UN-Frauen-Kampagne „Orange the World“

Alte Post Drensteinfurt erstrahlt am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen in Orange

Alte Post Drensteinfurt von der FST Event-Group in Rot angestrahlt illuminiert zur Night of Light
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Im Sommer in Rot, jetzt in Orange: Die FST Event-Group illuminiert die Alte Post. Mit der Aktion am 23. Juni, der „Night of Light“, wurde bundesweit auf die dramatische Lage der Veranstaltungsindustrie hingewiesen. Am 25. November wird in Orange an den Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen erinnert.

Die Alte Post erstrahlt am Mittwochabend in strahlendem Orange. Der Anlass dafür ist weniger strahlend. Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen.

Drensteinfurt - Mit der Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ ruft das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ alle Bürger an diesem Tag auf, ein Zeichen zu setzen. Die Gleichstellungsbeauftragte Elke Göller sowie Bürgermeister Carsten Grawunder schließen sich an und laden alle Interessierten ein, sich auch zu beteiligen.

Ab Einbruch der Dunkelheit wird die Alte Post in Orange illuminiert. „Die Farbe Orange ist die Farbe der UN-Frauen-Kampagne ,Orange the World‘ und steht für ein Ende von Gewalt an Frauen“, erklärt Elke Göller.

Orange the World! Diese Aktion ruft auf zum Stopp der Gewalt an Frauen.

Um 18.30 Uhr können sich Interessierte mit Info-Tafeln zu der Aktion vor der illuminierten Alten Post fotografieren lassen – selbstverständlich coronakonform mit Mund-/Nasenschutz – so soll eine Collage entstehen und sichtbar werden, dass Drensteinfurt „Nein“ zu Gewalt an Frauen sagt.

Auch in Teilen der Schaufensterdekoration in den Drensteinfurter Geschäften wird zwischen dem 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) und dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) die Farbe Orange zu finden sein, flankiert von Plakaten des Hilfetelefons und der Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser im Kreis Warendorf mit der Zielsetzung, dass die Hilfe- und Unterstützungsangebote für Frauen noch bekannter und sichtbarer werden.

„Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, kein Kavaliersdelikt – sie ist eine Straftat! Der Schutz von Frauen vor Gewalt mit hohen Schutzstandards – gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise – ist jetzt wichtiger denn je,“ unterstreicht Carsten Grawunder die Wichtigkeit, immer wieder auf dieses Gewaltphänomen aufmerksam zu machen.

Für viele Frauen sei es traurige Realität, dass die eigene Wohnung, in der man sich sicher fühlen sollte, zu einem gefährlichen Ort wird. Laut Bundeskriminalamt wird an fast jedem dritten Tag in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Und alle 45 Minuten wird – statistisch gesehen – eine Frau Opfer von vollendeter und versuchter gefährlicher Körperverletzung durch Partnerschaftsgewalt.

Partnerschaftsgewalt findet meist hinter geschlossenen Haustüren statt

Gewalt hat viele Gesichter und findet sich in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten: Stalking, Bedrohung, sexueller Übergriff, Körperverletzung, Vergewaltigung bis hin zu Mord und Totschlag. Sowohl psychisch als auch physisch ausgeübte Gewalt hinterlässt tiefe Wunden bei den Opfern. Partnerschaftsgewalt findet meist hinter geschlossenen Haustüren – im Verborgenen – statt; die Opfer werden nicht bemerkt oder trauen sich nicht, aus Angst vor den Konsequenzen, Anzeige zu erstatten.

Im Jahr 2019 ist die Zahl von Mord und Totschlag, Sexualdelikten, Körperverletzungen oder Stalking in (Ex-) Paarbeziehungen auf hohem Niveau geblieben. Es wurden 141 792 Opfer von Partnerschaftsgewalt in den definierten Kategorien polizeilich erfasst, knapp ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zu 81 Prozent waren Frauen betroffen und zu 19 Prozent Männer. Die Hälfte der Opfer lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter oder der Täterin in einem Haushalt (50,5 Prozent). Die Zahlen stammen aus der Kriminalstatistischen Auswertung „Partnerschaftsgewalt“ des Bundeskriminalamtes.

„In der Zeit der Corona-Pandemie ist nach den Berichten der Frauenhäuser, Beratungsstellen und Hilfetelefone davon auszugehen, dass häusliche Gewalt eher zunimmt – zumal man damit rechnen muss, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt als die Zahl der Polizei bekannten Fälle“, so Göller.

Kontakt: Mit dem bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 08000/ 116 016 wird betroffenen Frauen bundesweit und rund um die Uhr kostenlos eine anonyme und niedrigschwellige Erstberatung in 18 Sprachen ermöglicht. Weitere Informationen erhalten www.hilfetelefon.de

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