Farbe und Glitzer für die Fingernägel

Nagelstudios: Nicole Dreyer darf ihren „Nails Garden“ wieder öffnen

Gegenüber vor der Pandemie hat sich die Einrichtung von Nicole Dreyers Nagelstudio stark verändert: Eine Spuckschutz-Wand bringt zusätzliche Sicherheit, auch Kundin Jessica Rost trägt die medizinische Schutzmaske.
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Gegenüber vor der Pandemie hat sich die Einrichtung von Nicole Dreyers Nagelstudio stark verändert: Eine Spuckschutz-Wand bringt zusätzliche Sicherheit, auch Kundin Jessica Rost trägt die medizinische Schutzmaske.

Künstliche Nägel, vielfältig bunter Nagellack, Strass oder einfach nur Nagelpflege: Im kleinen Nagelstudio „Nails Garden“ im Kernbrock darf Nicole Dreyer nach den Lockdown-Erleichterungen ihren Kunden seit Montag endlich wieder die Nägel verschönern.

Walstedde – Viele Kunden haben den Tag herbeigesehnt, andere sind noch zögerlich und warten lieber noch etwas ab, ehe sie den Schritt in die Normalität wagen.

Nicole Dreyer jedenfalls ist erleichtert. „Ich hatte keine Langeweile, aber der Kontakt mit den Kunden hat mir gefehlt“, gibt die Nageldesignerin aus Walstedde zu. Immerhin betreibt sie ihr kleines Nagelstudio im heimischen Garten bereits seit elf Jahren. Manche Kunden seien von Anfang an dabei. Gerade mit solchen langjährigen Kunden habe sie während des Corona-Lockdowns per WhatsApp regelmäßig Kontakt gehalten. „Man kennt sich und möchte auch wissen, wie es der Familie geht“, erklärt sie.

Pediküre weiterhin gefragt

Den Kunden habe der Besuch im Nagelstudio gefehlt. Vor allen Dingen die Pediküre. „Viele ältere Menschen können sich die Fußnägel nicht mehr selbst schneiden“, weiß sie. Acht Wochen ohne Fußpflege seien da schon problematisch. Manch einer verzweifelten Kundin mit Fußproblemen habe sie während des Lockdowns einen Besuch beim Podologen empfohlen, denn die medizinische Fußpflege sei ja erlaubt gewesen.

Jetzt sei sie froh, dass sie gerade diesen älteren Kunden schon eine Woche vorher helfen durfte. Die kosmetische Fußnagelpflege hatte die Walstedderin nicht von Anfang im Angebot. Zunächst absolvierte sie eine Umschulung zur Nageldesignerin. Nachdem dann immer mehr Nachfragen von Kunden kamen, habe sie eine Schulung zur kosmetischen Fußpflege besucht.

Für die Hygiene: Eine Nagelfeile pro Kunde

Über den Lockdown beklagen möchte sich Nicole Dreyer nicht. „Mir geht es gut, ich brauche zum Glück keine Miete bezahlen“, erklärt sie ihren Vorteil. Auch Strom und Heizkosten seien nicht angefallen. Lediglich die zusätzlichen Hygienemaßnahmen verursachten Kosten. Dabei habe sie die Hygiene schon immer besonders beachtet. „Jede Kundin bekommt bei mir ihre eigene Nagelfeile“, versichert sie.

Sämtliche Instrumente, Tisch und Stuhl würden nach jedem Kunden desinfiziert. Ein medizinischer Mundschutz ist Pflicht, eine Spuckschutz-Wand bringt zusätzliche Sicherheit. Ihre Kunden holt die Nageldesignerin am Tor ab, dann müssen zunächst die Hände desinfiziert werden.

Kleine Kunstwerke auf Fingernägeln

Wie vor dem Lockdown sehe es in ihrem Terminkalender noch nicht aus. Sie könne nur hoffen, dass ihre Kunden alle wieder kommen. Dass Viele im Moment noch zögern, liege sicher mit an den nicht stattfindenden Festen. Nageldesign sei eben auch ein Saisongeschäft. So lackiere sie bunte Nägel zum Kappenfest, Grün-Weiß zum Schützenfest, Hochzeitsnägel oder Nägel mit Strass für Partys und natürlich auch immer nach den neuesten Trends. Ein Nagel, so versichert sie, müsse aber nicht immer künstlich sein, auch ein normaler Nagel könne gepflegt und schön sein.

Jessica Rost aus Walstedde hat sich auf den Besuch im Nagelstudio gefreut. „Ich habe es selbst versucht, aber es hat nicht so gut geklappt“, berichtet sie ehrlich. An der linken Hand sei es noch gut gewesen aber an der rechten Hand sehr schwierig, gibt sie zu. Jetzt sei sie erleichtert, alle vier Wochen wiederkommen zu können. „Heute möchte ich Gelverstärker, Farbe und Glitzer, einfach alles, was meine Nägel schön macht“, verkündet sie.

Vieles ist möglich, aber wie vor Corona ist es noch nicht. Das verdeutlicht die Nageldesignerin am Beispiel einer Kundin: „Chai Latte mit einem Kekschen, dazu ein Fußbad bedeutet für die ältere Dame pure Erholung.“ Dass sie diesen Service nicht anbieten darf, sei sehr schade.

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