Übertragungsfehler

Panne bei der Auszählung: SPD verliert 23 Wählerstimmen an die Grünen

Ingo Stude, Fraktionsvorsitzender der SPD, fordert im Wahlausschuss „detaillierte Informationen“ wie es zu der Panne kommen konnte.
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Ingo Stude, Fraktionsvorsitzender der SPD, fordert im Wahlausschuss „detaillierte Informationen“ wie es zu der Panne kommen konnte.

Wenn heute Abend der Wahlausschuss um 17 Uhr in der Teamschule tagt, wird es nicht einfach ein Abnicken des Wahlergebnisses der Kommunalwahl geben. Der Grund: Das Sonntagabend um 22 Uhr verkündete Ergebnis für den Stadtrat ist nicht exakt das tatsächliche.

Drensteinfurt – „Es hat bei der Eingabe der Schnellmeldung einen bedauerlichen Übertragungsfehler gegeben, der dazu geführt hat, dass der SPD 23 Stimmen von den Grünen zugesprochen worden sind“, räumte Wahlleiter Jan Schwering gestern ein. Der Fehler sei am Montag beim nochmaligen Überprüfen der Wahlergebnisse festgestellt und korrigiert worden. Tatsächlich ändere sich am Ergebnis und an der Sitzverteilung im Rat nichts.

Deshalb sei man im Rathaus der Auffassung gewesen, dass der Wahlausschuss das richtige Gremium sei, um über den Bedienungsfehler dezidiert zu informieren und sicherstellen zu können, dass alle Beteiligten die Informationen gleichzeitig bekommen, so Schwering gestern Nachmittag.

Da aber hatte die Panne längst die Runde gemacht. Ingo Stude, Fraktionsvorsitzender der SPD, fordert von Schwering detaillierte Informationen über die Wahlpanne. Schließlich sei es „ja offensichtlich so, dass in mehreren Wahlkreisen die Ergebnisse von Grünen und SPD vertauscht wurden und nicht falsch ausgezählt wurden“.

Keine Auswirkung auf Sitzverteilung

Durch viel Glück habe die Verschiebung der 23 Stimmen von „Rot zu Grün“ keine Auswirkungen auf die Sitzverteilung.

Stude verweist aber auf die Gefühlslage der Kandidaten am Wahlabend: „Auf beiden Seiten waren einige fälschlicherweise glücklich und andere enttäuscht.“ Viele hätten zum ersten Mal kandidiert – ein sehr besonderer Moment sei da das erste Wahlergebnis. Stude schreibt in einer E-Mail an Wahlleiter Schwering: „Ich finde eine persönliche Entschuldigung bei allen betroffenen Kandidaten angebracht.“

Außerdem verweist der SPD-Fraktionsvorsitzende auf „die demokratische Ebene“: Das Vertrauen in eine glaubwürdige und zuverlässige Auszählung sei ein Grundpfeiler einer Demokratie. Stude: „Wenn es dann – was schlimm genug ist – zu einem Fehler kommt, weil Menschen nun einmal Fehler machen, dann muss nach der Entdeckung eine sofortige Klarstellung und auch Veröffentlichung folgen.“ Die SPD habe hiervon nur erfahren, weil sie selbst Montagabend bei den Wahlergebnissen entdeckt habe, dass plötzlich jemand von ihnen mehr Stimmen hatte als am Wahlabend öffentlich gemacht wurde.

SPD fordert Aufklärung der Panne

Stude: „Wir reden hier meiner Meinung nach nicht von der normalen Korrektur eines ja immer zunächst vorläufigen Ergebnisses.“ Da gehe es doch normalerweise um ein paar Stimmen Differenz und nicht um falsche Zuordnungen der Parteien.

Deshalb fordert Stude heute im Wahlausschuss eine detaillierte Aufklärung. Und er betont: „Wir behalten uns vor, gegebenenfalls eine erneute Auszählung aller Stimmen der Ratswahl zu fordern.“

Gleichwohl will Stude nicht als schlechter Verlierer verstanden werden und gratuliert ausdrücklich der CDU zum Wahlsieg und den Grünen zum Erfolg, zweitstärkste Fraktion geworden zu sein.

Wahlausschuss tagt in Teamschule

Wahlleiter Schwering verspricht für heute Abend im Wahlausschuss die geforderte detaillierte Aufklärung und lädt interessierte Bürger ein, dazuzukommen: „Der Wahlausschuss tagt öffentlich um 17 Uhr in der Teamschule.“

Dort wird auch das endgütige Wahlergebnis beschlossen und verkündet.

Nach der Kommunalwahl wird sich die Zusammensetzung des Rats in Drensteinfurt deutlich verändern.

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