Alte Post und Haus Venne weiter beliebt

Romantische Kulisse zieht Paare an: Weniger Trauungen im Corona-Jahr

Romantischer Rahmen: Hochzeiten im Haus Venne in Mersch sind beliebt.
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Romantischer Rahmen: Hochzeiten im Haus Venne in Mersch sind beliebt.

Hochzeitsfeiern werden immer größer und aufwendiger, diesen Trend stellt auch die Drensteinfurter Standesbeamtin Christiane Helmrich fest. Das passt natürlich so gar nicht zu den Corona-Auflagen, die das Jahr 2020 weitgehend bestimmt haben und auch jetzt noch keinen ausschweifenden Rahmen mit Familie und Freunden zulassen.

Drensteinfurt – 78 Paare haben sich im vergangenen Jahr in Drensteinfurt das Ja-Wort gegeben. Eine Zahl, die deutlich unter dem Durchschnitt von 90 bis 100 Hochzeiten liegt – und erst recht unter der Rekordzahl von 110 Hochzeiten im Jahr 2019. Christiane Helmrich hat für Absagen viel Verständnis: „Die meisten meiner Brautpaare möchten natürlich mit Familie und Freunden heiraten – und danach entsprechend feiern.“ Und das könne man derzeit ja nicht mal zuhause.

In mancher größeren Stadt sei die Zahl der Hochzeiten weniger zurück gegangen – „dort finden allerdings oft auch formelle Eheschließungen statt“, erklärt Christiane Helmrich. „Unsere Trauorte ziehen jedoch vor allem Paare an, die in schöner Umgebung entsprechend groß feiern möchten.“ Das gilt für die Alte Post, aber noch mehr für Haus Venne in Mersch, das mittlerweile etliche Heiratswillige anzieht, die nicht aus Drensteinfurt und dem unmittelbaren Umland kommen. Das Wasserschloss bietet eine romantische Kulisse für die Trauung sowie auf Wunsch Räumlichkeiten für die ganze Feier.

Corona-Regeln bei Trauungen

Eine Hochzeit ist für Februar angesetzt, die nach derzeitigem Stand auch stattfindet. „Die Brautleute wissen um die Vorgaben und wollen bewusst in diesem Rahmen heiraten“, sagt Christiane Helmrich. Was die Corona-Vorgaben sind? „Im Moment sind hier maximal acht Beteiligte erlaubt“, erläutert die Standesbeamtin und zählt auf: „Das Brautpaar kommt mit den Trauzeugen, die Eltern dürfen bei uns ebenfalls dabei sein, das geben die Räume her.“ Das alles bleibt natürlich abhängig von aktuellen Entscheidungen und kann sich kurzfristig ändern.

Zu den weiteren Vorsichtsmaßnahmen gehören die üblichen wie Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel. Christiane Helmrich sitzt während der Trauung hinter einer Glasscheibe. Auch draußen vor dem Standesamt darf sich keine Gesellschaft versammeln. „Der beliebte Sektempfang, der häufig zum Beispiel von den Trauzeugen organisiert wird, fällt natürlich aus.“

Trauungen mit Maske und Abstand

Die ersten Hochzeiten mit Maske und ohne große Gesellschaft seien schon merkwürdig gewesen, stellt Christiane Helmrich fest. Seit 2009 führt sie Trauungen in Drensteinfurt durch, auch nach mehr als zehn Jahren mit ungebrochener Leidenschaft. „Jede Hochzeit geht mir nahe, und ich bin mit viel Emotion dabei“, sagt sie. Da fällt ihr das mit der Maske und der Glasscheibe schon schwer. „Aber wir Menschen sind echt Gewohnheitstiere, und so haben sich auch daran alle ganz schnell gewöhnt.“

Dennoch: Unter diesen Bedingungen und mit wenig Aussicht auf schnelle Lockerungen sind die meisten Hochzeiten, die für Anfang dieses Jahres angesetzt waren, abgesagt beziehungsweise verschoben worden. „Die Betroffenen nehmen es meist gelassen, wir wissen ja alle um die Umstände.“ Für März hat Christiane Helmrich noch fünf Termine im Kalender stehen, „mal schauen, ob diese bestehen bleiben“.

Hochzeits-Termine frühstens sechs Monate vorher

Sie bleibt optimistisch – wie „ihre“ Brautpaare auch. „Viele bauen auf die zweite Jahreshälfte“, sagt die Standesbeamtin, deren Kalender ab Juli schon ganz anders aussieht. „Beliebte Termine wie Freitagnachmittag um 15 Uhr sind für August und September bereits ausgebucht.“ Ebenso ist an den Samstagen ab Juli bis Oktober kein Termin mehr frei. Und schon jetzt gibt es die ersten Anfragen für 2022. „Im nächsten Jahr können wir allerdings noch keine Termine vergeben, das geht frühestens sechs Monate vorher“, klärt die Standesbeamtin auf.

Obwohl 2020 ein besonderes Jahr war, habe sie viel positives Feedback bekommen. Der Zeit nach Corona blickt sie auch deshalb zuversichtlich entgegen: „Drensteinfurt wird als Trauort immer beliebter, und um die 150 Hochzeiten im Jahr könnten wir leisten. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir da irgendwann hinkommen.“

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