"Kunden sollten sich mit Anlagen abseits von Sparbuch beschäftigen"

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Drensteinfurt – Die Münchner Sparkasse ist die bislang größte, die mit drastischen Schritten versucht, die Auswirkungen der Nullzinspolitik abzumildern – unter anderem hat sie auf einen Schlag 28 000 Prämiensparverträge gekündigt. Über derartige Entwicklungen hat WA-Redakteur Andreas Wartala jetzt mit dem Sprecher der Sparkasse Münsterland-Ost, Dr. Uwe Koch, gesprochen.

ssen auch die Kunden der Sparkasse Münsterland Ost einen solchen Schritt befürchten? 

Wir haben bislang keine Prämiensparverträge oder sonstige Sparformen aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt und planen derzeit auch nicht in diese Richtung.

Bei der EZB müssen Banken seit langem Strafzinsen für ihre Einlagen zahlen. Was bedeutet das für die Sparkasse Münsterland Ost? 

Das Bankgeschäft früherer Zeiten steht zunehmend auf dem Kopf. Das Prinzip „Geld für Kredite und Zinsen für Einlagen“ ist nicht länger gültig. Seit Anfang August ist es für Banken auch nicht mehr möglich, im 10-Jahres-Bereich Geld anzulegen, ohne dafür zusätzliches Geld mitzubringen. Insofern werden wir mit unseren Kunden nach Wegen suchen müssen, wie wir gemeinsam auch unter diesen geänderten Vorzeichen erfolgreich bleiben können. In diesem Zusammenhang wird es für unsere Kunden immer wichtiger, sich mit Anlageformen abseits von Sparbuch und Festgeldkonto zu beschäftigen. Dabei werden wir sie gerne begleiten. Nur so lässt sich in Zeiten dauerhafter Niedrigzinsen noch eine Vermögensbildung gestalten, die nicht von der Inflation aufgezehrt wird.

Sinkende Erträge müssen irgendwie kompensiert werden. Welchen Weg geht die Sparkasse Münsterland Ost? 

Als zukunftsfähige Sparkasse wollen wir dauerhaft für unsere Kunden da sein. Deshalb haben wir etwa unsere Beratungsleistungen in Beratungscentern gebündelt und unsere personenbesetzten Standorte behutsam reduziert. Gleichzeitig bauen wir mit Blick auf ein geändertes Kundenverhalten zahlreiche weitere Dienstleistungen aus, wie etwa unser Online-Banking oder unsere Beratung am Telefon. Auf diese Weise können wir unseren Kunden weiterhin auf vielen Wegen nahe sein und dennoch unsere Kosten im Griff behalten.

Gilt nach wie vor noch die Aussage, private Sparer vor den Auswirkungen der Negativzinsen zu bewahren? 

Ein wichtiger Auftrag für uns als Sparkasse ist die Vermögensbildung und die Förderung des Mittelstands. Deshalb möchten und werden wir der breiten Masse unserer Sparer auch keine Verwahrentgelte zumuten – so lange es uns betriebswirtschaftlich möglich ist.

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