Mutter Natur erkunden

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Auch dieser Knirps hat Spaß zwischen Laub und Holz. ▪

WALSTEDDE ▪ Lautes Kinderlachen, neugieriges Stochern im Laub und jede Menge Spaß in der Natur herrschen derzeit auf dem Privatwaldgrundstück von Familie Borgschulte in Walstedde. Rund 60 Kinder des St. Lambertus Kindergarten sind insgesamt drei Wochen darin unterwegs. Die zwei- bis sechsjährigen Jungen und Mädchen lernen in den sogenannten Waldwochen einiges über Mutter Natur.

„Wir sind Familie Borgschulte sehr dankbar, dass wir jedes Jahr mit den Kindern in den Wald dürfen“, so Christina Decker, Leiterin des Kindergartens St. Lambertus. Seit acht Jahren finden die Waldwochen nun bereits statt. Und auch in diesem Jahr gibt es für die Kinder wieder viel zu entdecken rund um die drei aus Ästen und Stämmen gebauten „Baumsofas“, dem urigen Plumpsklo und dem Burbach. „Im Moment ist es jedoch noch ein bisschen gefährlich am Bach. Es ist noch zu kalt und er hat zu viel Wasser. Aber vielleicht ändert sich das ja in den nächsten Wochen und die Kinder können auch dort loslegen“, sagt Decker. Typisch für die Waldwochen sei es, dass die Kinder selbst darüber entscheiden, was sie im Wald machen wollen. „Wir haben hier im Grunde genommen kein festes Programm, das wir dann streng abspulen, stattdessen gehen die Kinder meistens selbst forsch und neugierig voran, um den Wald ausgiebig zu entdecken“, schildert Decker.

Insgesamt zehn Betreuerinnen sorgen natürlich trotzdem dafür, dass alles geregelt und ohne Gefahren ablaufe. „Aber auch Landwirt Borgschulte hat bereit im Vorfeld sein Waldgrundstück nach möglichen Gefahren für die Kleinen untersucht“, so die Erzieherin. Sie mache jedes Jahr aufs Neue die Erfahrung, wie wichtig es sei, dass die Kinder den Wald einmal aus nächster Nähe ganz intensiv kennenlernen können. „Wir stellen fest, dass viele nach den drei Wochen wie ausgewechselt sind. Durch die völlig ungewohnte Umgebung lernen die Kinder ganz anders miteinander umzugehen. Es geht hier zum Beispiel nicht darum, wer am besten Fußball-Spielen kann oder wer am schnellsten rennen kann. Hier entdecken die Kinder verborgene Talente, wie etwa das Aufspüren von Käfern oder Entdecken von Tierfedern. Auch neue Begrifflichkeiten lernen die Jungen und Mädchen durch den Aufenthalt im Wald kennen.“ Ganz wichtig sei es, dass es keine räumliche Enge wie etwa im Kindergarten gebe. So haben die Kinder viel mehr Bewegungsfreiraum.

Ein Höhepunkt der Waldwochen wird der Besuch der Försterin am 20. März sein, die den Kindern Interessantes über den Wald erklären wird. Und auch der Waldgottesdienst am 29. März wird ein besonderes Erlebnis werden. Die Waldwochen sollen im nächsten Jahr fortgesetzt werden. „Die Resonanz der Eltern ist überwiegend positiv.“ Vor allem seien die Kleinen nach einem Vormittag im Wald am Abend immer ziemlich müde und auch dagegen haben viele Eltern wahrscheinlich nichts, so die Kindergartenleiterin schelmisch grinsend. ▪ oha

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