Rosige Aussichten auf dem Arbeitsmarkt

DRENSTEINFURT ▪ Durchschnittlich 8 959 Menschen waren 2010 im Kreis Warendorf arbeitslos, das sind deutlich weniger als erwartet. „Die vorausgegangene Wirtschaftskrise hinterließ ihre Spuren am Arbeitsmarkt, allerdings weniger tief als befürchtet“, fasst Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen die Entwicklungen im vergangenen Jahr zusammen.

„Die Zahl der Arbeitslosen ist seit Februar rückläufig, die Kurzarbeit hat ihren Höhepunkt längst überschritten und die Nachfrage nach Arbeitskräften legt seit Jahresbeginn deutlich zu“, sagt er. „Die Unternehmen in unserer Region haben in der Krise mit Blick auf den demografischen Wandel und den zukünftigen Bedarf an Fachkräften vorausschauend gehandelt. So wurden mit 1 700 Ausbildungsstellen vier Prozent mehr gemeldet als im Vorjahr. Um qualifizierte Mitarbeiter halten zu können, wurden außerdem flexible Arbeitszeitmodelle und Kurzarbeit intensiv genutzt“, erläutert Fahnemann.

Seit Februar nahm die Arbeitslosigkeit tendenziell ab, lediglich im Juli stieg die Zahl kurzfristig saisonbedingt aufgrund endender Ausbildungen an, lag aber trotzdem unter den Vorjahreswerten. Dieser Trend setzte sich im weiteren Jahresverlauf fort. Trotz des witterungsbedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Dezember blieb die Quote 0,5 Prozentpunkte unter dem Wert von Dezember 2009. „Bei den ungünstigen Witterungsverhältnissen gerade in den Außenberufen ist eine Zunahme um 64 Personen äußerst moderat. Im Dezember 2009 stieg die Arbeitslosigkeit um 146 Personen. Die konjunkturelle Erholung dürfte hier einen größeren Anstieg kompensiert haben“, so Fahnemann.

Die konjunkturelle Entwicklung und die Verbesserung des Arbeitsmarktes spiegeln sich auch in der Unterbeschäftigung. Sie zeigt, wie viele Menschen eine Arbeit suchen, auch wenn sie per Definition nicht zu den Arbeitslosen gezählt werden. Die Unterbeschäftigung verringerte sich bereits seit Januar kontinuierlich. Ende Dezember lag sie bei 10 080 Personen. Das sind 11 Prozent weniger als 2009.

Von der insgesamt positiven Entwicklung profitierten insbesondere Jugendliche, gut ausgebildete und flexible Arbeitskräfte unter 25 Jahren. Die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen lag im Durchschnitt um 3,1 Prozent unter Vorjahresniveau.

Wenig oder kaum vom Aufschwung profitieren konnten bislang Ältere, Schwerbehinderte und Langzeitarbeitslose. Die Arbeitslosigkeit liegt hier teilweise über den Vorjahreswerten. „Der Fachkräftebedarf wird steigen und nicht mehr allein durch junge Fachkräfte ausgeglichen werden können. Wir müssen daher unseren Blick auf das gesamte Arbeitskräftepotenzial erweitern“, fordert Fahnemann.

Nach den aktuellen Prognosen ist mit einer weiteren positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. „Für den Kreis Warendorf bin ich optimistisch, dass sich die Arbeitslosigkeit weiter verringern wird und wir in diesem Jahr die Marke von 8 000 deutlich unterschreiten werden. Eine positive Entwicklung erwarte ich besonders im Bau-Handwerk, im Metall- sowie Elektrobereich“, ist der Agenturleiter zuversichtlich. ▪ da

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