Mit dem Sauger gegen giftige Raupen in Eichen

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Mit einem Spezialsauger entfernte Schädlingsbekämpfer Guido Preker einen Kokon mit Eichenprozessionsspinnern aus dem Garten von Dr. Heinrich Binsfeld.

Drensteinfurt - Der Eichenprozessionsspinner, der viele städtische Eichen in allen drei Ortsteilen befallen hat, macht auch vor Privatgärten nicht halt. Im Garten von Dr. Heinrich Binsfeld befindet sich ein Kokon mit zahlreichen giftigen Raupen in einem Baum in einer Höhe von etwa drei Metern. Sie müssen weg. Aber wie?

Da die Eiche nahe der Straße steht, die täglich von vielen Schulkindern frequentiert wird, wollte der Mediziner die gefährlichen Schädlinge loswerden. Zunächst informierte er die Stadt. „Leider bekam ich dort keine Hilfe und auch keinen vernünftigen Rat“, berichtet er. „Ich hätte mir eine Adresse gewünscht, an die ich mich wenden kann“, so Binsfeld. 

„In privaten Gärten darf die Stadt gar nicht aktiv werden“, so Hans-Ulrich Herding, Leiter des Umweltamtes der Stadt. Er gebe den Ratsuchenden die Empfehlung, sich einen Schädlingsbekämpfer aus dem Internet zu suchen. Die Stadt selbst arbeite mit einer Schädlingsbekämpfungsfirma aus Herbern zusammen, aber diese sei für die nächsten fünf Wochen ausgebucht. „Privatleute bekommen da derzeit keinen Termin“, so Herding.

Mit Sauger und Sicherheitskleidung

Binsfeld wurde selbst aktiv. Erst nach mehreren Telefongesprächen mit Schädlingsbekämpfern und Landschaftsgärtnern traf er auf Guido Preker von der Schädlingsbekämpfungsfirma Hygatec in Werl, der noch Kapazitäten frei hatte. Am Mittwochmittag rückte dieser mit Sauger und Sicherheitskleidung an, um die Raupen abzusaugen. 

Schädlingsbekämpfer Preker war zuvor in Hamm im Einsatz. Hier klicken!

Im Stadium der Brennhaare, also ab dem Monat Mai, sei dies die einzig mögliche Art, die Raupen loszuwerden. Werden sie schon im April entdeckt, sei ebenso eine chemische Bekämpfung mit Gift möglich, so der Experte. „Wir haben im Moment im Schnitt drei bis zehn Einsätze täglich, nur um den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen“, sagte Preker und fügte hinzu: „Das warme Klima begünstigt die Ausbreitung der Schädlinge aus dem südlichen Raum.“

"Von Allergien bis zu Verbrennungen alles möglich"

Auch Einsätze wegen Buchsbaumzünslern und Dickmaulrüsslern an Eiben hätten in diesem Jahr deutlich zugenommen. Viele Gartenbesitzer würden aus finanziellen Gründen die Raupe privat aber nicht entfernen lassen, so der Schädlingsbekämpfer. Allein das Material für Sicherheitskleidung und Filter koste 100 Euro. Für Binsfeld war das aber keine Option. „Wer einmal gesehen hat, was die Brennhaare der Raupe anrichten können, der weiß, dass er das nicht haben will“, versichert der Internist. Von Allergien bis zu Verbrennungen sei alles möglich.

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