Walter Röhrl

Die Suche nach der Ideallinie: Walstedder organisiert Fahrertraining mit Rallye-Legende

Daumen hoch für so viel Bodenständigkeit. Walter Röhrl nahm sich auf der ATP-Teststrecke in Papenburg Zeit für Erinnerungsfotos mit jedem der 74 Teilnehmer des Fahrertrainings.
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Daumen hoch für so viel Bodenständigkeit. Walter Röhrl nahm sich auf der ATP-Teststrecke in Papenburg Zeit für Erinnerungsfotos mit jedem der 74 Teilnehmer des Fahrertrainings.

Zum siebten Mal hat der Walstedder Paul Schlüter seine guten Beziehungen zu der Rallye-Legende Walter Röhrl spielen lassen und ihn für ein Fahrertraining auf der ATP-Teststrecke in Papenburg engagiert. An der ebenso lehrreichen wie interessanten Veranstaltung nahmen 74 Teilnehmer mit 40 PS-starken Fahrzeugen teil.

Walstedde/Papenburg - Wie schon im vorigen Jahr begann das Wochenende der schnellen Autos am Samstag im sauerländischen Eisborn. Damit kamen schaulustige Walstedder auch diesmal nicht in den Genuss, die spektakuläre Abfahrt der Porsche, Scirocco, BMW M3, Audi RS6, Nissan GTR und Co., die normalerweise vom K&K-Parkplatz startet, zu erleben.

Die PS-Freunde hatten sich, ehe es nach Papenburg ging, im sauerländischen Eisborn getroffen, was für einiges Aufsehen im Ort sorgte.

Aufmerksamkeit erregte der Tross dafür im Sauerland, beim Start vom Hotel nach einem ausgiebigen Frühstück und einer Einführung in das Wochenende. „Das ist ein einmaliges Erlebnis“, schwärmte der Autoliebhaber Paul Schlüter. Dieses Mal habe die Fahrt im Konvoi allerdings auch das Interesse der Polizei geweckt, die aber nach einer Kontrolle die Gruppe unbehelligt weiterfahren ließ.

Nach der Sauerlandtour ging es nach Osnabrück ins Nettedrom. Das Fahren mit E-Karts, die mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde Indoor über die Bahn rasen, hatte schon im letzten Jahr für große Begeisterung gesorgt. So hatte Schlüter den Programmpunkt erneut mit aufgenommen. Außerdem nahm Walter Röhrl die Prämierung der bestplatzierten Teilnehmer des gleichzeitig stattfindenden Vier-Stunden-Rennens von E-Kart international e.V. vor.

Im Anschluss an die aufregenden Stunden im Nettedrom fuhr der Tross weiter zum eigentlichen Ziel nach Papenburg. Hier fand am Abend im Hotel eine Talkrunde mit dem Moderator Heinz Sasse (ADAC) statt. Walter Röhrl führte dabei mit den Teilnehmern „richtige Benzingespräche“, wie Schlüter schmunzelnd betonte.

Viele PS und nasse Straßen

Am Sonntag ging es bei durchwachsenem Wetter, von dem sich die PS-Begeisterten die gute Laune aber nicht nehmen ließen, auf die Teststrecke. In drei Gruppen wurden die drei Stationen abgefahren. Der erfahrene Instruktor Stefan Windgätter, vermittelte den Teilnehmern beim Nasshandling-Kurs, wie ein Fahrzeug auch auf nasser Fahrbahn sicher bewegt werden kann.

Auf dem Testparcours in Papenburg musten die Fahrer am vergangenen Sonntag auch mit Nässe und glatter Fahrbahn zurechtkommen.

Um Fahrdynamik drehte sich die zweite Station, an der die Fahrer einen abgesteckten Slalom-Parcours bewältigen mussten. In zwei Läufen ging es dabei um die nötige Geschicklichkeit und Schnelligkeit. Heinz Sasse und Rolf Schackenberg mussten genau messen, um die Sieger zu ermitteln. Stefan Hollenhorst mit seinem Porsche Turbo S ließ mit 1:28 Minuten die Konkurrenz hinter sich und sicherte sich den ersten Platz. Louis Uhlig kam mit seinem Scirocco und einer Zeit von 1:31 Minuten auf den zweiten Platz. Den dritten Platz 1:34 Minuten teilten sich der Sendenhorster Uli von Dinklake und Markus Schmitfranz.

An der dritten Station ging es mit Walter Röhrl auf den „kleinen Hockenheimring“, wo der Fahrprofi zeigte, wie man die Ideallinie und den richtigen Bremspunkt erwischt.

Anschließend kamen die Fahrer mit dem Profi ins Gespräch und ließen sich begeistert ihre Fahrzeuge von ihm signieren. „Die Leute hängen Walter Röhrl förmlich an den Lippen, es ist einfach spannend, ihm zuzuhören“, erzählt Schlüter begeistert.

Im freien Training ging dann für viele ein Traum in Erfüllung, als sie mit der Motorsportlegende Röhrl über den Asphalt heizen durften. Anders als sonst üblich waren viele der 74 Teilnehmer aus Ahlen, Sendenhorst, Warendorf, Koblenz, Braunschweig, Minden, Haltern, Bad Driburg, Mainburg zum ersten Mal beim Fahrtraining dabei. „Viele Stammfahrer konnten coronabedingt dieses Jahr nicht mitfahren“, berichtete Paul Schlüter.

„Harry Möller“ aus „Alles Atze“ unter den Teilnehmern

Dafür war in diesem Jahr neben Walter Röhrl noch eine weitere Berühmtheit unter den Teilnehmern. Deutschlandweit bekannt wurde der Schauspieler Norbert Heisterkamp, der als Stunt-Fahrer für die Verkehrsserie „Der 7. Sinn“ bereits Erfahrung im Extrem-Autosport gesammelt hatte, als Kumpel „Harry Möller“ in der Comedyserie „Alles Atze“. „Der Schauspieler hatte etliche Gags im Gepäck und sorgte immer wieder für Belustigung“, so Schlüter.

Vier Motorsportfreunde, ein Porschebild samt Unterschriften: Moderator Heinz Sasse vom ADAC (von links), Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, Schauspieler und Stuntfahrer Norbert Heisterkamp und Organisator Paul Schlüter.

Paul Schlüters Fahrertraining war schon immer ein Gewinn für Menschen in Not: Aus der Abrechnung vom letzten Jahr blieben dank der großzügigen Kalkulation des Walstedders 5.000 Euro übrig. Diese kamen den Flutopfern, den Don-Bosco-Straßenkindern und einer in Not geratenen Familie im Lambertusdorf zugute.

Das Fazit des Walstedder Organisators fiel nicht unerwartet aus: „Es war herrlich“, schwärmte er. Dann fügte er an: „Jahr für Jahr ist das Wochenende mit dem sympathischen und bodenständigen Walter Röhrl ein Highlight.“

Das Fahrertraining auf der ATP-Teststrecke in Papenburg hat mittlerweile Tradition, und die wird im kommenden Jahr fortgesetzt. „Walter Röhrl hat bereits zugesagt“, teilte Paul Schlüter hocherfreut mit.

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