Vier Doggen verletzen 53-jährige Drensteinfurterin lebensgefährlich

Im Prozess um den Doggen-Angriff ficht Staatsanwaltschaft Urteil an

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Vier Doggen griffen im vergangenen Sommer die Drensteinfurterin an - hier nur ein Beispielfoto einer Dogge.

Drensteinfurt/Ahlen - Im Fall der Drensteinfurter Doggen-Attacke ist das letzte Wort auch strafrechtlich noch nicht gesprochen. Fristgerecht legte die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen das Urteil des Amtsgerichts Ahlen vom vergangenen Mittwoch ein.

Eine Einzelrichterin hatte die 48-jährige Halterin der vier Doggen vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen. So endete der Prozess mit einem Paukenschlag. 

Am 1. Juli 2017 waren die Hunde auf einem Feldweg in der Bauerschaft Mersch über eine 53-jährige Walkerin hergefallen. Die Frau wurde lebensgefährlich verletzt. Die Drensteinfurter Hundehalterin hatte die 80 Kilogramm schweren Doggen nicht angeleint und wurde selbst vom Verhalten ihrer Tiere überrascht. Sie warf sich schützend auf die Walkerin und rettete ihr so das Leben.

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Der Verteidiger forderte einen Freispruch, weil seine Mandantin nichts falsch gemacht habe. Dies hatte auch ein Gutachter so beurteilt. Dagegen warfen der Staatsanwalt und der Rechtsanwalt des Opfers der Hundehalterin eine Verletzung ihrer Sorgfaltspflicht vor, weil sie die Hunde frei laufen ließ. Dafür sei sie zu bestrafen. Dieser Auffassung ist die Staatsanwaltschaft noch immer und ficht den Freispruch deshalb an. „Wir warten jetzt die schriftliche Urteilsbegründung ab und entscheiden dann, wie wir weiter verfahren“, erklärte der Pressesprecher Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstag auf Anfrage. Kommt es zur Berufung, würde die komplette Verhandlung am Landgericht in Münster inklusive Beweisaufnahme wiederholt. Bei einer Revision würde nur geprüft, ob das Urteil Rechtsfehler hat.

Von Matthias Münch

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