Sparkasse und Volksbank betreiben ab Mitte November eine gemeinsame Selbstbedienungsfiliale in Walstedde

Konkurrierende Geldinstitute arbeiten zusammen

Freuen sich auf die Kooperation am St.-Lambertus-Kirchplatz in Walstedde: Volksbank-Privatkundenberaterin Annegret Bockey (links) und Sparkassen-Geschäftsbereichsleiterin Simone Goertz.
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Freuen sich auf die Kooperation am St.-Lambertus-Kirchplatz in Walstedde: Volksbank-Privatkundenberaterin Annegret Bockey (links) und Sparkassen-Geschäftsbereichsleiterin Simone Goertz.

Die Volksbank eG und die Sparkasse Münsterland Ost legen ihre Filialen in Walstedde zu einem gemeinsamen Selbstbedienungs-Standort zusammen. „Ab November können Kunden beider Kreditinstitute dann den gewohnten Selbstbedienungsservice am Standort der Sparkasse am St.-Lambertus-Kirchplatz 10 nutzen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung beider Geldinstitute.

Walstedde – Konkret heißt das, dass es dort ab Mitte November für Sparkassen- und Volksbank-Kunden einen gemeinsamen Geldautomaten geben wird, an dem Geld abgehoben werden kann. Außerdem wird es zwei getrennte Selbstbedienungsterminals geben, an denen die Kunden etwa Überweisungen vornehmen und Kontoauszüge drucken können. Geldeinzahlungen, wie sie bisher in der Walstedder Volksbank-Filiale noch möglich sind und vor allem vom Firmenkunden genutzt werden, sind künftig am gemeinsamen SB-Standort nicht mehr möglich. Volksbankkunden können sie künftig in der Hauptstelle Ahlen vornehmen, Kunden der Sparkasse in der Geschäftsstelle in Drensteinfurt.

„Mit dieser Lösung ist eine Versorgung mit Bargeld und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs vor Ort auch weiterhin für unsere Kundinnen und Kunden gewährleistet“, sagt Annegret Bockey, Volksbank-Privatkundenberaterin für Walstedde. Auch die Möglichkeit einer persönlichen Beratung sei weiterhin gegeben, da Bockey Ansprechpartnerin bleibt und Beratungstermine künftig in der Hauptstelle Ahlen anbieten und wahrnehmen wird. Bis jetzt ist sie montags, mittwochs und donnerstags in Walstedde sowie dienstags und freitags in Ahlen. „Somit wird sich für unsere Kundinnen und Kunden, abgesehen vom Standort, nicht viel ändern“, versichert die Mitarbeiterin der Genossenschaftsbank.

Nur noch wenige Wochen geöffnet. Die Volksbank-Filiale Walstedde wird Mitte November geschlossen.

Auch Simone Goertz von der Sparkasse ist überzeugt, dass die Kooperation für alle nur Vorteile bedeutet. „In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung sind wir weiter vor Ort und können dank der Zusammenarbeit unsere Selbstbedienungsangebote wirtschaftlich tragfähig anbieten“, sagt die Geschäftsbereichsleiterin der Sparkasse.

Mit dieser Zusammenarbeit reagieren Volksbank und Sparkasse auf das sich seit Jahren verändernde Kundenverhalten. Immer häufiger nutzen Kunden die Möglichkeit des mobilen, bargeldlosen Bezahlens mit Karte oder Smartphone. Zudem werden große Teile des Zahlungsverkehrs online abgewickelt und für viele Bankangelegenheiten verstärkt digitale Kanäle genutzt. Vor diesem Hintergrund sind auch die Nutzungszahlen der SB-Einrichtungen von Volksbank und Sparkasse in Walstedde rückläufig.

Diese Kooperation zwischen Sparkasse und Volksbank als konkurrierender Geldinstitute ist übrigens nichts Neues. „Walstedde ist die sechste Kooperation“, sagt Sparkasse-Pressesprecher Dr. Uwe Koch und Peter Könekamp, Bereichsleiter Vertriebsmanagement der Volkbank Ahlen, ergänzt: „Wir haben schon seit 2005 gute Erfahrungen in der Kooperation mit der Sparkasse.“ Vor 16 Jahren wurden erstmals in Warendorf zwei SB-Standorte zusammengelegt, zuletzt wurden in Ahlen an zwei Standorten gemeinsame SB-Filialen von Sparkasse und Volksbank geschaffen. „Wir sind froh, dass wir dadurch die Grundversorgung auf dem Land weiterhin anbieten können“, sagt Könekamp.

Corona sei zwar nicht ausschlaggebend für die Zusammenlegung in Walstedde gewesen, so Könekamp, aber ein „Beschleuniger“. Zuletzt habe es noch einmal einen Rückgang bei den Barabhebungen in Höhe von 20 Prozent gegeben.

Bis jetzt ist ausschließlich der Sparkassen-Schriftzug am Lambertus-Kirchplatz zu sehen, Mitte November soll auch das Volksbank-Logo hinzukommen. Was dann mit dem Gebäude der Volksbank-Filiale an der Dorfstraße 31 passiert, ist noch offen. Könekamp konnte dazu noch keine Angaben machen – auch mit dem Verweis darauf, dass die Volksbank dort Mieter und nicht Eigentürmer ist.

Für den künftigen gemeinsamen Standort am St.-Lambertus-Kirchplatz 10 ist es die zweite Veränderung binnen weniger Monate. Bis Mitte des Jahres bestand hier eine komplette Sparkassen-Filiale mit Beratung vor Ort. Seit dem 14. Juni ist hier nur noch ein SB-Standort. Dasselbe gilt übrigens auch für Rinkerode. Auch dort hat die Sparkasse Münsterland Ost das Angebot auf einen reinen SB-Standort zurückgefahren. Auch über die Nachnutzung der beiden bisherigen Filialen gibt es laut Sparkasse keine Entscheidung. In Drensteinfurt selbst wird weiterhin im Standort an der Münsterstraße auch persönliche Beratung angeboten. „Wir bündeln Beratung und Know-how und deshalb ist in Drensteinfurt ein wichtiger Standort“, betont Sparkassen-Pressesprecher Dr. Uwe Koch.

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