Auslastung von 65 Prozent angestrebt

Neue Ideen für ein Hotel in Drensteinfurt: 60 Zimmer und drei Sterne

Das letzte Hotel im Ortsteil Drensteinfurt: Das ehemalige Rodeo wurde Anfang 2018 abgerissen.
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Das letzte Hotel im Ortsteil Drensteinfurt: Das ehemalige Rodeo wurde Anfang 2018 abgerissen.

60 Zimmer. Landgasthausstil. Ausgerichtet auf Aktiv- und Kurzurlauber sowie kleine Tagungen und Seminare. So könnte ein erfolgreiches Hotel in Drensteinfurt aussehen. Diese Einschätzung erläuterte Adnan Azrak, Geschäftsführer des Büros Volz & Partner, das die Verwaltung mit der Potenzialanalyse für einen Hotelbetrieb in der Stadt beauftragt hatte, während der Ratssitzung am Dienstag.

Drensteinfurt - „Drensteinfurt profitiert von seiner guten Lage im Münsterland, das als Region für Kurz- und Aktivurlauber innerhalb Deutschlands schon gut etabliert ist“, sagte Azrak. Die Stadt habe Potenzial in wirtschaftlicher und freizeittouristischer Hinsicht; allerdings fehle ein Alleinstellungsmerkmal – ein Grund, warum der Gast gerade dort übernachten wolle. Mit einem entsprechenden Hotel sei es aber möglich, einen solchen zu kreieren.

„Bisher prägen kleine oder mittelgroße Familienhotels mit weniger als 20 Zimmern den hiesigen Markt“, berichtete Azrak. Um optimal Potenziale auch im Tagungsbereich abschöpfen zu können, seien das zu wenig Zimmer. Um die Stadt besser positionieren zu können, gelte es, das Angebot quantitativ und qualitativ auszubauen. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Stadt ein Produkt aus einer Hand anbieten muss, um Gäste zurückzugewinnen“, erklärte Azrak.

Ein Haus für Feiern und Tagungen

Heißt: Ein Hotel, in dem die Gäste gleichermaßen gut übernachten wie essen können, in dem Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage, aber auch Tagungen und Seminare möglich sind. „So ist eine gleichmäßige Auslastung möglich“, sagte er. Kurz- und Aktivurlauber fragten vor allem die Wochenenden, Feiertage und Ferienzeiten an, während Seminar- und Tagungsgäste vorwiegend unter der Woche eine Übernachtungsmöglichkeit suchten.

Darum plädierte der Geschäftsführer für einen Hotelbetrieb mit etwa 60 Zimmern. Bei einer Auslastung von 65 Prozent und einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 68 Euro netto sei inklusive der Gastronomie ein Gesamtumsatz von rund 1,8 Millionen Euro möglich, was wiederum bei Neubau eine Gesamtinvestition von rund 6,1 Millionen Euro möglich mache.

Qualitativ sollte das Hotel sich im gehobenen Mittelklassesegment mit drei Sternen nach Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) bewegen. „Ich stelle mir dabei einen klassischen Landgasthausstil vor“, sagte Azrak.

Das Credo sei: „Gehoben, aber nicht abgehoben.“ Gleiches sollte auch für die hoteleigene Gastronomie gelten, die beispielsweise gut auf Regionalität setzen könne. Wichtig sei auch, dass das Hotel nicht nur für Gäste von außerhalb attraktiv sei. „Ein solcher Betrieb darf kein Fremdkörper in der Stadt sein, dann ist es zum Scheitern verurteilt“, betonte er. Für den künftigen Betreiber gelte es, das Hotel auch als Treffpunkt für die Drensteinfurter zu etablieren.

Drensteinfurt profitiert von seiner guten Lage im Münsterland, das als Region für Kurz- und Aktivurlauber innerhalb Deutschlands schon gut etabliert ist.

Adnan Azrak Geschäftsführer des Büros Volz & Partner

Auch was die möglichen Standorte anging, gab es eine Einschätzung von Azrak, der sich im Januar verschiedene Möglichkeiten vor Ort anschaute. Übrig blieben Areale am Bahnhof/Am Ladestrang, am Amtshof, an der Sendenhorster Straße/Werseufer, am Landsbergplatz sowie am Marktplatz/Mühlenstraße. Nach der Abwägung von Vor- und Nachteilen – am Amtshof beispielsweise deutlich höhere Investitionskosten – plädierte der Fachmann dafür, für eine Hotelansiedlung die Areale an der Sendenhorster Straße, am Landsbergplatz und am Bahnhof näher ins Auge zu fassen.

Azraks Argumentation mochten indes nicht alle Ratsmitglieder folgen. Während Ingo Stude (SPD) und Markus Wiewel (CDU) sich darin einig waren, dass „man alles versuchen sollte, um einen entsprechenden Betrieb in die Stadt zu holen“, schien Martin Welscheit (CDU) und Bernhard Meyer (Grüne) die Potenzialanalyse zu positiv formuliert. „Außerdem legt sie zu viel Wert auf das Hotel als Tagungshotel“, so Meyer. Am Ende entschieden die Ratsmitglieder aber mehrheitlich dafür, das Büro Volz & Partner zu beauftragen, die Verwaltung bei der Investorensuche weiter zu unterstützen.

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