Stadtjugendpfleger soll nun auch für ältere Menschen zuständig sein

Rüdiger Pieck macht nun auch Seniorenarbeit

Arbeitet am Corona-gerechten Programm für das Café Kidz in Drensteinfurt: Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck.
+
Arbeitet am Corona-gerechten Programm für das Café Kidz: Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck.

Dass Drensteinfurt ein Seniorenbüro bekommen soll, ist bereits seit mehreren Monaten politischer Konsens. Bisher hatte die Verwaltung die Einrichtung aber zurückgestellt – in der Hoffnung, durch eine Smart-City-Förderung 65 Prozent der Personalkosten für ein Familienbüro, dem auch das Seniorenbüro angeschlossen sein sollte, decken zu können. Bekanntlich war die Smart-City-Bewerbung in diesem Jahr nicht erfolgreich.

Drensteinfurt - Der Ausschuss für Familie, Jugend, Senioren und Soziales hat das Seniorenbüro in seiner jüngsten Sitzung dennoch einstimmig auf den Weg gebracht. Der Beschluss sieht vor, mit der Errichtung des Seniorenbüros im Kulturbahnhof kurzfristig zu beginnen.

Federführend für die kommunale Seniorenarbeit zuständig sein wird Rüdiger Pieck als Leiter des Kulturbahnhofs. Er selbst, das betonte er während der Ausschusssitzung, sieht sich als Teamspieler. „Es soll ein Team entstehen, von dem man weiß, dass es sich in der Seniorenarbeit und generationsübergreifenden Arbeit auskennt“, erklärte Pieck.

Als wirklichen Fachmann für Seniorenfragen sehe ich mich noch nicht. Aber ich bin ein Fachmann dafür, auf Menschen zuzugehen, sie einzubeziehen und zu vernetzen.

Rüdiger Pieck Leiter des Kulturbahnhofs

Als wirklichen Fachmann für Seniorenfragen sieht Pieck sich noch nicht. „Aber ich bin ein Fachmann dafür, auf Menschen zuzugehen, sie einzubeziehen und zu vernetzen“, so Pieck. So wie er das in der Kinder- und Jugendarbeit bereits seit 25 Jahren mache, habe er das auch in der Seniorenarbeit vor. „Und in die Themen arbeitet man sich dann ein.“

Zumal er das Seniorenbüro auch als Erst- und Verweisberatungsstelle sieht. Sprich: Wer Hilfe sucht, findet dort Ansprechpartner, die einen ersten Rat geben und an die Stellen verweisen können, die wirklich in die Tiefe gehen können.

Auch sei Seniorenarbeit viel mehr als „Alter, Pflege, Gebrechlichkeit“, betonte Pieck. Da gehe es auch um Leben und Aufbruch, um Freizeit und eine neue Lebensphase. „Es geht darum, mit Menschen im Ort diese neue Lebensphase zu gestalten“, erläuterte er.

Personal- und kostenneutral sei so ein Seniorenbüro nicht zu gestalten, so Pieck. Der Argumentation folgte auch die Politik – forderte aber auch, die für die Seniorenarbeit aktuell veranschlagten 20 Stunden zu überprüfen, wenn Pieck sich in die neue Aufgabe eingearbeitet hat. „Auf die Kosten muss man in den Haushaltsplanberatungen auf jeden Fall eingehen“, so Bürgermeister Carsten Grawunder.

Die Kinder- und Jugendarbeit will Pieck im Hinblick auf die neue Aufgabe nicht an den Nagel hängen. „Ich habe vor, beide Bereiche miteinander zu verknüpfen“, erklärte er. Möglich wird sein Einsatz auch durch Maike Schlamann, die das Team des Kulturbahnhofs für sechs Monate verstärkt. Für die Zeit danach, so der Auftrag der Politik, soll die Verwaltung eine personelle Lösung finden, um die Seniorenarbeit und andere Bereiche des Kulturbahnhofs langfristig zu sichern.

Drensteinfurt hatte viel Hoffnung in das Projekt Smart City gesetzt, aber nicht die erhofften Fördergelder erhalten, die auch in die Finanzierung des Seniorenbüros hätte fließen sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare