Drensteinfurter Polizist wird zum Lebensretter in letzter Sekunde

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Auszeichnung für großen Mut und selbstlosen Einsatz: Polizeihauptkommissar Burkhard Kühnhenrich (links) erhielt von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (Mitte) die Rettungsmedaille des Landes. Sein Kollege Daniel Rötz bekam eine Öffentliche Belobigung.

Große Ehre für Burkhard Kühnhenrich. Der Polizeihauptkommissar aus Drensteinfurt ist im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Drensteinfurt/Köln – Burkhard Kühnhenrich gehört zu 20 Rettern aus Nordrhein-Westfalen, die am Mittwoch mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet wurden. Sie haben unter Gefahr für sich selbst das Leben anderer Menschen gerettet – vor dem Ertrinken, aus brennenden Häusern oder vor gewalttätigen Übergriffen. Sechs weitere Rettungshelfer ehrte Ministerpräsident Armin Laschet mit einer Öffentlichen Belobigung.

Bei der Feierstunde dankte der Ministerpräsident für die herausragend mutigen Taten: „Die Menschen, die wir heute hier auszeichnen, sind bei ihren Rettungstaten über sich hinausgewachsen. Sie haben sich selbst in Lebensgefahr begeben und dennoch einen kühlen Kopf bewahrt und so Frauen, Männer und Kinder gerettet, die sich in äußerster Not befanden. Diese Retterinnen und Retter sind Beispiele für herausragenden Mut und Zivilcourage, auf die ganz Nordrhein-Westfalen stolz ist.“

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Es ging um Leben und Tod

Bei der Rettungsaktion, an der Burkhard Kühnhenrich beteiligt war, ging es um Leben oder Tod. Am späten Nachmittag des 6. Januar 2017 hören die Polizeibeamten Burkhard Kühnhenrich und Daniel Rötz über Funk von einem aus der Jugendpsychiatrie entwichenen 14 Jahre alten Mädchen. Die beiden Polizisten erinnern sich sofort an einen fünf Tage zurückliegenden Fall, in dem Kühnhenrich ein 14-jähriges Mädchen an einem Sprung von einer Autobahnbrücke in Münster-Nienberge gehindert hatte.

Die beiden Beamten beschließen, über die Autobahn dorthin zu fahren. Und tatsächlich steht das junge Mädchen wieder genau dort, bereit von der Brücke zu springen. Der Streifenwagen hält auf dem Standstreifen der Autobahn. Daniel Rötz bleibt im Auto, um weitere Einsatzkräfte anzufordern und dann die Einsatzstelle abzusichern. Burkhard Kühnhenrich steigt aus und läuft um den Wagen herum.

Mädchen springt von Autobahnbrücke

In diesem Moment springt das Mädchen von der Brücke und fällt auf den rechten Fahrstreifen der stark befahrenen Autobahn. Ohne zu zögern, läuft Burkhard Kühnhenrich in der Dunkelheit zu dem Mädchen, ergreift einen Fuß und zieht ihren Körper von der Fahrbahn auf den Standstreifen. Unmittelbar danach rast ein Pkw mit hoher Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Offensichtlich hat der Fahrer die Gefahrensituation gar nicht bemerkt.

Kühnhenrich und Daniel Rötz leisten Erste Hilfe bei dem Mädchen, das sich schwere Rückenverletzungen zugezogen hat. Kurz darauf treffen die Rettungskräfte ein und übernehmen die weitere Versorgung.

Schnelles und beherztes Eingreifen

Durch sein schnelles und beherztes Eingreifen hat Burkhard Kühnhenrich unter Einsatz seines eigenen Lebens das Leben der 14-Jährigen gerettet. Nur wenige Sekunden später wäre das Mädchen von dem herannahenden Pkw überrollt worden. Für seinen mutigen Einsatz erhielt Kühnhenrich die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. Rötz erhält für seinen Anteil an der Rettung eine Öffentliche Belobigung.

Laschet lobte: „Die Retterinnen und Retter haben Maßstäbe gesetzt in einer Zeit, in der die Klagen über eine Verrohung unserer Gesellschaft zunehmen und in der Vorbilder wichtiger sind, als sie es je zuvor waren. Sie verdienen unser aller Wertschätzung und unseren großen Respekt.“

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