgten nicht nur die Landfrauen und die kfd St. Pankratius aus Rinkerode.

Auch die Walstedder Landfrauen sowie der Heimatverein Walstedde hatten es sich nicht nehmen lassen, den Service bei der Verköstigung der Pilger mit zu übernehmen und das Anliegen des Pilgerweges - mehr Klimagerechtigkeit - so zu unterstützen. - mew/bm

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