Starker Gegenwind gegen Gasbohren im Münsterland

Vertreter der BI „Gegen Gasbohren“ demonstrierten in Münster.
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Vertreter der BI „Gegen Gasbohren“ demonstrierten in Münster.

DRENSTEINFURT/MÜNSTER ▪ Starker Gegenwind blies den Vertretern des Energiekonzerns ExxonMobil gestern Morgen im Regionalrat ins Gesicht. Vorstandschef Dr. Gernot Kalkoffen war eigens nach Münster angereist, um vor dem Gremium Rede und Antwort zu stehen und hatte große Worte im Gepäck: „Unsere Pflicht und Verantwortung als Unternehmen ist es, zur Transparenz beizutragen.“ Er versprach: „Wir machen nichts, von dem wir nicht überzeugt sind, dass wir es beherrschen.“

Das sahen indes viele Gegner des Gasbohrens im Münsterland ganz anders und demonstrierten bereits vor der Sitzung. Unter ihnen auch viele Mitglieder der Drensteinfurter BI „Gegen Gasbohren“.

Sie bekamen Unterstützung von Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek: „Die Befürchtungen und Ängste der Anwohner, die auch durch die gegründeten Bürgerinitiativen zum Ausdruck gebracht werden, kann ich sehr gut nachvollziehen.“ Für ihn sei klar, dass es eine „Hauruck-Entscheidung“ zu dem für Nordwalde eingereichten Antrag auf eine Erkundungsbohrung nicht geben werde. Paziorek: „Die Gewinnung von Energie darf nicht zu Beeinträchtigungen des Menschen und der Umwelt führen.“ Außerdem begrüße er den Vorstoß seines Amtskollegen in Arnsberg, das Bergbaurecht zu novellieren.

Aber auch die Parteienvertreter im Regionalrat sparten nicht mit kritischen Meinungen und Fragen.

Angesichts der öffentlichen Debatte und der zahlreichen Forderungen versprach Kalkoffen vollkommene Transparenz und Offenheit in den jeweiligen Verfahren. „Alle Chemikalien, die eingesetzt werden, werden offen gelegt“, so der Vorstandschef, und fährt damit eine völlig neue Linie. Denn bislang wurden diese Chemikalien immer als „Betriebsgeheimnis“ eingestuft und nicht öffentlich gemacht. Außerdem kündigte Kalkoffen eine Expertenrunde an, an der auch Vertreter der Bürgerinitiativen teilnehmen sollten. Eine erste Sitzung dieses Arbeitskreises soll nach Informationen des Konzerns bereits im März 2011 stattfinden.

Eine Novellierung des Bergbaurechts hielt Kalkoffen dagegen für nicht notwendig. Er verwies auf die Jahrzehnte lange positive Erfahrung mit Erdgasförderung in Niedersachsen. Beim Störfall in Visselhövede (WA berichtete) habe man die Behörden sofort informiert. Gleichwohl sei der Konzern lernfähig und werde in Zukunft anders reagieren ▪ warRTSMARKE ▪

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