Riesen-Lkw rollen durch Drensteinfurt

Ein beeindruckendes Bild bot der Schwerlasttransport, der Drensteinfurt passierte.

DRENSTEINFURT ▪ Ein paar Drensteinfurter liefen um 1 Uhr in der Nacht zu Samstag noch die Konrad-Adenauer-Straße entlang – in der Hoffnung, den Schwertransport beobachten zu können. Doch der ließ auf sich warten, zu aufwändig waren die Hürden in Ahlen.

Nadelöhre wie die Kurve von der Zeppelin- auf die Dolberger Straße und der Buschhoff-Kreisel bedeuteten für Fahrer und Begleiter Zentimeterarbeit. Das kostete Zeit. Sehr zur Begeisterung der zahlreichen Schaulustigen entlang der Fahrtroute, die die Rangierarbeiten der Schwergewichte beobachteten. „Das ist der reine Männertraum“, sagte eine Ahlenerin. Damit hatte sie einerseits Recht, denn insbesondere Männer guckten genau hin und kommentierten alles intensiv. Andererseits waren auch viele Frauen wach geblieben, säumten die Straßen und sahen sich – vor Kälte zitternd – die Durchfahrt an.

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Schwertransport durch Drensteinfurt

Nach dem letzten Kreisverkehr in Ahlen ging es schließlich über die Walstedder Straße und die B 63 Richtung Mersch. Immer vorweg die Polizei, die die Straßen sperrte, denn der Gegenverkehr hätte keine Chance gehabt. Nach der Überquerung der Bahngleise in Mersch wurde an der großen Stopp-Kreuzung mit der K 21 nochmal kräftig rangiert, um die Kurve nach Drensteinfurt zu kriegen.

Das dauerte, und als gegen 2.45 Uhr die Blaulichter in Höhe von Möbel Gaßmöller aufblitzten, warteten nur noch eine Handvoll Stewwerter an der Straße, um die Lkw-Riesen in Drensteinfurt zu empfangen. Aber sie waren sich einig, dass sich das Warten gelohnt hatte, mit Kamera und Handy wurden die Eindrücke festgehalten.

Eine Vorhut fuhr die Verkehrsinseln an den Zebrastreifen entlang der Konrad-Adenauer-Straße an, binnen Minuten waren die Schilder abmontiert und dicke Matten wurden über die Bordsteinkanten gelegt.

Wo der Schraubenzieher und anderes Werkzeug nicht funktionierte, kam rigoros die Säge zum Einsatz. „Die Schilder werden natürlich schnell wieder repariert“, erklärt einer der Arbeiter beruhigend. Für den Moment könne man sich aber große Verzögerungen nicht leisten, denn das Transportgut habe einen Termin. Gegen 5 Uhr am Samstagmorgen mussten die gigantischen Wärmetauscher in Hiltrup sein, wo sie auf Schiffe verladen wurden, um ihren Weg nach Holland in ein Kraftwerk anzutreten.

Dann ging es weiter. Achse für Achse schob sich über die Verkehrsinseln – wer anfing, die Reifen zu zählen, hatte gut zu tun: Allein die Auflieger zählten 20 Achsen à vier Reifen. Die Zugmaschine hatte noch mal acht Achsen, und von hinten wurde die Last von einer weiteren Zugmaschine geschoben. Plus acht weitere Achsen. Das Ganze vier Mal.

Und dann war das Spektakel auch schon wieder vorbei. So lange gewartet, und so schnell passiert. Doch Halt: Die Nachhut kam ja noch. Schließlich musste jemand die Schilder wieder aufstellen. Gut gelaunt machten sich die Männer an die Arbeit, zogen die Matten wieder von der Verkehrsinsel und schaufelten die heraus gequollene Erde zurück. „Wir sind auf eine lange Nacht eingestellt, das kennen wir“, erzählten sie. Als sie wieder ins Auto stiegen, konnte man der Verkehrsinsel an der Pferdebahn kaum mehr ansehen, wie viele Reifen soeben über sie drüber gerollt waren – außer, dass kein Gras mehr aus der Erde sprießt.

Noch die Kurve an der Q1-Tankstelle, und schon war es in Drensteinfurt wieder dunkel und ruhig. ▪ mar

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