Razzia in Drensteinfurt-Rinkerode

Polizei nimmt mutmaßliche Einbrecher in Asylbewerberunterkunft fest

+
Im ehemaligen Hotel "Schwatten Holtkamp" sind Asylbewerber untergebracht.

[UPDATE 16:15 Uhr] Drensteinfurt - Mit einem Großaufgebot fuhr die Polizei am Dienstagmorgen in der Asylbewerberunterkunft in Drensteinfurt vor. Grund war, dass aus der Einrichtung heraus offenbar gezielt Einbrüche verübt worden waren.  Am Nachmittag erhärtete sich der Tatverdacht.

Wie die Polizei am Mittag mitteilte, lag ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss für die Kommunalen Unterbringungseinrichtung in dem ehemaligen Hotel "Schwatten Holtkamp"  in Rinkerode vor. Der Einsatz begann um 7 Uhr. 

Männer waren nicht in der Drensteinfurter Unterkunft gemeldet

Nach der Festnahme und richterlich angeordneten Untersuchungshaft eines 19-Jährigen am 28. Dezember, der bei einem Einbruch in Drensteinfurt auf dem Heuweg beobachtet wurde, verdichteten sich die polizeilichen Erkenntnisse zu einem möglichen Mittäter. Der 19-Jährige sowie ein 28-Jähriger hielten sich seit einiger Zeit in der Kommunalen Unterbringungseinrichtung der Stadt auf, obwohl sie dieser nicht zugewiesen waren.

Die Polizei umstellte das Gebäude am Morgen und sicherte zunächst die Wohnräume sowie die 14 angetroffenen Personen. Die Beamten durchsuchten das Objekt und stellten die Personalien der Bewohner zweifelsfrei fest. Weitergehende Identifizierungsmaßnahmen waren bei den Angetroffenen nicht erforderlich.

Geringe Menge Rauschgift gefunden

In dem Zimmer des tatverdächtigen Marokkaners trafen die Ermittler einen weiteren 26-jährigen Mann aus Algerien an. Bei der Durchsuchung des Wohnraums fanden die Kräfte eine geringe Menge Rauschgift, etwas Bargeld sowie Gegenstände, die aus Straftaten stammen könnten.

Die Polizei nahm die beiden Männer vorläufig fest und brachte sie nach Ahlen. Zurzeit finden die Vernehmung der Festgenommen sowie die Überprüfung der sichergestellten Gegenstände statt.

Landrat ist bei Razzia vor Ort

Die Ermittler zogen für den Einsatz einen Zug der Bereitschaftspolizei aus Münster, Beamte des Bezirksdienstes der Polizeiwache Ahlen, eine Diensthundeführerin samt Diensthund aus Gütersloh sowie Mitarbeiter der Stadt Drensteinfurt hinzu. Der Behördenleiter, Dr. Olaf Gericke, verschaffte sich vor Ort einen Überblick über den Einsatz.

"Deutschland gewährt Flüchtlingen den erforderlichen Schutz", so der Landrat. "Leider gibt es unter ihnen auch solche, die Straftaten begehen. Mit dem Einsatz hat die Polizei erneut gezeigt, dass sie konsequent gegen Kriminelle durchgreift - egal welcher Herkunft sie sind."

Das ehemalige Hotel "Schwatten Holtkamp" hat die Stadt Drensteinfurt angemietet, um hier Flüchtlinge und Asylbewerber unterzubringen. Es liegt in der Bauerschaft Eickendorf zwischen Drensteinfurt und Rinkerode. 

Fluchtgefahr: U-Haft für Marokkaner und Algerier beantragt

Am Nachmittag beantragte die Staatsanwaltschaft Münster für den 28-jährigen Marokkaner und den 26-jährigen Algerier Untersuchungshaft. 

Bei den weiteren Ermittlungen im Laufe des Tages erhärtete sich wegen mehrerer Diebstahlsdelikte der Tatverdacht gegen die Männer. Da der 28-Jährige und der 26-Jährige über keine sozialen Bindungen im lokalen Bereich verfügen, besteht Fluchtgefahr. Die Vorführung vor dem Amtsrichter in Ahlen ist für Mittwochvormittag vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare