Premiere beim Heimatverein: Plattdeutsches Theater 

Drensteinfurt – Im Oktober beginnt der Kartenverkauf für das plattdeutsche Stück „Minen How und dinen How“ des Heimatvereins. Bis dahin laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Zweimal pro Woche treffen sich die Akteure in der Gaststätte „La Piccola“, um das Stück zu proben.

Bis zur Premiere am 3. November muss jeder Satz sitzen. Dass das bis dahin gelingt, daran hegen die Schauspieler keinen Zweifel. „Bei uns geht es zu wie auf einem Basar“, berichtet Inge Peiler gut gelaunt. 

Jeder bringe zu den Proben mit, was gerade benötigt wird. Das Proben, die Vorbereitung einfach alles, bereitet den Schauspielern einen riesigen Spaß. Man versteht sich, lacht viel miteinander und ist, wenn die Proben losgehen, konzentriert bei der Sache. 

Auch Günter Neuer, Initiator und Hauptverantwortlicher ist mit seiner Truppe rundum zufrieden. Mittlerweile bekomme die Aufführung Struktur. Trotzdem stellt er fest: „Ich wusste nicht, wie viel Arbeit damit verbunden ist.“ Dabei hat er sich manches Mal Tipps eingeholt von denen, die schon lange Jahre Theater spielen. So ruft er auch schon mal bei benachbarten Heimatvereinen an. und stellt Fragen. Zum Beispiel: „Wo bekomme ich gute Perücken her?“ 

Als Günter Neuer und seine Truppe zum ersten Mal die Bühne im ehemaligen Kolpinghaus besichtigten, wurde ihnen schnell das Ausmaß der Arbeit klar. „Das Einzige was noch stand, war die Bühne selber“, sagt Franz-Josef Naber. Ein neuer Vorhang musste her, der allein 1 100 Euro Kosten verursachte. 

Die Wände wurden tapeziert und gestrichen. „Der Eigentümer hat uns aber unterstützt“, sagt Naber und das sogar mit einer kleinen finanziellen Unterstützung. Günter Neuer hat sich als erfolgreicher Sammler erwiesen. Beim Sperrmüll fand er eine geeignete Sofagarnitur, bei Horizonte wurde er mit Schrank, Tisch und Wanduhr fündig. 

Viele Stewwerter gaben brauchbare Utensilien bei ihm ab. So landeten alte Bettjäckchen, Spitzen-Unterhosen und bestickte Schürzen ebenso bei ihm wie Holzschuhe in verschiedenen Größen. „Die Bereitschaft der Bevölkerung, uns zu unterstützen ist groß und zeigt, dass sie die Idee eines plattdeutschen Theaterstücks mittragen“, glaubt Neuer. Mittlerweile ist die Bühne bis auf ein paar Dekorationen fertig. Ideal, um dort zu proben. 

Rund 20 Personen sind erforderlich, damit alles gut funktioniert, zu ihnen gehören auch die Schauspieler Willi Mussenbrock, Paul Wichern, Ludger Niesmann, Annette Peiler, Irmgard Hohelüchter, Udo Reher, Ingrid Peiler und Susanne Kallinger. Schon bei den Proben immer dabei sind die beiden Souffleusen Maria Goßheger und Regina Harbaum. Vor allem Letztere hat dabei besonders viel Spaß, ihre gute Laune ist ansteckend. Spaß am Theaterspielen, an der Gemeinschaft sind Gründe für die Akteure, dabei zu sein.

Doch sie alle wünschen sich auch, dass das Plattdeutsch nicht in Vergessenheit gerät. Weil so viele kein Platt mehr sprechen, ist es auch schwer, Schauspieler zu bekommen. Trotzdem hoffen sie, dass sich zur nächsten Aufführung, die für 2021 geplant ist, doch noch einige Interessierte melden. 

Wer sich das Stück anschauen möchte und kein Platt versteht, braucht aber keine Angst zu haben, nichts zu verstehen. „Vieles ist selbsterklärend aus dem Theaterspiel, der Gestik und Mimik“, versichert Maria Goßheger. Bei den Proben steigert sich so langsam die Nervosität. „Wenn ich auf der Bühne stehe, hab ich das Gefühl, ich weiß kein Wort mehr“, gibt Annette Peiler zu, die ihre Rolle aber doch schon nahezu perfekt beherrscht. Jetzt müssen noch der Stuhlplan erstellt und der Kartenvorverkauf organisiert werden. 

Mehr als 180 Plätze pro Vorstellung werden nicht besetzt. „Wir wollen es nicht so eng und auch ein Rollator soll Platz finden“, macht Neuer deutlich. Nur krank werden darf keiner der Schauspieler, denn eine Doppelbesetzung gibt es bei der Stewwerter Gruppe nicht.

Aufgeführt wird das Stück „Minen How und dinen How“ am Sonntag, 3. November, um 17 Uhr, Samstag, 9. November, um 19 Uhr, Sonntag, 10. November, um 15 Uhr, Samstag, 23. November, um 19 Uhr, Sonntag, 14. November, um 17 Uhr und Samstag, 30. November, 19 Uhr. Karten können im Vorverkauf am 6. und 20. Oktober von 11 bis 13 Uhr in der Alten Post erworben werden. Zusätzlich gibt es einen Kartenvorverkauf ab dem 21. Oktober bei Franz-Josef Naber, Auf der Brede 6a, in der Zeit von 18 bis 21 Uhr.

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