Ein Buch von Sebastian Goddemeier

Queere Promis und ihr Coming-out: 18 ungeschminkte Geschichten

Sebastian Goddemeier hat sein erstes Buch geschrieben. Der Titel: „Coming out.
+
Er weiß, wovon er schreibt: Sebastian Goddemeier hat sein erstes Buch geschrieben. Der Titel: „Coming out. Queere Stars über den wichtigsten Moment in ihrem Leben“.

„Coming out“, das sind 18 ungeschminkte Geschichten, die unter die Haut gehen. Der Journalist und Autor Sebastian Goddemeier sprach mit bisexuellen, lesbischen, schwulen und transidenten Stars über ihr Coming-out. Sein Anliegen: Mut machen. Erfahrungen vermitteln. Rollenvorbilder schaffen. Vor wenigen Tagen erschien das Buchdebüt des gebürtigen Drensteinfurters.

Drensteinfurt/Hamm – Einzutauchen in die Lebensgeschichten hinter der glamourösen Fassade der interviewten Prominenten, ist keine leichte Kost. Bilderbuchkindheiten kommen kaum vor in „Coming out“. Da ist viel vom Alleinsein die Rede. Von Ausgrenzung. Und auch von Einsamkeit. Manchmal tut es weh, dieses Buch zu lesen. „Viele nicht heterosexuelle Menschen wachsen mit der Idee auf, dass mit ihnen etwas falsch ist“, sagt Sebastian Goddemeier.

Er weiß, wovon die Rede ist. Ausgrenzung, Scham, Angst sowie Reflexion, Akzeptanz, Selbstfindung, Liebe. All das kennt er aus eigenem Erleben. Häufig habe er sich während der Interviews für das Buch in den einzelnen Geschichten wiederfinden können. „Das war die wichtigste Erfahrung für mich beim Schreiben.“

Zum Buch

Sebastian Goddemeier: „Coming out. Queere Stars über den wichtigsten Moment in ihrem Leben“, Riva Verlag 2021, 224 Seiten, 16,99 Euro.

Mit: Melina Sophie, Dominik Djialeu, Drangsal, Ralf König, Bambi Mercury, Aquamarin, David Lovric, Jan Zimmermann, Benjamin Patch, Jolina Mennen, Kevin Kühnert, Matt Stoffers, Marcus Urban, Michael Michalsky, Axel Ranisch, Fabi Wndrlnd, Katharina Oguntoye, Nicolas Puschmann.

Schön ist: Als Autor drängt er sich damit nicht in den Vordergrund. Sensibel und einfühlsam gibt er sehr unterschiedlichen Menschen den Raum, ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen – von der Beauty-Göttin Jolina Mennen über den Cartoonisten Ralf König bis hin zum Politiker Kevin Kühnert. Da kommt kein Einheitsgrau auf – da schillern alle Farben des Regenbogens. „Ich wünsche mir, dass das Buch vielen Menschen den Druck nimmt. Dass sie sehen: Ich bin okay“, sagt der Journalist. Mit „Coming out“ möchte er zeigen, wie es gelingen kann, gesellschaftliche Stigmata zu überwinden und Selbstliebe zu finden.

Zum Autor

Sebastian Goddemeier wuchs in Drensteinfurt auf, ging zunächst dort zur Schule und machte sein Fachabitur 2013 am St.-Franziskus-Berufskolleg in Hamm. Bereits als Teenager unternahm er erste journalistische Gehversuche: Er schrieb unter anderem auch für den Westfälischen Anzeiger. Inzwischen lebt der Autor und Journalist in Berlin. Er ist für Vice, Spiegel und Tagesspiegel tätig.

Wendepunkte im Leben

Sein Buch handelt ganz zentral von Wendepunkten im Leben. Von jenen Momenten, die eine andere Richtung ermöglichen. Es versammelt queere Menschen, deren Erfahrungen und Erlebnisse dabei unterstützen, den eigenen Weg zu finden. Und es macht Mut, diesen Weg zu gehen: freier, unbeschwerter. Auch für Eltern birgt es Aha-Momente. Von offener Ablehnung über Ambivalenz bis zu tiefem Verständnis reicht die große Bandbreite mütterlicher und väterlicher Reaktionen, von denen in „Coming Out“ zu lesen ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare