Europaweiter Wettbewerb für den Rathausneubau in Stewwert

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Das Rathaus von Drensteinfurt ist in die Jahre gekommen. Die Planung für einen Neubau sollten europaweit ausgeschrieben werden, rät ein Berater.

Drensteinfurt - Wie geht es weiter mit dem Rathausneubau? Nach den kontroversen Diskussionen stellte nun der Architekt Stefan Schopmeyer vom Wettbewerbsbeirat der Architektenkammer NRW in der Ratssitzung am Montag eine Lösung vor – einen Architektenwettbewerb. 

Stefan Schopmeyer

Er rät: „Jetzt müssen alle nach vorne schauen und im Interesse der Sache zusammenhalten.“ Bürgermeister Carsten Grawunder kam gleich zur Sache. „Mir ist ein Fehler unterlaufen“, gab er zu. Dann, aus der Bibel zitierend: „Wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Er sei nicht unfehlbar und werde es nie sein. 

Aber man könne aus Fehlern lernen. Es bleibe dabei, dass der Rathausneubau notwendig ist. 

Was war passiert? 

Das europäische Vergaberecht besagt, dass jeder europäische Architekt die Chance haben muss, an dem Projekt Planungsleistungen zu erbringen. Dazu wird der Wettbewerb im europäischen Wirtschaftsraum formal bekanntgemacht. Schopmeyer sagte, der Wettbewerb sei segensreich. Er bringe schließlich viel kreative Vorschläge. 

Beim Wettbewerb wird mit ausgesuchten Bewerbern unter Einbeziehung eines Betreuers, der Architekt sein muss, das Wettbewerbsverfahren gestartet. „Der Betreuer nimmt Sie von vorne bis hinten an die Hand“, erklärte Schopmeyer. Er bestimme Sach- und Fachpreisrichter, die mit der Verwaltung die eingereichten Entwürfe analysierten und bewerteten – anonym, um Gleichstellung zu gewährleisten. 

Ratssaal kommt in den Rathausneubau

Dann würden drei Entwürfe ausgesucht. „Die mit den Beratern ausgesuchten drei am besten passenden Bewerber müssen in einem Nachtragsvergabegespräch zeigen, was sie draufhaben“, fuhr Schopmeyer fort. Der Entwurf des Architekten Döring könne dabei verwendet werden. Am Ende bekomme ein Bewerber den Zuschlag. 

Bezahlt werde nur der Architekt, der den Zuschlag erhalte. Die Kosten beliefen sich auf 65.000 Euro. Maria Tölle (Die Grünen) forderte zwei finale Entwürfe, einen ohne und einen mit Ratssaal. Die Grünen fordern, die Alte Post weiter als Sitzungssaal zu nutzen. In der Ratssitzung am Montag beschlossen die Mitglieder des Rates allerdings mehrheitlich den Rathausneubau mit Ratssaal - wenn auch mit sieben Gegenstimmen von FDP und Grünen und einer Enthaltung (Grüne).

Heinz-Josef Voß (CDU) fragte, wie lange es dauere, bis ein neuer Entwurf steht – laut Schopmeyer etwa ein halbes Jahr. Markus Wiewel (CDU) fragte, ob bei einem Ratshaus-Neubau ohne Ausschreibung eine Klage hätte erhoben werden können. Das bejahte der Berater der Architektenkammer. Schopmeyer fügte hinzu: „Wenn Sie jetzt alles so machen wie besprochen, kann nichts mehr passieren.“

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