Hoffen aufs Frühjahr

Corona: So leiden Kneipen und Restaurants in Drensteinfurt unter dem Lockdown

Pizzen bei einem Lieferdienst in Berlin
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Pizza geht immer. Pizzerien wie „La Piccola“ bieten seit jeher neben dem Rastaurantbetrieb Außer-Haus-Verkauf an und haben eine treue Stammkundschaft. Doch nicht für jede Gaststätte lohnt sich die in Zeiten des Lockdowns einzige Möglichkeit, um Geld zu verdienen. (Symbolbild)

Der erste Lockdown im Frühjahr hatte viele Restaurantbetreiber und Gastronomen schwer erwischt. Und auch der zweite sorgt für tiefe Sorgenfalten.

Drensteinfurt – Als im Sommer alle Lokale zumindest unter strengen Hygienemaßnahmen wieder öffnen durften, konnte sich die Branche wieder ein wenig erholen. Jetzt im November müssen erneut alle Restaurants und Gasthöfe dicht machen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Viele Inhaber in Drensteinfurt sind sich sicher: Die Folgen des zweiten Lockdowns werden sich bemerkbar machen, und an eine Aufhebung im Dezember glaubt so schnell auch niemand.

Haus Averdung

Die Folgen des Lockdowns bekommt auch das Haus Averdung zu spüren. Nicht nur die Sitzplätze sind in der Gaststätte jetzt wieder leer, auch die Kegelbahn wird nicht mehr genutzt. Die Situation nimmt die Inhaberin Beate Averdung erst einmal so an wie sie jetzt ist. Hoffnungsvoll und optimistisch blickt sie jedoch dem Frühjahr entgegen. „Im Frühling kann der Biergarten wieder aufmachen. Die Leute sitzen draußen und man hat viel Platz, um die Tische weit genug auseinanderzuziehen. So kann der Abstand problemlos eingehalten werden.“ Bis dahin dauert es aber noch ein paar Monate, und ob man im Dezember wirklich alle Gasstätten und Lokale wieder öffnen könne, stellt Beate Averdung infrage.

Landhaus Thiemann

Auch das Landhaus Thiemann in Ameke konnte unter den vorgegeben Hygienekonzepten im Sommer der Coronakrise standhalten. Dank vieler Radler und Fahrradfahrer war der Biergarten oft gut besucht. Jetzt steht das Lokal leer, doch die Kosten laufen weiter. Die erneute Schließung ist für den Inhaber unverständlich, denn Restaurants, Cafés und Kneipen seien kein Ort, wo sich die Menschen mit dem Coronavirus infizieren können so die einhellige Meinung im Landhaus Thiemann.

Pizzeria „La Piccola“

Außer-Haus-Verkauf bietet weiterhin die Pizzeria „La Piccola“ an. Veranstaltungen und Versammlungen fallen jedoch auch dort Corona-bedingt ins Wasser, wie zum Beispiel das Doppelkopf-Turnier, das am 31. Oktober im „La Piccola“ hätte stattfinden sollen. Aber auch im Sommer fanden dort keine großen Veranstaltungen statt, wie unter anderem Versammlungen der Schützenmitglieder. Zur aktuellen Schließung betonte der Inhaber: „Natürlich hätte man sich das anders gewünscht, aber die Gesundheit geht vor. Sehr schwierig ist es für die Restaurants, die nur Speisen vor Ort anbieten können.“ An eine vollständige Öffnung der Lokale im Dezember glaubt er bisher nicht.

Hammer Poat

Die Kneipe Hammer Poat konnte den ersten Lockdown dank der Spendenaktion „Stewwerter Immigrants“, bei der viele Stammkunden mitgemacht haben, gut überstehen. Da die Kneipe jedoch nur Getränke anbietet, fällt auch ein Außer-Haus-Verkauf weg, mit dem sich ansonsten manche Lokale über Wasser halten können. Daher hofft man hier auf die angekündigte Hilfe der Bundesregierung in Höhe von 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats. „Jeder hat seine eigene Meinung, was den jetzigen Lockdown betrifft. Die Gefahr, dass man sich ansteckt, ist immer da. Aber unsere Kunden haben sich immer alle an die Hygienemaßnahmen gehalten. Wir hatten keine Probleme“, betonte die Inhaberin des Hammer Poats. Im Frühjahr könne man wieder mehr Sitzplätze draußen anbieten. Im Winter ist dies jedoch schwierig: „Da ist man schon nach einer Stunde durchgefroren, auch mit einer Decke.“ Sie hofft jetzt, dass bald ein Impfstoff entwickelt und auf den Markt kommt. - von Melina Sievert

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