Spielwarengeschäft Fiffikus schließt für immer

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Drensteinfurt - Schweren Herzens schließt Susanne Fögeling am 23. Dezember ihr Spielwarengeschäft Fiffikus am Westwall für immer. Die immer größere Konkurrenz des Online-Handels machte ihrem kleinen Geschäft zu schaffen. Ihren Traum aber lebt sie in Hiltrup auf der Marktallee weiter.

Einen eigenen Spielzeugladen eröffnen, das wollte Susanne Fögeling schon lange. 2009 erfüllte sie sich ihren Traum. Im gemieteten Ladenlokal am Westwall schuf sie mit Herzblut ein Paradies für Kinder, mit immer aktuellen Spielen, den neuesten Trends, beliebten Klassikern und besonderen Schreibwaren nicht nur für Schüler. 

 Den Spielzeugladen Fiffikus für die Drensteinfurter zu erhalten, war ihr Ziel. „Kinder müssen doch im Laden stöbern können“, findet sie. Der digitale Wandel, die immer größere Konkurrenz des Online-Handels, machte ihrem kleinen Geschäft zu schaffen. 

Nach stetig rückläufigen Zahlen vor drei Jahren entschloss sie sich, nicht zu kapitulieren, sondern auf den Zug der Zeit aufzuspringen und ihre Spielwaren ebenfalls im Onlinehandel anzubieten. Eine Idee, die zwar viel Arbeit mit sich brachte, jedoch von Erfolg gekrönt war und dem Ladenlokal zunächst das Überleben sicherte. Zusätzlich zum Verkauf von Spielwaren baute sich die gelernte Bäckerin und Konditorin mit dem Kinderschminken auf größeren Events und privaten Feiern ein zweites Standbein auf. 

Obwohl ihr Angebot reichhaltig und aktuell war, kamen die Drensteinfurter jedoch nicht in dem Maße, in dem es notwendig gewesen wäre. Irgendwann habe sie sich gesagt: „Für fünf Kunden am Tag im Laden stehen, das lohnt nicht.“ Ihr Ziel sei es nicht gewesen, reich zu werden, aber leben müsse sie von ihrem Geschäft können, sagt die vierfache Mutter. 

Darum sei die Entscheidung gefallen, den Laden zu schließen. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Die Kinder in Drensteinfurt seien ihr ans Herz gewachsen und für die Stadt tue es ihr leid. Jedoch: „Ich kann vieles anbieten, aber der Verbraucher muss auch kommen.“ „Wenn der Verbraucher den Online-Handel vorzieht, geht das auf Kosten der Ladenlokale“, das ist ihre klare Meinung. 

Das gelte nicht nur für ihr Geschäft, sondern für den ganzen Einzelhandel. „Vielleicht wäre es in Stewwert von Vorteil, wenn alle Läden gleiche Öffnungszeiten hätten“, vermutet sie. Dann könnten die Kunden Einkäufe verbinden. 

Nach Aus in Stewwert geht es in Hiltrup weiter

Fögeling erinnert sich an die Anfänge ihres Ladens: Zunächst kamen die Kunden noch in Scharen zum Westwall, wollten das neue Spielzeuggeschäft kennenlernen. Heute kaufen die Leute bei ihr lieber im Internet. Das Online-Geschäft boomt und bringt den Gewinn, den der Laden nicht gebracht hat. 

Trotzdem wollte sich Susanne Fögeling nicht von ihrem Traum verabschieden. Auf der Suche nach einem neuen Ladenlokal stieß die Drensteinfurterin auf Hiltrup. Der neue Standort hat viele Laufkunden, ein Vorteil, glaubt sie. Wenn die 51-Jährige, am 18. Januar in Hiltrup einen neuen Spielwarenladen eröffnet, dann tut sie das, weil sie überzeugt davon ist, dass es immer Leute geben wird, die in Spielzeuggeschäfte gehen, und weil sie der Meinung ist, dass Kunden gerade die persönliche Beratung schätzen. Außerdem sei es ihr Ziel, ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen digitaler und realer Welt. Darum so sagt Fögeling: „Ich blicke mit neuem Elan hoffnungsvoll in die Zukunft.“

www.spiel-fiffikus.de

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