Gegen Antisemitismus und Rassismus

Besuch am jüdischen Friedhof: Teamschule will Schule mit Courage werden

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Den jüdischen Friedhof besuchten Schüler Jahrgangsstufe 9 der Teamschule gemeinsam mit Lehrer Franco Simone (Dritter von links), Schulsozialarbeiterin Simone Minnemann (Zweite von rechts) sowie Dr. Sabine Omland (Vierte von links) vom Förderverein „Alte Synagoge“.

Drensteinfurt – Die Teamschule will „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage werden“ werden. Den Auftakt für die Bemühungen , das Siegel zu erhalten bildete gestern ein Besuch des jüdischen Friedhofs gemeinsam mit Dr. Sabine Omland vom Förderverein Alte Synagoge.

Schüler der neunten Klasse legten Steine auf die Gräber der Jahrtausende Jahrtausende alter jüdischer Brauch, um der Toten zu gedenken.

Es war eine betroffene, aber auch respektvolle Stimmung gestern Vormittag, als sich jeweils zwei Schüler der Klassen 9a bis 9d gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Simone Minnemann, Lehrer Franco Simone und Ulla Wotte vom Radioprojekt der Schule auf dem jüdischen Friedhof einfanden.

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Sichtlich erschüttert berichtete Dr. Sabine Omland über die düstere Vergangenheit der ehemals in Drensteinfurt lebenden Juden und des jüdischen Friedhofs. Jede Geschichte hinter jedem der alten und oftmals geschändeten Grabsteine kannte die Expertin und brachte sie den Schülern näher.

Wie es im Judentum Brauch ist, legten die Schüler Steine auf die Gräber. In früheren Zeiten diente dies bei den jüdischen Wüstenvölkern unter anderem als Ersatz für Kerzen und zum Markieren der einzelnen Gräber, erfuhren die Schüler von Omland.

Erst der Anfang

Die Veranstaltung bildete den Auftakt für die Bemühungen um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Hierfür müssen mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in einer Schule lernen und arbeiten (Schüler, Lehrer und technisches Personal), sich mit ihrer Unterschrift verpflichten, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an der Teamschule einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.

Bald soll diese Auszeichnung auch bei der Teamschule hängen.

Aber die Ernennung hierzu soll nicht nur als bloßer Titel fungieren, sondern auch den Auftakt zu weiteren Projekten bilden. „Es soll immer weitergeführt werden“, erklärte Franco Simone. So wollen die Schüler unter anderem die ehemalige Synagoge besuchen, eine Zeitzeugin einladen und ein Theaterstück zum Thema an der Schule aufführen. Zum Ende des Jahres erwarten die Mitglieder der Schule das offizielle Schild und die Anerkennung des Titels.

Selbstverpflichtung

Der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wird vom gleichnamigen Schulnetzwerk vergeben, einem Projekt von und für Schüler. „Der Titel ist“, laut Webseite des Netzwerks, „kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft.“

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