Stadt verbietet alle Veranstaltungen

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Geschlossen bleiben die Dienststellen der Stadtverwaltung vorerst für persönliche Besuche und Vorsprachen. Die Mitarbeiter stehen während der Öffnungszeiten per Telefon, Post und E-Mail zur Verfügung. Nur in Ausnahmefällen, über die die Mitarbeiter der Stadt Drensteinfurt entscheiden, kann eine persönliche Vorsprache vereinbart werden.

Drensteinfurt - Um die Weiterverbreitung des Coronavirus einzudämmen – aktuell gibt es zwei bestätigte Fälle in Drensteinfurt – hat die Stadtverwaltung eine umfassende „Allgemeinverfügung“ mit gravierenden Maßnahmen erlassen.

Im gesamten Stadtgebiet sind ab sofort und zunächst bis zum 19. April alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel verboten. Ausgenommen davon sind ausdrücklich die Wochenmärkte, ansonsten nur Veranstaltungen, „die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und vorsorge“ dienen. Ausdrücklich untersagt sind Demonstrationen, beispielsweise „Friday for Future“.

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen – zumeist durch Tröpfcheninfektion. Das kann über die Schleimhäute der Atemwege oder über die Hände, die dann mit Mund- und Nasenschleimhaut sowie die Augen in Kontakt gebracht werden. Die Tröpfcheninfektion – zum Beispiel durch Husten und Niesen – sei der vorherrschende Übertragungsweg.

Ziel der Maßnahmen ist es laut Bürgermeister Carsten Grawunder, die „Ausbreitungsdynamik“ zu verzögern, Infektionsketten zu unterbrechen und eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden. Das könne mit den Verboten und Einschränkungen erreicht werden. Es gelte, Zeit für die Entwicklung von Impfstoffen zu gewinnen.

„Die Entwicklung in den vergangenen Tagen zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen“, so Grawunder: „Im Rahmen meiner Risikobewertung komme ich zu dem Ergebnis, dass bei der aktuellen Ausbreitungsgeschwindigkeit das Ziel einer Eindämmung nur erreicht werden kann, wenn vorübergehend jede Veranstaltung unabhängig von ihrer Personenzahl untersagt wird.“

Jeder nicht notwendige soziale Kontakt beinhalte ein derart hohes Gefährdungspotenzial, dass nur durch ein Verbot von Veranstaltungen eine Weiterverbreitung der Infektionen mit dem Coronavirus verlangsamt werden könne. Veranstaltern sei es nicht möglich, ausreichende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, „die gleich effektiv, aber weniger eingriffsintensiv sind, als eine Veranstaltung nicht durchzuführen.“ Risikofaktoren beim Zusammentreffen von Personen bei Veranstaltungen seien die Dauer, die Anzahl und Intensität der Kontaktmöglichkeiten. Außerdem sei es nicht möglich, Ansteckungen zurückzuverfolgen.

- Zu schließen beziehungsweise den Betrieb einzustellen haben: Kulturbahnhof, Jugendheim Rinkerode, Volkshochschule (alle Kurse), Musikschule, Sporthallen, Bars, Schankwirtschaften, Clubs, Tanzveranstaltungen, Fitness-Studios, Reha-Sport, Schwimmbäder, Saunen, Sportvereine;

- Nur noch beschränkter Zugang unter Auflagen (Registrierung mit Kontaktdaten, Mindestabstand zwischen Tischen von 2 Metern, Aushang mit Hinweisen auf Hygienemaßnahmen, Desinfektionsmittel besonders auf WC-Anlagen): Bibliotheken, Restaurants und Hotels für die Bewirtung von Übernachtungsgästen;

- Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen: maximal ein registrierter Besucher pro Tag pro Patient mit Schutzmaßnahmen; Kantinen, Caféterias und andere öffentlich zugängliche Einrichtungen sind für Patienten und Besucher zu schließen; sämtliche Veranstaltungen sind zu unterlassen;

- Reiserückkehrer aus den vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten dürfen folgende Bereiche 14 Tage lang nicht betreten: Kitas, Schulen, Heime, Krankenhäuser, Vorsorge- und Reha-Einrichtungen, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken, stationäre Pflegeeinrichtungen, Berufs-, Hochschulen

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