Josef Mussenbrock und seine Tankstellen

Erinnerungen an den „Ölbaron von Drensteinfurt“

Josef Mussenbrocks erste Tankstelle am „Wouddelpott“, der heutigen Martinstraße.
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Josef Mussenbrocs erste Tankstelle am „Wouddelpott“, der heutigen Martinstraße: Dort hatte „Jöte“ auch ein Lager für Öle und Schmiermittel.

Josef Mussenbrock, den alle nur „Jöte“ nannten, wurde 1928 in Drensteinfurt geboren. Bereits Mitte der 1950er Jahre besaß er am „Wouddelpott“, der heutigen Martinstraße, eine Tankstelle. Dort hatte er auch ein Lager für Öle und Schmiermittel.

Drensteinfurt – Eine große Anzahl von ihm gebauter Garagen, die er vermietete, vervollständigten seine junge Firma. Mit zwei kleinen Lkw, einem Opel-Blitz und einem Tempo-Matador, lieferten seine Fahrer Heizöl aus. Ein weiterer Lkw, ein Magirus-Kipper, half Drensteinfurter Bauunternehmern beim Transport von Aushub und Baumaterialien.

Als die Tankstelle in der Mitte des Ortes nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprach, baute Jöte eine neue „freie“ Tankstelle hinter der Bahnstrecke am Ladestrang, Ecke Ossenbecker Straße. Eine Waschanlage vervollständigte die Tankstelle. Der Durchgangsverkehr Richtung Münster versprach ein gutes Geschäft.

Die Anschaffung neuer Tankwagen half beim größer gewordenen Geschäft mit Heizöl. Große Heizöltanks prägten lange Zeit das Bild um den alten Güterschuppen am Ladestrang. In Münster, Hamm und Herbern betrieb der agile Kaufmann weitere vier Tankstellen. An den Autobahnen A1 und A2 betrieb er zwei Tankstellen.

Ein Magirus und ein Tempo: Sie gehörten zu „Jötes“ Fuhrpark.

Jöte war auch ein Tüftler. So erfand er Zahlenschilder, die Benzinpreisänderungen an den großen Preisangaben der Tankstellen leichter ändern ließen.

Er war ein lebenslustiger Mann, der gerne in Gesellschaft war. So gehörte er ab den 1950er Jahren zu der „haute Volée“ der Drensteinfurter Geschäftsleute. Besonders gut befreundet war er mit seinem Nachbarn, dem Milchhändler Paul Möllers, mit dem er nach Feierabend bei Bultmann gerne ein oder mehrere Gläser Bier trank.

Mit der Eröffnung der Umgehungsstraße am 1. September 1988 wurde eine neue, große Tankstelle am Ortseingang von Drensteinfurt gebaut. Gegen diese Konkurrenz und wegen des fehlenden Durchgangsverkehrs sowie der Schließung der Bahnübergänge hatte seine Tankstelle keine Chance mehr.

Viele Kunden und ältere Autofahrer werden sich noch heute an die Namen der Fahrer, Tankwarte und die Damen im Büro erinnern. Tankwagenfahrer waren unter anderem Helmut Langer, Helmut Neugebauer, der auch Tankwart war, Helmut und Bernd Werfelmann, Theo Neve und Theo Pott.

An der Zapfsäule standen unter anderem Roland Ulbig, Werner Dieckmann, Erhard Langer und Norbert Hülsmann. Die Büroarbeiten erledigten unter anderem Erika Freisleben, Lucia Austrup, Christa Budt und Günther Funke.

Josef Mussenbrock, der eigentlich den Beruf des Gärtners erlernt hatte und alten Drensteinfurtern als „Ölbaron von Drensteinfurt“ in Erinnerung geblieben ist, hatte 1956 Margret Funke geheiratet. Im Jahr 2005 ist er gestorben.

Peter Sacher

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