Rückstau an der Kreuzung Albersloher Straße/Pröbstingweg

Stadt Drensteinfurt will Verkehrsprobleme am Rinkeroder Bahnhof mit kleinen Eingriffen lösen

Bahnübergang Rinkerode an der Kreuzung  Albersloher  Straße und Pröbstingweg
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Ausnahmsweise freie Fahrt: Am Bahnübergang Rinkerode hat das Ingenieurbüro NTS 3100 Verkehrsteilnehmer pro Tag gezählt. Besonders wenn der Vordermann Richtung Albersloh nach links in den Pröbstingweg einbiegen will, kommt es regelmäßig zum Rückstau in Richtung Dorf.

Den Kreuzungsbereich am Bahnübergang Rinkerode, speziell den Beginn der Albersloher Straße und die Einfahrt zum Pröbstingweg, empfinden viele Rinkeroder als einen Gefahrenpunkt. Eine Ansicht, die ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro so nicht teilen kann. Keine Gefahr und geringfügige Verkehrsbeeinträchtigungen, so lautet das Urteil des Experten – und das nicht nur aktuell, sondern auch für eine spätere moderate Nachverdichtung des Bebauungsplans.

Rinkerode - Wer regelmäßig auf der Albersloher Straße fährt und die Bahn überquert, weiß um die Problematik im Bereich der Schranken. Besonders wenn der Vordermann Richtung Albersloh nach links in den Pröbstingweg einbiegen will, kommt es regelmäßig zum Rückstau in Richtung Dorf. Für einige Rinkeroder stellt das eine nicht unerhebliche Gefahrensituation dar.

Mittlerweile hat die Stadt die Sorgen der Bürger aufgenommen und ein Ingenieurbüro beauftragt, eine fachliche Analyse bezüglich der Verkehrssicherheit zu erbringen. Dabei spielte die geplante Nachverdichtung im Bereich des Bebauungsplangebiets „Gewerbe- und Mischgebiet in Rinkerode“, östlich der Bahn eine nicht unerhebliche Rolle, ist doch davon auszugehen, dass der Verkehr sowohl von Pkw, als auch Lkw dann weiter zunehmen wird.

3100 Fahrzeuge in 24 Stunden

Das Ergebnis des Ingenieurbüros NTS sorgte bei den Mitgliedern des Bauausschusses am Montagabend für Überraschung. Seinen Bericht über die verkehrstechnische Untersuchung leitete Ingenieur Heiko Timm mit einem Überblick über die Verkehrszählung ein. Diese sei noch vor der Corona-Pandemie durchgeführt worden, berichtete er. Die durchschnittlich tägliche Verkehrsbelastung läge bei 3100 Verkehrsteilnehmern in 24 Stunden auf der Albersloher Straße, der Lkw-Anteil betrage zwischen zwei und fünf Prozent. Wobei in Spitzenstunden (morgens und nachmittags) 300 bis 600 Kraftfahrzeuge gezählt wurden.

Rückstau nur temporär

Der Rückstau auf den Gleisen sei nur temporär und löse sich schnell wieder auf, da entgegenkommende Fahrzeuge den Linksabbiegern in den Pröbstingweg regelmäßig Vorfahrt gewähren. Eine Gefahr sah der Experte lediglich für Fußgänger und Radfahrer, die den seitlichen Fußweg nutzen, um an wartenden Linksabbiegern vorbeizufahren.

Appell an Vernunft der Autofahrer

Um hier Abhilfe zu schaffen, müsse in erster Linie an die Vernunft der Autofahrer appelliert werden, denn durch eine Bauleitplanung sei das Problem nicht zu lösen, hatte schon Fachbereichsleiter Christoph Britten in seiner Vorlage festgestellt. Um dennoch helfend einzugreifen, könne die Beschilderung gereinigt oder erneuert werden und eine Haltelinie mit dem Hinweis „bei Rot hier halten“ vor dem Ampelkreuzungsbereich am Bahnübergang geschaffen werden. Die Deutsche Bahn werde ihre Signalanlage reinigen und ein bestehendes Andreaskreuz erneuern, kündigte Britten an. Auch der Landesbetrieb Straßen.NRW plane, Beschilderungen sowie Haltelinien in seinem Einflussbereich zu reinigen oder zu erneuern.

Nur geringe Beeinträchtigungen

Die Stadtverwaltung spricht insgesamt von geringfügigen Verkehrsbeeinträchtigungen im Ortszentrum Rinkerode, wie unter anderem einen Rückstau von drei Fahrzeugen im Kreuzungsbereich Albersloher Straße/Weitkamp/Alte Dorfstraße. Hier sei auch aufgefallen, dass der Schwerlastverkehr im Bereich der abknickenden Vorfahrtsstraße aufgrund des engen Kurvenradius teilweise in den Gegenverkehr fahre.

Anders Heiko Timm: „Die Verkehrsqualität in Rinkerode ist, würde man Schulnoten vergeben, an allen brisanten Punkten zu jedem Zeitpunkt sehr gut.“ Dies sei dem geringen Durchgangsverkehr und damit verbunden kurzen Wartezeiten geschuldet.

Kein Problem für Nachverdichtung

Hinsichtlich der Nachverdichtung sprachen sowohl Stadt als auch Ingenieurbüro von einer problemlosen Aufnahme des entstehenden Neuverkehres in die bestehende Verkehrsinfrastruktur, sofern diese nur geringfügig sei. „Bei einer großflächigen Überplanung muss über eine Umleitung des Verkehrs über eine neu zu schaffende Straße nachgedacht werden“, so Britten. Im Moment könne man aufgrund fehlender Eigentumsverhältnisse hier noch nicht tätig werden.

Ziel sei es, über das kommunale Bodenmanagement Flächen zu sichern oder dass Flächen nach Ausweisung eines großflächigen Bebauungsplans aus dem Instrument der Bodenumlegung herausgelöst werden können. In diesem Zusammenhang ließe sich dann auch über eine Verkehrsberuhigung oder gar Sperrung des Pröbstingwegs für den Verkehr nachdenken, um die Situation für Fußgänger und Radfahrer am Rinkeroder Bahnhof zu verbessern.

Ortsvorsteher zeigt sich überrascht

Überrascht zeigte sich Rinkerodes Ortsvorsteher Bernhard Stückmann (CDU): „Es wundert mich, dass Sie so ein Verkehrsgutachten an nur zwei Tagen aufstellen konnten“, sagte er an Heiko Timm gewandt. Er habe ganz andere Erfahrungen gemacht und habe den Eindruck, die Dinge würden verharmlost. „Ich sehe nur Lkw und wenn die Erntemaschinen in den Pröbstingweg einfahren, geht gar nichts mehr“, so der Rinkeroder Ortsvorsteher. Der erwähnte Knotenpunkt Albersloher Straße/Weitkamp/Alte Dorfstraße sei für Fahrradfahrer eine Gefahr. „Jeder Lkw fährt auf die Gegenfahrbahn, das ist eine schlimme Situation.“ „Das verkehrstechnische Ergebnis ist nicht situationsentsprechend“, so Stückmanns Fazit.

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