Neubau soll Altbau ergänzen

Grundschule Rinkerode: Ausschuss mehrheitlich für 7,7-Millionen-Euro-Projekt

Im Turm der Grundschule Rinkerode sollen die Musikräume und das Musiklager untergebracht werden.
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Im Turm der Grundschule Rinkerode sollen die Musikräume und das Musiklager untergebracht werden.

Dass es der Grundschule in Rinkerode ebenso wie den Grundschulen in Walstedde und Drensteinfurt an Räumen fehlt, steht schon lange fest. Jetzt wurden mehrere Varianten zur Erweiterung erarbeitet, die am Montag dem Bauausschuss vorgestellt wurden.

Rinkerode – Die Stadtverwaltung erstellte gemeinsam mit der Schulleitung, der Klassenpflegschaft und dem Architekturbüro Frigge mehrere Varianten zur Erweiterung der Grundschule in Rinkerode und stellten diese dem Bauausschuss vor. Am Ende stimmten die Mitglieder einstimmig dafür, die Planung fortzusetzen.

Mehrheitlich favorisierten sie die Variante zwei, die eine Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus, eine Sanierung des Kellers, den Einbau von zwei Aufzügen sowie einen zweigeschossigen Neubau eines Klassentraktes vorsieht.

Lediglich die vorgesehene Unterbringung einer Mensa im Keller fand bei den Ausschussmitgliedern keine große Zustimmung. Bis zur Realisierung des 7,7 Millionen-Projekts wird noch einige Zeit vergehen. Für 2021 sollen Planungs- und Baukosten in die Haushaltsberatungen einfließen.

Ausschuss tagt mit Distanz

Zum ersten Mal fand aufgrund der Corona-Pandemie ein Ausschuss in der Aula der Teamschule statt. Hier konnte der nötige Abstand gewahrt bleiben.

Über die aktuelle Situation an der Rinkeroder Grundschule informierte Rolf Frigge vom gleichnamigen Planungsbüro mit einer Präsentation. Er stellte fest, dass sich der Gebäudekomplex des Altbaus in einem relativ guten Zustand befindet. Lediglich der Keller weise teilweise erhebliche Feuchtigkeit auf. Eine Sanierung sei erforderlich und vom Befund auch noch möglich. Am Ende sah er für die 2,10 Meter hohen Räume eine Mensa sowie Lagerräume vor.

Neue Klassenräume im Neubau

Bei der favorisierten Variante soll ein zweigeschossiger Neubau gegenüber dem bestehenden Klassentrakt entstehen. Im Dachgeschoss und in der ehemaligen Hausmeisterwohnung sind Lager- und Lehrmittelräume vorgesehen. Der Turm soll die Musikräume, das Musiklager und einen Lehrmittelraum beherbergen. Geht es nach Plan, wird das gesamte erste Obergeschoss der OGS zur Verfügung stehen. Die Verwaltung findet im Erdgeschoss Platz. Die ausgelagerten Klassenräume sollen in dem Neubau untergebracht werden.

Bei dieser Variante werde der Neubau vom Bestand energetisch getrennt, dadurch könnten höhere Einsparpotenziale erreicht werden. Als positiv bewertet wurden die Sichtachsen zwischen den beiden Schulhöfen, die eine bessere Aufsicht ermöglichen.

Kein Unterricht in Containern

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil sei, dass durch den Neubau mit seinen großen Raumkapazitäten die Baumaßnahmen in einzelnen Abschnitten realisiert werden könnten. Die massiven Kosten durch Containerunterbringung fielen dadurch weg, so Bauamtsleiter Christoph Britten.

Die erste und dritte Variante sieht eine Aufstockung des bestehenden Klassentraktes um ein Staffelgeschoss und einen vergrößerten Neubau an der Stelle des WC-Traktes vor. Bei der dritten Variante soll die Mensa nicht im Keller, sondern in der Turnhalle untergebracht werden. Der größte Nachteil dieser beiden Varianten liegt laut Britten in der voluminösen Größe des Bauvolumens, das zusätzliche Unterhaltungskosten verursache. Zudem würden beide Pausenhöfe baulich voneinander getrennt.

Standort als Vorteil nutzen

Einigkeit bestand darin, die Grundschule an ihrem jetzigen Standort zu erhalten. Ingo Meyer (CDU) sprach für die Rinkeroder Bürger: „Die Priorität liegt auf dem Erhalt der Grundschule.“ Die Schule sei mitten im Ort von den Schülern gut zu erreichen. Er favorisiere die Variante zwei. Die Turnhalle, so der Wunsch der Schule, soll möglichst erhalten bleiben.

„Sie erleichtert die Unterrichtseinteilung und ermöglicht es, die vorgesehenen drei Stunden Sport problemlos zu erteilen“, erklärte Schulleiterin Jutta Nienhaus. Zudem werde die Turnhalle auch von Sportvereinen genutzt.

Kritik an Mensa im Keller

Reinhard Weißen (Grüne) bat darum, über eine Dreigeschossigkeit nachzudenken. Einen Neubau empfahl er nicht. „Was geschieht dann mit dem alten, schönen Gebäude?“, fragte er. Die Mensa sei im Neubau besser aufgehoben als im Keller. Die Unterbringung einer Mensa im Keller konnte sich auch Maria Tölle (Grüne) nicht vorstellen.

„Die Aufenthaltszeit in der Mensa ist für den einzelnen Schüler nicht lang, daher ist der Standort vertretbar“, sagte Bürgermeister Carsten Grawunder. Besonders angesichts der Tatsache, dass der Keller ohnehin saniert werden müsse.

Neubau billiger als Sanierung

Georg Feldmann (CDU) gab zu bedenken, dass die Neubaukosten niedriger ausfallen würden als eine Sanierung. Daher empfahl er möglichst wenig Altbau und viel Neubau: „Neubau ist neu, Sanierung bleibt alt.“

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