Stadt wappnet sich gegen Starkregen - Lockmittel für Hausbesitzer

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Auch Dachbegrünung ist ein Mittel zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung, erklärten Dr. Michael Kastler und Planer Stefan Feld vom Büro AHU aus Aachen im Bauausschuss.

Drensteinfurt – Starkregenereignisse sind, aufgrund der dynamischen Veränderungen des Klimas, in den kommenden Jahren häufiger zu erwarten. Grund genug, sich bei Neubaugebieten wie dem Mondscheinweg mit den vorhandenen Möglichkeiten, Starkregenereignisse ohne Schäden zu überstehen, zu beschäftigen.

Bündnis 90/Die Grünen hatten einen Antrag gestellt, ein Fachbüro zu beauftragen, um Leitlinien für einen nachhaltigen Umgang mit Regenwasser zu erarbeiten. Dr. Michael Kastler und Planer Stefan Feld vom Büro AHU aus Aachen stellte die Ergebnisse im Bauausschuss vor. Zusammengefasst sind es Dachbegrünung, Minimierung von Versiegelungen, Niederschlagswasserversickerung, Zisternen, Wasserplätze, Notwasserwege auf Straßen und Grünflächen und Notrückhalte.

Zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung gehöre die Dachbegrünung, bei der man zwischen Extensivdächern und Retentionsdächern unterscheiden könne. Letztere Variante speichere zwar mehr Wasser, sei aber kostenintensiver. Für den Mondscheinweg empfahlen die Experten eine extensive Begrünung. Diese sei finanzierbar und beinhalte so gut wie keine Pflege. Beide Arten hätten zudem den positiven Begleiteffekt, dass sie wärmedämmend seien und gleichzeitig Feinstaub binden.

Für ganz extreme Niederschläge sollte es Grünflächen geben, auf denen das Wasser aus dem Regenrückhaltebecken stehen kann. Erdgeschossfußböden sollten maximal 60 Zentimeter über der Fahrbahnmitte gebaut werden. Notwendig seien Not-rückhalte auf Stellplätzen. Beim Baugebiet Mondscheinweg kritisierten die Experten, dass überwiegend Satteldächer vorgesehen seien. Hier lohne sich die Dachbegrünung nicht, da die Anlage technisch sehr aufwendig sei.

Landesmittel sind für Dachbegrünung nicht vorgesehen. Die Anlage von Zisternen sollte, so Feld, unterstützt werden. Ferner ist laut Bebauungsplan eine Teilversiegelung der Baugrundstücke zulässig.

Die Empfehlungen des Fachbüros könnten bei Baumaßnahmen schon im Kaufvertrag Berücksichtigung finden. Aspekte, die bereits bei der Erschließung beachtet werden müssen, kommen im Baugebiet Mondscheinweg nicht mehr zum Zuge, sollen aber bei zukünftigen Projekten Beachtung finden.

Da die Vorgaben für den umweltschonenden Umgang mit Regenwasser sich wirtschaftlich eher nicht rentieren, soll, so die Idee der Verwaltung, die Umsetzung durch Anreize gefördert werden. Eine Idee, die Bauamtsleiter Christoph Britten begrüßte: „Ja, wir wollen grüne Dächer, aber nicht als Zwang, sondern freiwillig mit dem positiven Effekt einer Ermäßigung des Kaufpreises pro Quadratmeter.“

Am Ende stimmte der Ausschuss einstimmig dafür, den Empfehlungen des Fachbüros bei weiteren Entscheidungen zu berücksichtigen und, falls noch möglich, im Zuge der Erschließungs- und Endausbauarbeiten im Mondscheinweg zu berücksichtigen.

Weiterhin soll bei der Festsetzung der Grundstückspreise im Mondschweinweg ein bestimmten Betrag aufgeschlagen werden, mit dem ein Förderprogramm zur Dachbegrünung realisiert werden könne.

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