„Schwarze Schafe sind die Ausnahme“

Stelle des Hundekontrolleurs in Drensteinfurt wieder abgeschafft

+
Beim Gassi-Gehen sollten Hundebesitzer immer an die Hundemarke und das denken.

Vor einigen Monaten beschäftigten Beschwerden gegen Hundehalter die Stadt. Vereinzelt wurde über Attacken durch unangeleinte Hunde und immer wieder über Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Gehwegen geklagt.

Drensteinfurt – Als Konsequenz stellte die Stadt probehalber, in erster Linie zum Zwecke der Aufklärung, einen Hundekontrolleur ein. Befristet auf ein halbes Jahr hat der Ahlener Sicherheitsfachmann Yannik Lohmann seitdem seinen Dienst in allen drei Ortsteilen, selbst in Ameke und den umgebenden Bauerschaften, erfüllt. Immer mal wieder trat er unverhofft in Erscheinung, um den Hundebesitzern auf die Finger oder besser auf die Leine zu schauen.

Das Ergebnis am Ende des halben Jahres ist für Politik und Verwaltung eine Beruhigung. „Der überwiegende Teil der Hundehalter hält sich an die Bestimmungen“, berichtet Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter zufrieden.

Drensteinfurter Doggen-Drama: Glatter Freispruch einkassiert

500 Hundebesitzer angesprochen

In Zahlen ausgedrückt, hat Hundekontrolleur Lohmann in den Sommermonaten rund 500 Hundebesitzer beim Gassi-Gehen oder auch auf längeren Spaziergängen angesprochen und überprüft. Lediglich 35 Halter missachteten die Anleinpflicht, vier Hunde waren steuerlich nicht angemeldet. Für zwei größere Hunde, die aber nicht zu den gefährlichen Rassen gehören, fehlte die Anmeldung gemäß Landeshundegesetz. Ein ordnungsrechtliches Verfahren musste seitens der Verwaltung nur gegen einen einzigen Hundebesitzer ausgesprochen werden.

Yannik Lohmann, Hundekontrolleur.

Auffällig war, dass etliche Hundebesitzer (30) ihre Hunde zwar angemeldet, die Marke aber nicht am Halsband des Hundes befestigt hatten. Diese belehrte der „Hunde-Sheriff“ darüber, dass die Marke mitzuführen sei, wenn nicht am Halsband, dann vielleicht im Portemonnaie. Anders sah es bei den unangenehmen Tretminen aus. Nicht einen einzigen Halter erwischte Lohmann „in flagranti“.

"Schwarze Schafe die Ausnahme"

Zusammenfassend sei das Ergebnis erfreulich. Nur 15 Prozent der Halter waren überwiegend wegen kleiner Verstöße aufgefallen. „Schwarze Schafe sind in Drensteinfurt die Ausnahme“, so Brinkötter.

Die Schar der Hundebesitzer habe die Arbeit des Hundekontrolleurs im großen und ganzen positiv aufgenommen. „Anfangs gab es einige kritische Stimmen, ob das denn sein müsse und das jede Kontrolle nur eine Momentaufnahme sei“, erklärt der Ordnungsamtsleiter.

"Undankbaren Job gut gemacht"

Später habe er nur noch positive Rückmeldungen bekommen. „Er hat immer den richtigen Ton getroffen und seinen manchmal undankbaren Job richtig gut gemacht. Ab und an, so habe er berichtet, gab es Hundebesitzer, die meinten ihn „anpampen“ zu müssen. Hier habe nur noch der Dienstausweis, der ihn als städtischen Bediensteten legitimierte, geholfen und die Androhung möglicher Konsequenzen. Die Verwaltung möchte, aufgrund des Ergebnisses, die Kontrolle der Hundehalter nicht mehr fortführen. „Ein Freifahrtschein für Hundebesitzer ist das aber nicht“, versichert Brinköttter.

Es gebe noch eine Reihe städtischer Außenstellenmitarbeiter auf der Straße, die angewiesen sind, ein Auge auf Hundehalter zu haben.

Und sollte es erneut vermehrt zu Klagen kommen und die Politik es fordern, könnten jederzeit erneut Kontrollen stattfinden, so der Ordnungsamtsleiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare