Ein neuer Name für die Teamschule Drensteinfurt und noch weitere Ideen

Wie kann das Image der Teamschule Drensteinfurt verbessert werden? Eine Agentur stellt ihre Vorschläge vor

 Teamschule Drensteinfurt von oben. Luftbild
+
Die Teamschule in Drensteinfurt soll einen neuen Namen erhalten - das ist einer der Vorschläge, die die Agentur Venne Media im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur machte, um das Image der Schule zu verbessern.

Die Teamschule ist eine gute Schule, bei Vergleichstests schneidet sie hervorragend ab, das Konzept ist durchdacht, technisch und digital ist sie gut ausgestattet. Jeder Schüler wird optimal gefördert, und das Lehrerkollegium ist motiviert. Im Widerspruch dazu steht das Ansehen der Schule in der Bevölkerung. Um das Image der Teamschule zu verbessern, hat die Stadt eine Marketingfirma beauftragt, die ihre Ergebnisse im jüngsten Schulausschuss vorgestellte.

Drensteinfurt - Um es vorweg zu nehmen – so richtig überzeugt waren die anwesenden Mitglieder des Ausschusses nicht. Dabei kamen Burkhard Flessa und Michael Venne von der Agentur Venne Media aus Beeten, die per Videoschaltung ihre Vorschläge kundtaten, mit einem bunten Strauß an Ideen daher.

Doch zuvor legten sie die Fakten auf dem Tisch. Die Zahl der Schüler, die zur Teamschule wechselten, sei dramatisch gesunken, berichtete Flessa. Als größte Konkurrenten der Schule machte er die beiden Hiltruper Gymnasien, die Realschule in Sendenhorst sowie das Gymnasium in Ahlen aus.

Bereits im Juli hatten sich Vertreter der Agentur mit der Schulleitung und Vertretern der Stadt zu einem Workshop in der Teamschule getroffen, um die Örtlichkeiten kennenzulernen und erste Ideen zu sammeln.

Wichtig sei es, den Personenkreis zu überzeugen, der an der Entscheidung, welche weiterführende Schule den Zuschlag bekommt, beteiligt ist, sagte Flessa und zielte damit auf Eltern, Großeltern und die Schüler selbst ab.

Infoveranstaltung

Sein erster Vorschlag galt der Infoveranstaltung der Eltern, die optimiert werden müsse und als städtische Veranstaltung mit einem neutralen Moderator durchgeführt werden sollte. Wobei jede eingeladene Schule eine festgelegte eigene Präsentationszeit zugewiesen werden solle.

Neuer Name für die Schule

Mit einem neuen Schulnamen, so der Media-Experte, könnten sich die Schüler mit ihrer Schule identifizieren. Dieser neue Name solle aus der Schule heraus selber gefunden werden. Sein Vorschlag: ein Wettbewerb, in dem jede Klasse Ideen einbringen könnte, und eine Jury aus verschiedenen Vertretern. Mit Hilfe der Presse könnte so der ganze Ort beteiligt sein.

Logo und Slogan

Dazu empfahl er ein Logo und Slogan mit einem eigenen Leitspruch, den eine Agentur erstellt. Das Infomaterial der Schule sollte, in einfacher verständlicher Sprache und mit Illustrationen ausgestattet, die Besonderheiten der Schule präsentieren. Der Clou: Kleine Erzählvideos von Schülern in Arbeitsgruppen erstellt, die per QR-Code im Internet aufgerufen werden können.

Broschüre

Auch bei der Erstellung der Broschüre empfahl er, eine Agentur mit ins Boot zu holen. Die entstehenden Kosten je nach Größe von 4 300 bis 6 500 Euro könnten in der Regel durch Mitarbeit nach unten korrigiert werden. Diese Broschüre sollte als Download auf der Homepage der Schule zur Verfügung stehen und gezielt ausgelegt werden, zum Beispiel beim Neubürgerempfang und immer dann, wenn die Schule Gastgeber ist.

Plakatkampagne

Mit einer Plakatkampagne mit positiven Aussagen von Eltern, Ausbildern, Lehrern, und ehemaligen Schülern könnte die Teamschule werbewirksam auf sich aufmerksam machen.

Schulfest 2.0

Ein Schulfest 2.0, als Kombination von Fest und „Tag der offenen Tür“, mit Führung, kleinen Konzerten, Kaffee und Kuchen, attraktiv genug für die ganze Bevölkerung, sah Flessa als weitere Möglichkeit, die Schule zu präsentieren.

Wettbewerbe

Durch Teilnahme an Wettbewerben und Projekten könne man einerseits Schüler und Lehrer motivieren und zusammenschweißen und andererseits positiv auf sich aufmerksam machen.

Merchandising

Letzter Punkt sei das „Merchandising on Demand“. Die Entwicklung einer eigenen Kollektion, mit ortsansässigen Künstlern und Schülern als Ideengeber. „Damit tragen die Schüler ihre Identifikation mit der Schule nach außen“, so Flessa.

Sämtliche Punkte hatten die Mitarbeiter der Media Firma bereits im Oktober per Videokonferenz der Schule präsentiert.

Reaktionen von Parteien und Verwaltung auf die Vorschläge

Heinz Töns (CDU) fehlte bei der Präsentation das Herausstellungsmerkmal der Teamschule. „Was hebt uns von den anderen ab, warum soll ich mich für die Schule entscheiden?“, wollte er wissen.

Thomas Kluth (Die Grünen) regte an, bei den Vorurteilen gegen die Schule anzusetzen. „Nur den Namen ändern ist Schall und Rauch“, so seine Überzeugung.

„Warum die Zahlen zurückgehen, wissen wir nicht“, stellte Bürgermeister Carsten Grawunder klar. Die Leistung sei gut, im Vergleich schneide die Schule immer hervorragend ab und das werde auch in der Öffentlichkeit publiziert. Darum die Idee, am Image zu arbeiten. Der Name der Teamschule sei ursprünglich ein Arbeitstitel gewesen. „Ich halte es für sinnvoll, gemeinsam einen neuen Namen zu suchen“, so der Bürgermeister. Weniger sinnvoll sei die Infoveranstaltung für Eltern der Viertklässler. Das sehe auch die Bezirksregierung so.

„Wir wollen anderen Schulen bei uns keine Plattform geben, um für sich zu werben“, positionierte sich Grawunder. Dann ergänzte er: „Es geht hier um unsere Schule.“ Der Auftrag der Grundschule sei es, über die verschiedenen Schulformen zu informieren. Eltern müssten sich dann auf den Weg machen, um andere Schulen kennenzulernen.

Besonders positiv befand er die Idee, ehemalige Schüler zu befragen und auch Plakate und kleine Erklär-Videos kämen gut an. Allerdings betonte er: „Von den Angeboten werden wir die für uns passenden raussuchen.“

Das Bewerbungscamp der Teamschule Drensteinfurt ist ein Alleinstellungsmerkmal der Schule. Hier üben Fritz Goroncy (links) und Julius Franke ein Vorstellungsgespräch.

Oliver Buchholz (Die Grünen) stellte klar: „Die Infoveranstaltung für verschiedene Schulen sei eine Initiative der Eltern gewesen. Als Schulpflegschaftsvorsitzender der Kardinal-von-Galen Grundschule wisse er, dass es eine Moderation gab und alle Schulen eingeladen waren, auch die Teamschule.

„Mir fehlen Alleinstellungsmerkmale der Schule wie das Bewerbungscamp oder das selbstgesteuerte Lernen“, kritisierte Heidi Pechmann (Die Grünen).

Eine Kritik, die Ausschussleiter Andreas Brinkmann (CDU) spontan zurückwies. „Die Firma Venne Media war beauftragt, Ideen zu liefern, die Inhalte kommen von uns.“

Arne Garrels (CDU) warnte vor übertriebenen Maßnahmen. „Die Dosierung ist wichtig, es soll keine Marketing-Hülle werden. Die Inhalte sind entscheidend.“

Perspektivisch werden für die Umsetzung der Anregungen für das Jahr 2021 30 000 Euro im Haushalt eingestellt. Welche Maßnahmen umgesetzt werden, wird in den nächsten Wochen umfangreich diskutiert und abgewogen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare