1. wa.de
  2. Lokales
  3. Drensteinfurt

BVB-Pokalheld „Nobby“ Dickel Pate bei Festakt der Teamschule

Erstellt:

Von: Mechthild Wiesrecker

Kommentare

Schraubten das Schild am Eingang der Teamschule Drensteinfurt an: (von links) Schulleiterin Anja Sachsenhausen, Schülersprecherin Greta Averkamp, Bürgermeister Carsten Grawunder und Norbert „Nobby“ Dickel als Pate.
Schraubten das Schild am Eingang der Teamschule Drensteinfurt an: (von links) Schulleiterin Anja Sachsenhausen, Schülersprecherin Greta Averkamp, Bürgermeister Carsten Grawunder und Norbert „Nobby“ Dickel als Pate. © Mechthild Wiesrecker

Es ist offiziell: Die Teamschule darf sich „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ nennen. Zum feierlichen Festakt am Mittwochmorgen versammelten sich Schüler, Lehrer, Schulleitung, Bürgermeister und Kreisvertreter auf dem Schulhof. Ein besonderes Bonbon war die Teilnahme von Norbert „Nobby“ Dickel. Die Fußballlegende von Borussia Dortmund (BVB) stellte sich als Pate der Aktion zur Verfügung.

Drensteinfurt – „Wir beweisen jeden Tag Toleranz und dass es uns gelingt, miteinander klarzukommen“, berichtete Schulleiterin Anja Sachsenhausen. Mit der Überreichung der Urkunde gehe die Schule die Verpflichtung ein, den bereits eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Die Schüler der Teamschule hätten gelernt, über den Tellerrand zu schauen, und erkannt, dass der größte Feind der Toleranz die Dummheit sei. „Eure Aufgabe ist es, die Toleranz nach außen zu tragen in eure Familien, Vereine und ganz Drensteinfurt, ja die ganze Welt“, forderte sie die Schüler auf. „So schafft man es, der Dummheit entgegenzuwirken.“

Ansporn statt Auszeichnung

„Ich bin stolz auf die Auszeichnung der Schule“, betonte Bürgermeister Carsten Grawunder. Auch in Drensteinfurt sei die Welt nicht mehr in Ordnung. Spätestens 2015, als die Überlegung, am Rosenweg eine Flüchtlingsunterkunft zu bauen, bekannt wurde, habe er Fremdenfeindlichkeit in Drensteinfurt hautnah erlebt. Umso wichtiger sei es, das Thema in der Schule auf den Weg zu bringen. „Es ist keine Verleihung, keine Auszeichnung, sondern ein Ansporn, weiter an Toleranz und Courage zu arbeiten“, sagte Grawunder.

Jubel begleitete „Nobby“ Dickel auf dem Weg zum Mikrofon. Das Amt des Paten habe er mit Überzeugung angenommen, versicherte der ehemalige BVB-Bundesligaspieler, der seit 30 Jahren Stadionsprecher der Borussen ist. Der BVB stehe nicht nur für Tradition, Leidenschaft und Erfolg, sondern auch für soziales, gesellschaftliches und politisches Engagement. Die Schüler hätten gesellschaftliche Verantwortung übernommen und seien für Toleranz und Weltoffenheit eingestanden, erklärte der „Pokalheld“ von 1989.

„Ihr habt Fremdenfeindlichkeit, dem Rassismus und dem Rechtsextremismus die Rote Karte gezeigt. Dafür gebührt euch Respekt und Anerkennung“, lobte Dickel. Er sehe sich als Verbündeten, der für die grundlegenden humanitären Grundsätze einstehe, ohne die Demokratie nicht möglich sei. Im Deutschland des 21. Jahrhunderts sollten alle Menschen ohne Blick auf Religion oder Herkunft sicher leben können, forderte er. Dass das funktioniere, zeigten täglich Firmen, Schulen und ausländische Unternehmen in diesem Land.

Gerade beim Fußball werde weltoffenes Miteinander schon lange gelebt. „Bei der Wahl der Spieler im BVB spielt weder das Herkunftsland noch die Hautfarbe eine Rolle“, versicherte er. Dann bat er die Schüler: „Wir dürfen unsere couragierte Gesellschaft nicht von einer kleinen Minderheit unbelehrbarer Gewalttäter zerstören lassen.“

Ihr habt Fremdenfeindlichkeit, dem Rassismus und dem Rechtsextremismus die Rote Karte gezeigt.

Norbert Dickel

Schüler aus dem Profil Soziales trugen den Text des Songs der Gruppe Wizo, „Ganz klar gegen Nazis“. mit großer Überzeugung und Leidenschaft vor.

Florian Günther vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Warendorf lobte die bunte, engagierte und vielfältige Titelverleihung. Die Teamschule gehöre jetzt zu den über 1000 Schulen in NRW, die sich in einem Netzwerk zusammengeschlossen haben, um Verantwortung zu übernehmen. Ziel sei es, jeden Einzelnen in seiner Einzigartigkeit zu achten und mit Respekt und Toleranz zu begegnen und aktiv dafür einzustehen. Dazu müsse jeder aufmerksam und unerschrocken hinschauen, wenn andere ausgegrenzt würden.

Alle Ideologien ungleicher Behandlung zwischen Menschen, so stellte Günther klar, seien nicht nur Formen der politischen Einstellung anderer. Vielmehr habe das mit Macht zu tun und sei in allen Teilen der Gesellschaft präsent. Der Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, sei kein Schutzschild und auch kein Pokal, sondern ein Symbol – eine Selbstverpflichtung für die Zukunft, die sich an jeden einzelnen wende, so Günther.

Schulfest mit vielen Aktionen

Nach den formellen Ansprachen schraubten die Schulleiterin, der Bürgermeister und Dickel gemeinsam das Schild am Eingang an. „Immer, wenn wir die Schule betreten oder verlassen, soll uns das Schild an unsere Verpflichtung erinnern“, so Sachsenhausen. Nach dem offiziellen Teil umlagerten die Fußballfans unter den Schülern die Fußballlegende und baten ihn um ein Autogramm, das er gerne gab.

Den Tag der Urkundenverleihung hatte Schulleiterin Sachsenhausen genutzt, um mit der gesamten Schulgemeinschaft ein kleines Schulfest zu feiern. So fanden am Vormittag bereits Fußballturniere statt. Später traten in der Halle Schüler gegen Lehrer an. Auf der Wiese hinter der Dreingauhalle hatten Schüler großen Spaß mit Bubble Balls. Das Interesse war so groß, dass sich lange Schlangen am Eingang bildeten. Darüber hinaus gab es eine Torwand und andere kleine Spielmöglichkeiten.

Zur Schule mit Courage gehört auch der Fairtrade-Gedanke. Dazu passend hatte Teamschullehrerin Elisabeth Juhl auf dem Schulhof einen Stand mit Infomaterial zum Thema Fairtrade aufgebaut.

Auch interessant

Kommentare