Tango Argentino als Therapie bei Parkinson

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 Der Drensteinfurter Thomas Bonnekoh hat in der Parkinson-Selbsthilfegruppe Münster einen Tango-Argentino-Schnupperkursus ins Leben gerufen.

Drensteinfurt – Thomas Bonnekoh (58) ist vielen Drensteinfurtern bekannt. Als langjähriges Mitglied im Vorstand des SV Drensteinfurt (SVD), für einige Jahre als dessen erster Vorsitzender, als Mitbegründer der Bouleabteilung „Klack ‘09“ und Betreiber der SVD-Website. Doch nicht jeder weiß, dass der Drensteinfurter seit vielen Jahren an Parkinson erkrankt und Mitglied einer Selbsthilfegruppe in Münster ist. Und auch hier bringt er sein großes Engagement ein und hat einen Schnupperkurs für eine Tango-Argentino-Tanzgruppe initiiert.

Es war 2005, als Bonnekoh die für ihn zunächst niederschmetternde Diagnose Parkinson erhielt. „Ich hatte einen Skiunfall und meine Schulter wollte nicht mehr so wie vorher“, erinnert er sich. Nach vielen Arztbesuchen fand dann ein Neurologe die Ursache, mit der niemand gerechnet hatte. Anders als bei vielen anderen Parkinsonerkrankten leidet Bonnekoh nicht unter Zittern, sondern unter einer Versteifung der gesamten Muskulatur.

Die frühe Diagnose war ein Glück, denn so hatte er die Möglichkeit, durch Behandlung das Fortschreiten zu verlangsamen. Nach anfänglichem Schock stellte sich der damals 44-Jährige auf das Unvermeidliche ein. Im Internet stieß er auf eine Selbsthilfegruppe für Jungerkrankte in Düsseldorf. Weit weg von Stewwert, aber erreichbar von seiner Arbeit in Herdecke. In Düsseldorf kam er auch mit dem Tango Argentino als Therapie in Kontakt. Sicher, so erklärt er, heilen kann der Tanz Parkinson nicht, man könne jedoch damit die Symptome lindern. „Der Tango Argentino fördert die Beweglichkeit und die Motorik“, berichtet der gebürtige Soester aus eigener Erfahrung. 

Nachdem er im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging, wurde ihm der Anfahrtsweg nach Düsseldorf zu weit und er wechselte zur Gruppe nach Münster. Mittlerweile hatte sich auch hier eine Selbsthilfegruppe für Jungerkrankte gegründet, denn, so Bonnekoh: „Die Zahl der Jungerkrankten steigt.“ Da die über 80-jährige Leiterin der Gruppe ihr Amt niederlegen möchte, hat sich der Drensteinfurter bereit erklärt, mit Dagmar Mende und Udo Ahrweiler im Team den Vorsitz zu übernehmen. Dies erfordere aber das Einverständnis des Bundesverbandes und stehe noch aus.

Trotzdem hat der 58-Jährige seine Idee des Tango-Argentino-Tanzes eingebracht und stieß auf positives Feedback. Er suchte Kontakt zu Neuro-Tango-Therapeutin Silvia Kahlau aus Ostbevern, die auf der Suche nach einer Gruppe war. In der Tango-Tanzschule in Münster an der Hafenstraße fand sie Räume. Der erste Schnupperkurs hat schon stattgefunden, zwei weitere folgen am 4. und 18. Februar. „Wir haben bereits 18 Anmeldungen“, freut sich Bonnekoh, dessen Ziel es ist, das Tango-Argentino-Tanzen dauerhaft zweimal im Monat zu installieren.

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