Rockband mit Gesang

Proben ja, auftreten nein: Öffentliche Schülervorspiele der Musikschule sind wegen Corona nicht möglich

Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Öffentliche Schülervorspiele wie vor einem Jahr in Drensteinfurt sind derzeit nicht möglich.
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Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Öffentliche Schülervorspiele wie vor einem Jahr sind derzeit nicht möglich.

Eigentlich wäre am Sonntagmorgen im Kulturbahnhof Musik erklungen: Gitarrenakkorde, Geigenklänge und Flötentöne – doch das ursprünglich für den 27. September geplante Schülervorspiel der Schule für Musik im Kreis Warendorf musste wegen Corona abgesagt werden.

Drensteinfurt – Und da geht es der Drensteinfurter Zweigstelle genauso wie allen anderen Standorten der Schule für Musik. „Auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen müssen alle Schülerkonzerte bis zum Jahresende leider ohne öffentliches Publikum stattfinden!“ So steht es in fetter Schrift auf der Veranstaltungsseite der Musikschule. Lediglich zwei Lehrerkonzerte mit Musikschulleiter Holger Blüder Mitte November in Oelde sind dort notiert, ansonsten herrscht gähnende Leere auf der Seite.

Gähnende Leere herrscht zumindest nicht in den Räumen der Schule für Musik im Kulturbahnhof. „Die Nachfrage hat auch in Corona-Zeiten nicht nachgelassen“, berichtet Zweigstellenleiter Daniel Tillkorn. Über 650 Schüler lernen in Drensteinfurt bei 20 Lehrkräften ein Instrument.

Alternativen zum Präsenzunterricht

Schwierig sei es nur zu Beginn der Pandemie gewesen, als während des Lockdowns kein Präsenzunterricht stattfinden konnte, erinnert sich Tillkorn. „Da haben wir online über Skype und Co. Kontakt zu den Schülern gehalten und beispielsweise Wochenaufgaben verteilt.“

Jetzt könne zumindest Einzelunterricht wieder stattfinden – und in entsprechend großen Räumen auch kleine Gruppen von drei bis vier Schülern üben. So könne man die geltenden Abstandsregeln einhalten, versichert Tillkorn. Und er verweist auch auf die Klimaanlage, die Luft absauge.

Streichorchester kann nicht proben

Gleichwohl müsse man sich derzeit wegen der Corona-Krise noch einschränken. „Wir haben in Drensteinfurt ein kleines Streichorchester. Das kann natürlich nicht gemeinsam proben“, erklärt Tillkorn. Er hofft, die Schüler, die derzeit getrennt proben, wenn sich die Corona-Lage entspannt, wieder im Orchester zusammenführen zu können. Allerdings steigen gerade die Zahlen der Infizierten wieder.

Dabei ist das Streichorchester eines der Aushängeschilder der Drensteinfurter Musikschulfiliale. „Das ist schon etwas Besonderes“, findet Tillkorn. Zudem habe die Musikschule einen großen Jazzbereich. Und so reicht das Repertoire, das im Kulturbahnhof gelehrt wird, von Barockmusik über Klassik bis hin zu aktuellen Charthits.

Rockband mit Gesang

„Gerade die Zwölf- bis 15-Jährigen möchten ihre Lieblingsmusik, die sie aus dem Radio kennen, nachspielen“, berichtet Tillkorn. Und da hätten sich manche Lehrer, die allesamt eine klassische Ausbildung genossen haben, auch ein wenig umstellen müssen, räumt der Zweigstellenleiter ein. Heute könne man jedem etwas anbieten – „auch denjenigen, die mit Mozart und Bach nichts anfangen können“. So habe die Drensteinfurter Musikschulfiliale auch eine kleine Rockband mit Gesang.

Doch bis die Band und andere Ensembles öffentlich auftreten können, wird es wohl noch dauern. Immerhin, so viel verriet Musikschulleiter Holger Blüder, wird es im Dezember in der Teamschule ein internes Vorspiel des Rock-Pop-Bereichs geben. Insgesamt seien kreisweit noch zehn bis zwölf interne Schülervorspiele geplant. Diese finden allerdings mit nur sechs bis sieben – und nicht wie sonst mit deutlich mehr – Schülern statt. Und diese dürfen nur vor einem ausgewählten, reduzierten Zuhörerkreis spielen.

Corona-Schutzmaßnahmen im Kulturbahnhof

„Wir müssen eine Rückverfolgbarkeit ermöglichen und natürlich entsprechende Abstände einhalten“, betont Blüder. Aber er sei vom Grunde seines Wesens ein positiv denkender Mensch, sagt Blüder schmunzelnd. „Ich bin sicher, dass wir bis Mitte kommenden Jahres noch mit den Corona-Einschränkungen werden leben müssen, dann aber hoffentlich wieder öffentlich Konzerte geben können.“

Bei einem Einbruch im Kulturbahnhof in Drensteinfurt wurden hochwertige Instrumente geklaut. Unter anderem fehlt ein Kontrabass, ein Barockcello, eine Geige und ein teurer Bogen

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