Nein zu sexuellem Missbrauch - Kita sorgt sich um Kinder

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Gefühle erkennen und zuordnen gehört zu den Themen, die die Kinder spielerisch lernen.

Walstedde – Gefühle erkennen und den Mut haben, „Nein“ zu sagen, schützt Kinder vor sexuellem Missbrauch. Die Kita St. Lambertus hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Schutzbefohlenen mit dem Projekt „Gemeinsam stark für Kinder“ zu unterstützen.

Am Freitagnachmittag stellte das Kita-Team das Projekt im Rahmen eines Präsentationsnachmittags allen Interessierten vor. Damit das gelingen kann, wurden Eltern, Kinder und Erzieherinnen mit ins Boot geholt.

Über drei Jahre dauert das Präventionsprojekt zum Schutz vor sexuellem Missbrauch an Kindern, das im Januar mit einer Fortbildung der Erzieherinnen startete. Es findet in Zusammenarbeit mit der Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung des Caritas-Verbandes und mit Unterstützung des Kinderschutzbundes statt. Einzelne Bausteine sind Team-Fortbildungen, Elternabende und ein Kindertraining mit den Vorschulkindern.

Am Freitagnachmittag erfuhren Eltern, Großeltern und alle Interessierten in Workshops, an Infoständen und mithilfe eines kurzen Infofilms, wie das Projekt im Einzelnen funktioniert. In ihrer Begrüßungsrede bedankte sich Erzieherin Silvia Schemmelmann im Namen des Teams bei den Kooperationspartnern, die das Projekt begleiten, und bei der Sparkasse Münsterland-Ost, die es durch ihre finanzielle Unterstützung erst ermöglicht hat.

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„Das Projekt richtet sich nicht nur an uns Große, sondern auch an die Kinder“, stellte sie fest. Ziel sei es, diese zu begleiten und dabei zu unterstützen, stark und mutig zu werden. „,Nein‘ und ,Stopp‘ sagen, muss gelernt werden“, erklärte sie.

Sie machen sich „gemeinsam stark für Kinder“ (von links): Simone Blinzler von der Sparkasse Münsterland Ost, Silvia Schemmelmannn von der Kita St. Lambertus, Christa Kortenbrede von der Fachstelle gegen sexuellen Misssbrauch vom Caritasverband Ahlen und Katrin Schwienhorst von der Erziehungsberatungstelle Ahlen.

Christa Kortenbrede von der Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch führte aus: „Kinder allein können sich nicht schützen, sie brauchen Erwachsene an ihrer Seite, die sie stärken und schützen.“ Die Präventionsarbeit sei eines der Herzstücke ihrer Arbeit. Das Projekt sei kein Crashkurs, sondern das Gelernte soll innerhalb von drei Jahren gefestigt und verinnerlicht werden.

Projekt mit Perspektive

Durchweg positiv beurteilt Kortenbrede die Arbeit mit den Erzieherinnen und Eltern. „Der Kurs verändert den Alltag auf Dauer“, berichtet sie. Es sei wichtig, die Grundkompetenzen spielerisch, trotz ernstem Thema, weiterzugeben. Wiederholungen helfen, die Dinge einzuprägen. 

Mit großem Eifer stellten die Kinder, Erzieherinnen und Eltern sogenannte Wutbälle her.

In allen drei Gruppen – Bärenhöhle, Mauseloch und Spatzennest – warteten Angebote auf die Eltern und Kinder. So konnten Wutbälle – das sind Luftballons mit Mehlfüllung – hergestellt und Bildern Gefühlen zugeordnet werden. Spezielle Kinderbücher zum Thema lagen zur Einsicht und zum Vorlesen aus. In einem Raum bestand die Möglichkeit, das Projekt in einem Kurzfilm besser kennenzulernen. Später stellten die Kinder einige Spiele vor, die sie beim Kindertraining kennengelernt hatten. So mussten sie sich mit den Rücken gegeneinander setzen und sich gegenseitig wegdrücken oder in Rollenspielen ganz deutlich „Nein“ sagen. Auch Eltern, die Lust hatten, konnten die Spiele ausprobieren.

Sofortige Effekte

Dass das Kindertraining effizient war, habe man direkt nach der ersten Stunde gespürt. „,Nein‘ und ,Stopp‘ ist bei den 14 Maxikindern seitdem hoch im Kurs“, berichtet Silvia Schemmelmann begeistert.

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