Jugendkulturwoche: Es wird gruselig und blumig

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Es soll noch gruselig werden beim Film-Workshop im Rahmen der Jugendkulturwoche. Sie wird von Pasquale Fuchs und Alina Tordeurs (im Hintergrund) geleitet, die auch die Szenen filmen und hinterher bearbeiten.

Drensteinfurt – Kreativität ist Trumpf in der Jugendkulturwoche, bei der es gleich am Wochenanfang auf Initiative von Kulturbahnhof, Jugendwerk Driwa, Teamschule und Kulturrucksack NRW zwei Höhepunkte gab.

„Film ab“ heißt es seit Montagmorgen im Kulturbahnhof für acht Teilnehmer. Drei Tage, immer von 10 Uhr bis 14 Uhr, führen Pasquale Fuchs und Alina Tordeurs die Teilnehmer in die Kunst der Filmproduktion ein. Beide Referenten haben bereits bei kleinen Filmen mitgewirkt und schon eigene Filme erstellt. Am Anfang stand die Frage „Welchen Film wollen wir denn drehen?“ im Raum.

Dabei, so erklärte Fuchs, müssen sowohl Genre als auch Ort, Inhalt und Rollen bestimmt werden. Gemeinsam trugen die Jugendlichen ihre Ideen zusammen. Recht schnell kristallisierte sich das Thema „Grusel und Halloween“ heraus. Den beiden Verantwortlichen kam das Thema gelegen, haben sie doch bereits umfangreiche Erfahrungen als Schauspieler zu Halloween im Moviepark gesammelt.

Die Rollen wurden bestimmt, dabei wurde jeder Figur ein eigener Charakter zugeordnet. Noemi entschied sich für eine taffe Figur, ihre Freundin Erika wollte lieber den „Angsthasen“ verkörpern und Linus die Persönlichkeit, die immer gleich ausflippt. Dann mussten sich Felix und Louis, die sich eine gruselige Rolle wünschten, entscheiden, ob sie Zombie, Geist oder Monster sein wollen.

Uraufführung an Halloween

Erst wenn das Drehbuch steht, geht es an die praktische Arbeit. Dazu gehören die Kostüme ebenso wie das Make-up und der gestaltete Ort. 10 bis 15 Minuten soll der Film dauern. „Dafür müssen wir acht Stunden drehen“, erklärte Fuchs. Jeder der Teilnehmer bekommt eine oder mehrere Rollen. Gefilmt wird in erster Linie von den beiden Referenten, die auch das Zusammenschneiden der Sequenzen übernehmen. Jugendliche, die Lust haben, am Nachbearbeitungsprozess mitzuarbeiten, können am Nachmittag freiwillig mithelfen.

Zu Halloween, so stellte Fuchs in Aussicht, wird der fertige Film als Premiere im Café Kidz uraufgeführt und kann später dann auch auf der Videoplattform Youtube angesehen werden.

Aus Baumberger Sandstein sollen im Bildhauer-Workshop unter Leitung von Christoph Hetzel kleine Skulpturen entstehen.

Bildhauerei im Kulturbahnhof

Mit Hammer, Meißel und Feile entstanden am Montagnachmittag etliche individuelle Kunstwerke aus Baumberger Sandstein. Zehn Jugendliche waren zum Workshop Bildhauerei in den Kulturbahnhof gekommen.

Zu Beginn führte der freischaffende Künstler, Bildhauer und Steinmetz Christoph Hetzel theoretisch in die Arbeit des Bildhauers ein. Dabei verriet er den „jungen Steinmetzen“, dass er besonders viel mit Baumberger Sandstein arbeite. Dieser sehe nicht nur gut aus, sondern lasse sich auch gut bearbeiten.

„Das ist fast wie Picken“

Am Anfang steht die Frage, was man in den Stein schlagen möchte. Das Motiv wird dann mit einem Bleistift auf den Stein gemalt. „Euer Radiergummi ist beim Sandstein das Schleifpapier“, verrät Hetzel. Dann nimmt der Linkshänder den Knüpfel in die rechte und den Reißhammer in die linke Hand und beginnt, die vorgemalte Blume auszuschlagen.

Dabei erklärt er dem Nachwuchs, dass immer schräg und besonders vorsichtig gehauen werden muss. „Das ist fast wie Picken“, sagt er. Ist die erste Schicht entfernt, wird mit dem Spitzeisen weitergearbeitet, ehe es mit dem Flacheisen an die tieferen Schichten geht. „Für Unebenheiten braucht ihr Raspel und Feile“, fügt er ergänzend hinzu, „und wer eine raue Struktur möchte, nimmt sich das Scharriereisen“.

"Schutzbrille auf und los geht’s“

Doch bevor es losgeht, müssen die Sandsteine, die Hetzel mitgebracht hat, erst gespalten werden. „Wer möchte den Stein teilen?“; fragt er in die Runde. Sofort meldet sich Leo, um den Anfang zu machen. Nach und nach werden die Steine geteilt, sodass jeder einen eigenen bekommt.

Als alle ihr Motiv aufgemalt haben, fordert der Künstler die Kinder auf: „Schutzbrille aufsetzen und los geht’s.“ Eifrig sind die Kids bei der Sache, arbeiten konzentriert und begeistert mit Knüpfel und Eisen.

Henning, Mira, Stella, Katharina, Josephine, Sophie, Sarah, Leo, Mare und Rike sind zufrieden und freuen sich daran, wie das Kunstwerk unter ihren Händen langsam Gestalt annimmt. Und wenn sie mal nicht klarkommen, ist der Bildhauer da, der für jedes Problem eine Lösung weiß.

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