Es ist vollbracht: Die erste internationale Städtepartnerschaft Drensteinfurts

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Bei der Unterschrift: Marco Monesi (von links), Belinda Gottardi, Christian Dumas, Carsten Grawunder und Wolfgang Fabian

Drensteinfurt/Ingré – Vier Jahre hat es gedauert, am Donnerstagabend war es endlich so weit: Die Städtefreundschaft zwischen Drensteinfurt und der französischen Stadt Ingré wurde durch die Unterschrift der beiden Bürgermeister Christian Dumas und Carsten Grawunder amtlich.

Die Unterzeichnung sehnsüchtig erwartend, zeigten sich viele der rund 150 Anwesenden im Espace Lionel Boutrouche, dem Kulturzentrum von Ingré, freudig ergriffen. Als eine kaum beschreibbare Freude bezeichnete Bürgermeister Carsten Grawunder die Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages.

Dem offiziellen Akt vorausgegangen waren eine Reihe von Reden, die im Kontext die Freude über die neue Partnerstadt ausdrückten und diese als Hoffnung und Zeichen für ein friedliches europäisches Zusammenleben betrachteten.

Weitere Eindrücke der Delegation

Volles Programm in Ingré: Delegation aus Drensteinfurt in Frankreich

Freundschaft-Urkunde soll deutsch-französische Beziehung vertiefen

Dumas bezog sich in seiner Ansprache auf den damaligen französischen Außenminister Robert Schuman, der gemeinsam mit Jean Monnet als Gründervater der heutigen Europäischen Union (EU) gilt. „Für ein lebendiges Europa ist die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen unerlässlich“, zitierte Dumas den ehemaligen Außenminister. Europa stehe vor beispiellosen Angriffen. „Wir müssen Solidarität, Großzügigkeit und Freundschaft neu beleben und Brücken bauen“, fordert Dumas auf. Ziel sei ein starkes Europa, das sich gegen zunehmende Feindseligkeit und Klimawandel einsetze.

Auch Italien war vertreten

Den gleichen Tenor fand auch Belinda Gottardi, Bürgermeisterin der italienischen Stadt Castel Maggiore, die seit 2012 ebenfalls Partnerstadt von Ingré ist und darum zur feierlichen Unterzeichnung der Städtefreundschaft geladen war. „Unsere gemeinsame Freundschaft kann ein neues Europa, eine neue Heimat der Bürger schaffen mit der gleichen Sprache der Demokratie und des Respektes“, resümierte sie.

Dank Konrad Adenauer existiere seit 56 Jahren eine stabile deutsch-französische Beziehung, sagte der Drensteinfurter Bürgermeister. Im Januar 1963 schloss der deutsche Bundeskanzler mit dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulles den Élysée-Vertrag. Anfang des Jahres unterzeichneten Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel den Vertrag von Aachen, um die Beziehungen weiter zu festigen. „In Ingré schreiben wir das Kapitel der deutsch-französischen Freundschaft fort“, so Grawunder.

Internationale Beziehungen für den Erhalt des Friedens

Heute sei es wichtig, nicht zu vergessen, was Krieg anrichte. Viele Politiker übernehmen heute Verantwortung und setzten sich für den Erhalt des Friedens ein. „Genau das tun auch wir mit unserer grenzüberschreitenden Freundschaft“, so Grawunder. Leidenschaftlich forderte er alle Mitbürger auf, ihre Pflicht zu erfüllen und am 26. Mai an der Europawahl teilzunehmen, „für ein gemeinsames starkes Europa“.

Das Gastgeschenk ist eine Friedenstaube.

Als Gastgeschenk hatte Drensteinfurts Bürgermeister die Figur einer Friedenstaube mit einem Ölzweig im Schnabel gewählt. Die Idee hinter dem Friedenssymbol sei es, die Taube auf der längsten Friedensstraße der Welt fliegen zu lassen. „Die Taube soll nicht an einem Ort verweilen, sondern ein weltumspannendes Netz von Menschen knüpfen, die sich für den Frieden einsetzen. „Wir hoffen, dass die Taube wieder einmal in Stewwert landet“, bemerkte der Bürgermeister. Die Idee der Friedenstaube stammt von dem deutschen Künstler Richard Hillinger aus Landshut.

Im Verlauf seiner Rede bat Grawunder: „Lasst unsere drei Städte Mitglied im weltweiten Verbund ,Mayors for Peace‘ werden. Diesem Verbund gehörten bereits 7700 Städte in 163 Ländern an. 1982 hatten die Städte Hiroshima und Nagasaki diesen Verband mit der Vision, bis 2020 alle Atomwaffen abzuschaffen, gegründet.

Zahlreiche Gäste aus Ingré und Drensteinfurt nahmen an der Feierstunde zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde teil.

Mit im Gepäck hatte die deutsche Delegation eine kleine Eiche. Diese stehe als Symbol für Treue, Standhaftigkeit und Beständigkeit. „Mit dem Maß wie die Eiche wächst, soll auch die Freundschaft zwischen den beiden Partnerstädten wachsen.“ Erleichterung, Freude und Dankbarkeit lagen nach dem feierlichen Akt in der Luft. Geschenke wurden übergeben, eine Lasershow bei der die Wappen und Flaggen der drei Partnerschaftsstädte aufleuchteten, begeisterten noch einmal die Anwesenden.

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