Prüfstein für Zufriedenheit: Deshalb will Grawunder Bürgermeister bleiben

Möchte in Drensteinfurt Bürgermeister bleiben: Amtsinhaber Carsten Grawunder.
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Möchte in Drensteinfurt Bürgermeister bleiben: Amtsinhaber Carsten Grawunder.

Im Mai 2014 übernahm der parteilose Carsten Grawunder das Amt des Bürgermeisters. Damals war es ein Überraschungssieg, im September möchte er seiner mehr als sechsjährigen Amtszeit eine weitere Wahlperiode hinzufügen. In die Waagschale legt er beachtliche Erfolge und ein umfangreiches Wahlprogramm.

Drensteinfurt – Besonders am Herzen liegen Grawunder die Themen Energie, Umwelt, Fahrradmobilität, Bürgerbus, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) und bezahlbarer Wohnraum.

„Meine Hand ist für jede demokratische Partei ausgestreckt,“ sagt Grawunder. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass alle im Rat vertretenen Parteien in großer Verantwortung gut zusammenarbeiten, dafür sei er dankbar. Er blickt zufrieden auf das zurück, was er in den vergangenen Jahren erreicht hat, doch realistisch sagt er: „Diese Wahl ist ein echter Prüfstein für die Zufriedenheit der Wähler.“

Zu Grawunders wichtigsten Themen gehört der Bereich Energie und Umwelt. Hier soll weiter am Klimaschutzkonzept gearbeitet werden. Die Stadt werde mit gutem Beispiel vorangehen, etwa durch die Senkung des Energieverbrauchs in städtischen Gebäuden und die Förderung der E-Mobilität. Gerne würde er die Bürger auf diesem Weg mitnehmen: Besser sei es, wenn viele wenig machen und sich weiter entwickeln, als wenige viel. Ein Klimaschutzmanager soll dafür eingestellt werden.

Den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, Car-Sharing zu unterstützen, einen Bürgerbus einzurichten und die Fahrradmobilität zu stärken sieht er als unerlässlich für die Zukunft. Wenn vier Züge pro Stunde nach Münster fahren, habe man eine S-Bahn-Taktung. „Dann braucht der Bürger nicht mehr auf die Uhr zu schauen, sondern einfach zum Bahnhof gehen.

Bürgerbus soll kommen

Ein Bürgerbus steht schon lange auf der Liste der Wünsche des Bürgermeisters. Jetzt habe er einen geeigneten Kandidaten gefunden und eine Realisierung, von der besonders die Ortsteile profitieren, scheine realistisch. Gerne würde er in der Innenstadt vom Bahnhof bis zum Marktplatz Fahrradstraßen einrichten. „Das bedeutet nicht, dass dort Autos nicht fahren dürfen. Sondern nur, dass der Autofahrer auf den Radfahrer Rücksicht nehmen muss.“

Im Rahmen des Isek-Projekts seien Schlossallee und Wagenfeldstraße besonders wichtig. Grawunder wünscht sich zudem, das Gebiet auszudehnen und auch das Bahnhofsumfeld und die Kleiststraße einzubeziehen. In der Folge müsse das Einzelhandelsgutachten neu erstellt werden. Dies könne den Weg für die Ansiedlung weiterer Geschäfte wie einen Drogeriemarkt möglich machen. Dabei gehe es nicht darum, den bestehenden Geschäften zu schaden, sondern der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden.

Froh über erfolgreiche Jahre

In Sachen Werse-Renaturierung seien die Verhandlungen mit den Eigentümern schwierig, aber im Gang. Für Familien wünscht sich Grawunder bezahlbaren Wohnraum in ausreichender Zahl, passend dazu genügend Kinderbetreuungsplätze und Schulen, die die Digitalisierung unterstützen.

Insgesamt schaut er auf, wie er sagt, erfolgreiche Jahre zurück – sei es die Wohnbaulandentwicklung in Drensteinfurt in der Blumenstraße und am Mondscheinweg oder in Walstedde am Kerkpatt. Auch die Gewerbeflächen konnten vergrößert werden. Die erste Städtepartnerschaft sei realisiert, der Bauhof bekam an zentraler Stelle einen neuen Betriebshof. In seine Amtszeit fiel die Vergabe von gleich drei Konzessionsverträgen, von denen zwei (Gelsenwasser Trinkwasser für 40 Jahre und mit den Stadtwerke Ostmünsterland Strom für 20 Jahre) bereits abgeschlossen wurden. Verlängert wurde auch der Pachtvertrag für den Schlosspark.

„Ich bin gerne Bürgermeister und habe Spaß daran, das Amt noch weitere fünf Jahre auszuführen. Dafür wünsche ich mir die Unterstützung der Bürger“, sagt Grawunder.

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