Restaurant kündigt Kegelklub wegen zu geringen Verzehrs

+
Dagmar Gerlach, Jonas Hörster (vorne rechts), Marcus Roland (hinten links) und Markus Kröger vom Kegelclub „My Mcdjam“ haben sich nach der unfreiwilligen Veränderung verbessert.

Drensteinfurt - Ausgerechnet kurz vor den Stadtkegelmeisterschaften stand der Kegelklub „My Mcdjam“ plötzlich ohne Kegelbahn da. Seit zwei Jahren treffen sich die neun Kegler alle vier Wochen an der Kegelbahn im China-Restaurant „Qin Dynasty“ in Ossenbeck, um gemeinsam die Kugel rollen zu lassen. Zu Ehren der Restaurants gaben sie sich sogar den Namen „Stäbchenkegler-My Mcdjam“.

Am 18. November vergangenen Jahres habe der Inhaber des chinesischen Restaurants Kegelvater Matthias Schlingmann mitgeteilt, dass die Gruppe zum letzten Mal gekegelt habe. Der Verzehr sei zu gering, der Umsatz zu wenig.

„Wir brauchen nicht darüber diskutieren“, habe Schlingmann gesagt und auf der Stelle das Restaurant mit seinem Klub verlassen. „Wir waren menschlich enttäuscht, schön war das nicht“, erklärt Dagmar Gerlach. „Er hätte vorher mit uns reden können“, meint Markus Kröger.

Schließlich habe es eine mündliche Absprache gegeben, dass „My Mcdjam“ alle vier Wochen am Freitag von 20 bis 23 Uhr zum Preis von sieben Euro pro Stunde dort kegeln dürfe. Von Mindestverzehr oder Mindestumsatz sei nie die Rede gewesen, dafür gab es ja die Bahnmiete. „Ich möchte auch gar nicht alle vier Wochen chinesisch essen“, erklärt Gerlach. „Es kann nicht sein, dass nur Leute kegeln dürfen, die sich volllaufen lassen“, fügt Kröger hinzu. Bei ihnen stehe Geselligkeit und Spaß am Kegeln im Vordergrund, natürlich trinke man auch dabei und der eine oder andere bestelle auch eine Mahlzeit, aber das chinesische Essen sei nun mal speziell.

Die Kegelfreunde sind sich eigentlich einig: Laden-Besitzer Xueyao Zheng sei immer nett und bemüht gewesen, doch „diese Nummer stößt uns sauer auf“, fasst Kröger zusammen.

Mittlerweile hat die Gruppe, die sich nun wieder „My Mcdjam“ nennt, in Davensberg im Restaurant „Clemens August“ eine neue Kegelbahn gefunden. „Die ist viel besser als die alte Bahn, die hört man gar nicht“, findet Marcus Roland. „Der Inhaber hat uns sogar einen Hol- und Bringdienst angeboten“, informiert Markus Kröger, der von der neuen Bahn ebenfalls begeistert ist. Dass die Bahn einen Euro teurer ist, stelle kein Problem dar, man habe auch im „Qin Dynasty“ mehr bezahlt, wenn der Besitzer gefragt hätte, versichern die Mitglieder.

Der Inhaber des Restaurants "Qin Dynasty" kündigte dem Kegelclub wegen zu geringem Verzehr.

Einen Mindestumsatz gebe es im „Clemens August“ nicht, das Essen schmecke, und so erweise sich die unfreiwillige Veränderung für die Kegler als Verbesserung. Die Kegler von „My Mcdjam“, dem amtierender Stadtmeister in der Kategorie „Gemischte Clubs“, sind froh, so schnell eine neue Bahn gefunden zu haben, zumal die aktuelle Kegel-Stadtmeisterschaft bereits begonnen hat.

Xueyao Zheng, Inhaber des „Qin Dynasty“ kann die Aufregung der Kegler nicht verstehen. „Wir sind ein Restaurant und müssen vom Umsatz leben“, erklärt er. Einen Vertrag mit den „Stäbchenkeglern“ habe es nicht gegeben, wohl eine mündliche Absprache.

„Manches Mal sind sie nur zu fünft gekommen und haben gar nichts gegessen“, berichtet er. Es sei auch schon vorgekommen, dass sie kurzfristig abgesagt hätten, dann bräuchten sie auch nichts bezahlen. Andere Kegelclubs brächten mehr Umsatz und die müssten bevorzugt behandelt werden, ist seine Meinung. Er sei jedoch sehr froh, dass die Gruppe eine neue Bahn gefunden habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare