Missbrauch: Kirchengericht spricht Pfarrer frei

RINKERODE -  Der ehemalige Pfarrer der St. Pankratius-Gemeinde in Rinkerode, Adalbert Helmsorig, ist nun vollkommen rehabilitiert. Das Kirchengericht im Bistum Münster hat ihn im Rahmen eines kirchlichen Strafverfahrens vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen jetzt freigesprochen.

Bereits im Jahr 2010 hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Geistlichen eingestellt. em Geistlichen war – aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe – bislang verboten, öffentlich die Heilige Messe zu feiern und seine weiteren priesterlichen Tätigkeiten auszuüben. Dieses Verbot wurde mit dem Freispruch nun aufgehoben.

Der vermutete Missbrauchsfall sollte sich bereits vor seiner Amtszeit in Rinkerode ereignet haben.

Er telefonierte mit Helmsorig nach dem Urteil und zeigte sich von der Entscheidung des Kirchengerichts erfreut: Pfarrer Matthias Hembrock

Dem Geistlichen wurde vorgeworfen 1970 einen 11-Jährigen Messdiener aus Ostbevern auf einer Fahrt missbraucht haben. Das damalige Opfer hatte sich öffentlich zu dem Vorfall geäußert und den Pfarrer des Missbrauchs beschuldigt. Für diesen Vorwurf sah das Kirchengericht nun keine ausreichenden Hinweise. Nach dem die Vorwürfe bekannt wurden, wurde aus Ostbevern das Bistum Münster eingeschaltet, das Verfahren nahm seinen Lauf. Bischof Felix Genn hatte Helmsorig von allen priesterlichen Diensten entbunden. In Drensteinfurt und Rinkerode hatten die Vorwürfe große Erschütterungen hervorgerufen. Viele Vertrauensbeweise gab es für den Geistlichen.

Nach dem Urteil des Kirchengerichtes hat Pfarrer Matthias Hembrock mit Helmsorig telefoniert und ihm mitgeteilt, dass er sich sehr freue, dass die damaligen Anschuldigungen vor dem kirchlichen Gericht keinen Bestand mehr haben und er nun wieder die priesterlichen Dienste ausüben könne.

Pfarrer Helmsorig wurde im Juni 2001 in den Ruhestand verabschiedet und lebt seitdem in Eslohe im Sauerland.

Die Vorwürfe gegen den Geistlichen haben hohe Wellen geschlagen, machte Hembrock gestern deutlich. Viele Menschen hätten nun das berechtigte Interesse, über den Stand der Dinge informiert zu werden. Daher lädt der Drensteinfurter Pfarrer nun wieder zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Am kommenden Mittwoch, 20. März, wird auch ein Vertreter des Bistums um 20 Uhr nach Rinkerode kommen und im Pfarrzentrum Stellung beziehen. - war

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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