Schulen in Drensteinfurt sehen sich für den Start gut vorbereitet , keine Luftfilter

Präsenzunterricht für alle mit Maske

Einschulung 2020 in Drensteinfurt
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Ans Tragen einer Maske müssen sich die Erstklässler gewöhnen.

Für die Erstklässler beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie fiebern der Einschulung am Donnerstag entgegen. Für alle anderen Schüler geht es nach den Sommerferien zurück in den Alltag. Trotz der steigenden Inzidenzen soll der so normal wie möglich ablaufen und in Präsenz stattfinden. Welche besonderen Vorkehrungen treffen die drei Grundschulen und die Sekundarschule der Stadt zum Start? Wie oft wird getestet und wie gelüftet? Und inwieweit sind die Kollegien geimpft? Der WA hat sich bei den vier Schulleiterinnen erkundigt.

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – Die drei der Grundschulen – Claudia Voß (Drensteinfurt), Birgitta von Rosenstiel (Walstedde) und Jutta Nienhaus (Rinkerode) – haben sich in der vergangenen Woche getroffen, um die aktuellen Infos aus der Coronabetreuungsverordnung und den Schulmails vom Landesministerium für Schule und Bildung zu sichten. „Wir haben geschaut, was sind die Unterschiede zum letzten Schuljahr, uns ausgetauscht und abgestimmt, um einfach sicherer zu sein“, berichtet Nienhaus.

Grundschule Rinkerode

In der katholischen Grundschule Rinkerode gab es zudem am Freitag eine Sitzung der Steuergruppe und am Montag eine allgemeine Konferenz, um die genaue Umsetzung der Vorgaben festzulegen. Um Begegnungen zu vermeiden, werden vier verschiedene Eingänge genutzt. „Pro Jahrgang gibt es einen Eingang“, sagt Leiterin Jutta Nienhaus. Außerdem hat jede Klasse eine eigene Toilette. Die Hygieneregeln wie Händewaschen und Desinfizieren seien klar. Alles andere wie die Maskenpflicht in Innenräumen und die Nachverfolgbarkeit sei durch die Vorgaben vom Land geregelt.

Jutta Nienhaus, Rektorin Katholische Grundschule Rinkerode: „Dadurch, dass wir eine Grundschule sind, können wir natürlich viel Klassenlehrer-Unterricht machen, sodass die Gruppen relativ konstant sind.“

„Dadurch, dass wir eine Grundschule sind, können wir natürlich viel Klassenlehrer-Unterricht machen, sodass die Gruppen relativ konstant sind“, sagt Nienhaus weiter. Die Erstklässler sollen sich vor der Einschulung testen lassen. „Das ist empfohlen, einfordern dürfen wir es nicht. Aber wir bitten dringend darum.“ Alle Zweit- bis Viertklässler werden direkt am ersten Schultag getestet. Danach nutzen die Erst- und Zweitklässler montags und mittwochs die Lolli-Tests, die Dritt- und Viertklässler dienstags und donnerstags. „Dann gehen die Tests ans Labor. Bis morgens um 6 Uhr haben wir Schulleiter die Ergebnisse“, erklärt Nienhaus.

Die Anschaffung von Luftfiltern sei ein „groß diskutiertes Thema“, sagt Nienhaus. „Man muss, glaube ich, aufpassen, dass man nicht dem Irrglauben erliegt: Wenn ich Luftfilter habe, ist alles in Ordnung.“ Die Geräte könnten nicht die geltenden AHA+L-Maßnahmen ersetzen. Die Leiterin sieht für ihre Schule in dieser Hinsicht keine Probleme. „Wir können in allen Räumen mindestens in zwei Richtungen durchlüften, in der Hälfte sogar in drei Richtungen und arbeiten fast immer bei offenen Fenstern. Erst wenn es bitterkalt ist, machen wir sie für einen Moment zu“, sagt Nienhaus.

Trotz aller Vorkehrungen hat Nienhaus Sorgen, was den Schulstart betrifft. „Ja, natürlich“, sagt sie und spricht die undurchsichtige Quarantäneverordnung an. Durch die Lolli-Tests fühlt sie sich aber „sehr viel besser aufgestellt als im letzten Jahr. Wir können nur hoffen, dass bei uns weiterhin alles so gut läuft wie im letzten Jahr, als wir nur einen einzigen Infektionsfall hatten.“

Wie viel Prozent des Kollegiums geimpft ist, darf Nienhaus eigenen Angaben zufolge nicht preisgeben. „Das betrifft personenbezogene Daten“, sagt sie.

Grundschule Drensteinfurt

Auch die bisherige Konrektorin und nun kommissarische Leiterin der Kardinal-von-Galen-Grundschule, Claudia Voß, möchte diesbezüglich aus dem gleichen Grund keine genaue Auskunft geben. Nur so viel: Der Großteil sei geimpft.

Claudia Voß, kommissarische Leiterin der Kardinal-von-Galen-Grundschule: „Die Jahrgänge haben zu anderen Zeiten Pause, damit sich nicht die ganze Masse mischt.“

Um den zweiten Schulstart in Corona-Zeiten vorzubereiten, gab es auch in Drensteinfurt Lehrerkonferenzen, bei denen alles genau besprochen wurde. Die Einschulung am Donnerstag wird entzerrt. „Wir schulen klassenweise ein, dementsprechend gibt es bei uns andere Modalitäten“, sagt Voß. Mit dem Elternbrief, der am Donnerstag rausgeschickt wurde und in dem das Wichtigste zum Schulstart steht, gibt es ein Formular zur Kontaktverfolgung. „So können die Eltern die Personen eintragen, die sie mitbringen.“ Die Teilnehmergruppen sollen sich möglichst nicht mischen.

Beginn ist für alle Schüler um 8 Uhr. Weil das Schulgebäude am Windmühlenweg groß ist, nutzten die Kinder ohnehin verschiedene Eingänge. „Und gehen dann direkt in die Klassen“, sagt Voß. Um Ansammlungen von Schülern zu vermeiden, gibt es aber weiterhin versetzte Pausen. „Die Jahrgänge haben zu anderen Zeiten Pause, damit sich nicht die ganze Masse mischt.“

Spezielle Luftfilter gibt es keine in der Stewwerter Grundschule. Die Räume seien alle gut zu lüften, sagt Voß. Sie hat allerdings die Anfrage an die Stadt als Schulträger gestellt, ob es die Möglichkeit gibt, CO2-Messgeräte anzuschaffen. „Nicht für jede Klasse, aber dass man den mal herumgeben kann, um zu gucken, wie das eigene Lüftungsverhalten ist.“

Großartig Bedenken hat Voß vor den ersten Tagen des Schuljahres nicht. „Wir haben schon viele Erfahrungen gemacht und auch gelernt, mit der Situation umzugehen“, sagt sie. Für alle Beteiligten sei es wichtig, „dass wir uns hier in Präsenz sehen. Und dann machen wir gemeinsam mit den Eltern das Beste draus.“

Grundschule Walstedde

Auch die Lambertus-Grundschule sieht sich gut vorbereitet. „Die Vorgaben vom Land sind eindeutig“, sagt Rektorin Birgitta von Rosenstiel. Sie und ihr Team hätten die gleichen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus getroffen wie zum Abschluss des vergangenen Schuljahres. „Die Bedingungen haben sich erst mal nicht geändert – außer dass wir die Klassen zusammenführen können.“ Bislang waren die Schüler in Kleingruppen aufgeteilt. Auch von Rosenstiel hat alle Informationen vom Ministerium in einem Elternbrief zusammengefasst.

Birgitta von Rosenstiel, Leiterin der Lambertus-Grundschule in Walstedde:  „In dieser Woche werden alle Kinder der Jahrgänge zwei bis vier auf einmal getestet.“

Wie in Rinkerode hat in Walstedde jeder Jahrgang seinen eigenen Eingang. Getestet wird zwei Mal pro Woche (Lolli-Methode). „In dieser Woche werden alle Kinder der Jahrgänge zwei bis vier auf einmal getestet“, sagt die Schulleiterin. Die Erstklässler und deren Eltern – mehr sind nicht eingeladen – sollen sich testen (lassen), um das Risiko zu minimieren. Kontrolliert werde das aber nicht, so von Rosenstiel. In den folgenden Wochen sind die Schüler der Klassen eins und zwei montags und mittwochs mit dem Testen dran und die der Jahrgänge drei und vier dienstags und donnerstags.

„Was sehr erfreulich ist, dass unsere Zusatzangebote in den Bereichen Musik und Sport wieder stattfinden können – draußen oder in einem Raum, der ständig durchlüftet ist, mit bis zu 30 Personen“, sagt von Rosenstiel. Querlüftung sei kein Problem. „Auf die Luftfilter bin ich nicht so scharf. Die Bewertungen sind sehr unterschiedlich. Sie machen alle Geräusche und sind sehr teuer. Wir setzen mehr auf das normale Lüften. Außerdem sind unsere Lerngruppen relativ klein.“

Während sich die Grundschüler noch nicht impfen lassen können, ist die Akzeptanz bei den Beschäftigten sehr hoch. „Wir haben circa 40 Mitarbeiter, von denen sind 38 geimpft“, sagt Birgitta von Rosenstiel.

Auch deswegen halten sich die Sorgen in Grenzen. „Ich sehe das Ganze ziemlich gelassen. Wir tun, was wir tun können. Das haben wir in den letzten eineinhalb Jahren bewiesen“, sagt die Rektorin. Die Walstedder Grundschule sei gewappnet. „Wir haben für verschiedene Szenarien Konzepte und können von jetzt auf gleich wieder in den Distanzunterricht gehen, wenn es denn sein muss. Aber wir können auch in Präsenz alle Schüler hier unterrichten – alle. Das ist von der personellen Ausstattung und auch von den Räumlichkeiten möglich“, unterstreicht von Rosenstiel.

Wie läuft die Einschulung ab?

Rinkerode: Um 10 Uhr beginnt am Donnerstag, 19. August, ein Gottesdienst auf der Pfarrwiese. Im Anschluss gibt es eine kurze Ansprache an der Schule, ehe die Kinder in die Klassenzimmer gehen. Es gibt zwei Klassen à 19 Kinder. Lehrerin der 1a ist Julia Brüggemann, der 1b Claudia Mester.

Drensteinfurt: Pro Klasse gibt es einen Termin. Die Einschulungen finden zeitversetzt (9, 9.45, 10.30, 11.15 Uhr) und an verschiedenen Orten (Schulhof und Kunstrasenplatz) statt. 96 Erstklässler gibt es insgesamt, in jeder Klasse 24. Die Klassenlehrerinnen sind Maria Müller (1a), Judith Chlubek (1b), Martina Heinrichs (1c) und Andrea Groß Weege (1d). Einen gemeinsamen Einschulungsgottesdienst gibt es nicht. Pfarrer Jörg Schlummer (katholische Kirche) und Gemeindepädagoge Kevin Stuckenschnieder (evangelische Kirche) besuchen die Erstklässler dafür am Freitag klassenweise.

Walstedde: Der Gottesdienst startet um 8.30 Uhr, danach geht es gegen 9 Uhr auf den Schulhof. 38 Kinder werden am Donnerstag an der Lambertus-Grundschule begrüßt. „Wir bilden keine Klassen, sondern haben das Jahrgangssystem mit verschiedenen Differenzierungsgruppen“, sagt Rektorin Birgitta von Rosenstiel. Die beiden Jahrgangslehrerinnen sind Ines Schmidt-Peters und Jutta Angelkort.

Teamschule Drensteinfurt

Die Stewwerter Sekundarschule, an der 60 Fünftklässler begrüßt werden, bleibt bei ihrem Hygienekonzept. „Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, haben sich bewährt“, sagt Leiterin Anja Sachsenhausen. Die Schulgemeinschaft sei informiert. „Grundsätzlich ist es so, dass es in den Klassen aufgefrischt wird. Die Klassenlehrer haben den Auftrag, das am Mittwoch zu thematisieren und zu gucken, wo die Schüler stehen.“ Es gehe ja nicht nur darum, die Konzepte einzuhalten, sondern auch darum, die Kinder und Jugendlichen im Blickpunkt zu halten.

Anja Sachsenhausen, Leiterin der Teamschule: „Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, haben sich bewährt.“

Die vom Land gestellten Antigen-Selbsttests nutzen nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer. Die sind laut Sachsenhausen zwar alle geimpft und müssten sich daher nicht testen, werden es aber regelmäßig tun. „Das ist für alle sicherer, die zwei Minuten schaden keinem.“

Für den Sportunterricht in der Halle gilt, dass die Maskenpflicht aufgehoben ist, wenn die Abstände eingehalten werden können. „Wir bemühen uns aber, dass wir draußen oder an einem alternativen Ort Sport treiben. Wenn das Wetter schön ist, gehen wir weiter schwimmen“, sagt Sachsenhausen.

Luftfilter gibt es auch in der Teamschule nicht. „Das Landesprogramm läuft ja gerade erst an. Der Schulträger ist im Boot und auch der, der letztendlich die Entscheidungen trifft“, sagt Sachsenhausen. Die Räume ordentlich zu lüften, sei kein Problem. „Wir können hier zu jeder Zeit alle Fenster öffnen.“

Sachsenhausen ist nach dem Austausch mit den Kollegen optimistisch: „Das, was wir tun können, tun wir. Das hat im vergangenen Jahr Erfolg gebracht. Wir sind verdammt gut durch die Pandemie gekommen.“ Sollten die Maßnahmen wieder verschärft werden, „werden wir situationsangemessen handeln“, sagt die Schulleiterin. Und: „Wir sind mit i-Pads so ausgestattet, dass jedes Kind eins mit nach Hause kriegt.“

Maskenpflicht und Testungen

Im neuen Schuljahr besteht eine grundsätzliche Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-Maske) für alle Personen im Innenbereich der Schulen – auch während des Unterrichts. Diese Pflicht besteht unabhängig von einer Immunisierung durch Impfung oder Genesung. Auf dem übrigen Schulgelände kann auf das Tragen einer Maske verzichtet werden. Für den Sportunterricht gilt die Maskenpflicht nur dann, wenn Abstände nicht eingehalten werden können. Sport im Freien kann dagegen uneingeschränkt stattfinden.

Mit Beginn des Schuljahres bleiben die wöchentlichen Testungen sowie der Testzyklus erhalten. Von dieser Verpflichtung sind vollständig geimpfte und genesene Personen ausgenommen. In den weiterführenden Schulen kommen wie bisher die Antigen-Selbsttests, in den Grund- und Förderschulen sowie weiteren Schulen mit Primarstufe die PCR-basierten Lolli-Tests zum Einsatz.

Quelle: www.schulministerium.nrw

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