Radroute des Heimatvereins

Rätsel um Höhenunterschied der Äcker in Drensteinfurt gelöst

Mitglieder des Heimatvereins testen die Höhe der Bodenverbesserung des Plaggeneschs
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Sie gingen der „großen Plackerei“ nach: Norbert Unkhoff (links), Kurt Schmitz und Liane Schmitz.

Auf durchweg positive Resonanz stieß bisher die Radrätselroute des Heimatvereins Drensteinfurt. Dessen Mitglieder wollten jetzt aber selbst wissen, wie hoch eigentlich die „Placken“ des sogenannten Plaggeneschs sind.

Anklang fand die Möglichkeit, sich Tourverlauf, Rätselfragen und den auszufüllenden Lösungscoupon im Internet auf „heimatverein-drensteinfurt.de“ spontan herunterladen zu können, zumal auch die Lösung per E-Mail eingesendet werden kann. Wer die Papierform bevorzugt, kann die bei der Stadtverwaltung, Markt 1, Bücherecke Spartmann oder im Schlossbistro aufgestellten Boxen nutzen.

Bei der Konzipierung des Rätselparcours wurde im Vorbereitungsteam eine Frage diskutiert, die zwar keinerlei Auswirkung auf die Beantwortung der Rätselfragen hat, die den Heimatfreunden doch so interessant erschien, dass sie sich vornahmen, die Angelegenheit einmal vor Ort klären.

Niveauunterschied zwischen zwei benachbarten Äckern

Sie betrifft die Station Nummer 8: Dies- und jenseits der zwischen Rieth und Forsthövel verlaufenden Landwehr, befindet sich ein sogenanntes Plaggenesch. Eigentlich sieht alles nach einem normalen Acker aus, der nur ein wenig höher liegt als die Felder südlich des Bauerschaftsweges. Doch gerade dieser Niveauunterschied zeugt von einer Maßnahme zur Bodenverbesserung, die vom 11. bis zum 19. Jahrhundert an vielen Punkten in Norddeutschland betrieben worden war.

Da früher kein Mineraldünger zur Verfügung stand, hatten die Menschen Gras- oder Heidebodenstücke ausgestochen, als Einstreu im Stall benutzt und später dann auf ein günstig gelegenes Feld gebracht. Man konnte dadurch auf die im System der Dreifelderwirtschaft notwendigen Anbaupausen verzichten und „ewigen“ Roggenanbau betreiben.

Der Preis war allerdings, dass die Gebiete, in denen die Plaggen gestochen wurden, ihrer Humusschicht beraubt wurden und der blanke Sandboden der Erosion ausgesetzt war. So entstanden vermehrt unfruchtbares Heideland oder im Extremfall sogar Sanddünen.

Untersuchung an Rieth und Forsthövel

Da nahezu jedes Jahr neues Material auf den Plaggenacker verteilt wurde, erhöhte sich das Bodenniveau mit der Zeit. Man rechnet mit bis zu einem Millimeter Erhöhung pro Jahr. Eine zehn Zentmeter hohe Plaggenschicht würde also mindestens 100 Jahre Plaggenwirtschaft bedeuten. Da stand für den Heimatverein die Frage im Raum, wie dick denn die Plaggenschicht auf dem Acker in Rieth/Forsthövel ist.

Einige Mitglieder des Rätsel-Radrouten-Teams liehen sich deshalb einen sogenannten Probennehmer und schlugen ihn mit Erlaubnis des Eigentümers in den Riether Ackerboden. Die Bodenproben zeugten deutlich von einer 40 bis 60 Zentimeter dicken, humosen Erdschicht über der darunter liegenden hellen, feinsandigen Schicht. Untermauert wurde damit die Vermutung, dass dort mindestens 400 Jahre Plaggenwirtschaft betrieben worden war. Da das Stechen, Verarbeiten und Aufbringen der Plaggen schwere Arbeit bedeutete, zeugt der Plaggenesch an dieser Stelle von einer jahrhundertelangen Plackerei.

Im Rätselflyer wird danach gefragt, warum sich die Menschen diesen Mühen unterzogen haben. Schwere Gerätschaft ist also beim Auffinden der Lösung nicht notwendig, ebenso wie auch bei den weiteren, elf zu beantwortenden Fragen. Wer an der Rätselradtour teilnehmen und einen der Preise (ein Mal 100, ein Mal 50 und sechs Mal 25 Stewwert-Taler) gewinnen möchte, sollte sich den 26. Oktober (Montag nach den Herbstferien) als letzten Abgabetermin notieren.

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