Deutsch-Studentin aus Burkina Faso macht Praktikum an Teamschule

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Germanistik-Studentin Aguiaratou Kaboré (Mitte) absolviert gerade an der Teamschule in Drensteinfurt ein Praktikum.

Drensteinfurt - „Alles ist neu für mich, die Schule, die Unterrichtsmethoden, einfach alles“ - Germanistikstudentin Aguiaratou Kaboré aus dem westafrikanischen Land Burkina Faso absolviert gerade an der Teamschule ein Praktikum und zeigt sich beeindruckt von Schule in Deutschland. In sieben Wochen lernt sie das Münsterland, die Teamschule und die deutsche Kultur kennen, selbst unterrichten darf sie auch.

Kaboré ist zum zweiten Mal in Deutschland, aber zum ersten Mal an einer deutschen Schule. Betreut wird sie während ihres Aufenthaltes von Lehrerin Maren Krebs, die mit ihr ein interkulturelles Projekt entwickelt hat. In der kommenden Woche wollen sie mit Schülern einige Filmszenen drehen, in denen Fragen an burkinische Jugendliche gestellt werden sollen. Dieses Filmmaterial möchte Kaboré mit in ihr Heimatland nehmen, wo ihre Schüler auf die Fragen antworten sollen. „Jede Stunde haben die Schüler neue Fragen an Aguiaratou. Sie wollen ihre Haare anfassen und fragen, ob es dort auch fließend Wasser gibt“, erzählt Französischlehrerin Maren Krebs schmunzelnd, die selbst vor dem Start ihres Referendariats im Jahr 2010 drei Monate als Lehrerin in der Hauptstadt Burkina Fasos und der Heimat von Kaboré, Ouagadougou, tätig war.

Ermöglicht wurde der Aufenthalt in Deutschland durch das Programm „Easy Go, Easy Come“ der Organisation „For Fair Education“, an dem Lehramtsstudenten aus dem Ausland sowie aus Deutschland teilnehmen.

Die selbstbewusste Gaststudentin steht kurz vor ihrem Bachelorabschluss und nutzt nun die Gelegenheit, Deutsch vor Muttersprachlern und Französisch als Fremdsprache zu unterrichten. „In meinem Land ist der Unterricht ganz anders. Wir stehen vor 60 bis 100 Kindern und reden die ganze Zeit. Die Kinder müssen die ganze Zeit mitschreiben“, berichtet Kaboré. „Hier wird mit Plakaten gearbeitet, die Schüler haben ganz viele Stifte in vielen Farben, ich glaube die Kinder haben hier mehr Spaß am Unterricht“, so die Westafrikanerin. Zumindest seien die Lehrer in Burkina Faso strenger und Hefte, Bücher und Stifte seien in den Klassen nicht immer ausreichend vorhanden.

Neben den neuen Eindrücken an der Teamschule, haben Aguiaratou Kaboré und Maren Krebs mit Schülern die Innenstadt von Stewwert besichtigt. Im Gegensatz zu ihrem derzeitigen Wohnort Münster ist „Drensteinfurt kleiner, aber auch schön“, sagt die Praktikantin. Die Schüler berichteten ihr über Haus Steinfurt und zeigten ihr die St. Regina Kirche. Außerdem „ist das Eis hier sehr lecker“, fügt sie lachend hinzu. In ihrer Heimat ist die katholische Kirche ebenfalls präsent, aber sie sei eine unter vielen Religionen. Es gebe 60 Ethnien, viele Naturreligionen und Muslime. „Es gibt so viele Religionen und Ethnien, es ist faszinierend zu sehen, dass es funktioniert“, erzählt Krebs über ihre Eindrücke aus Westafrika.

„Ich bin seit zwei Jahren kein Fahrrad mehr gefahren, in Münster musste ich es wieder lernen“, sagt Kaboré, die für heute ein traditionelles Kleid angezogen hat. Außerdem sei es überall sehr grün hier, im Kontrast zu ihrem Land. Neben Münster besuchte sie bereits Berlin, Brüssel, Köln und Bochum. Am 24. Juni reist Kaboré zurück in die Heimat. Bis dahin möchte sie viel vom deutschen Schulwesen lernen und das Land erkunden. - jdw

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