Walstedder ein Monat ohne Internet

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Informatiker ohne Internet: Sascha Boenki hofft, dass wie versprochen sein Glasfaseranschluss wieder angschlosse wird – ein Monat nachdem der Schaden bemerkt und bemägelt hatte.

Walstedde – Für viele ist die Glasfaser mittlerweile selbstverständlich, Probleme sind selbst bei der Stadt scheinbar in Vergessenheit geraten. Sascha Boenki gehört nicht dazu. Der Walstedder hat seit dem 22. Dezember, trotz eines Anfang Januar 2018 abgeschlossenen Vertrages, weder Internet noch Telefon. Jetzt endlich bahnt sich eine Lösung an.

Für die fast zehn Monat Wartezeit bis zum Anschluss hat der Walstedder noch Verständnis, obwohl er bereits im Juli in das neue Haus in der Sonnenwiese gezogen und krankheitsbedingt auf das Internet angewiesen war. Erleichtert war er dann, als im Oktober der Anschluss endlich genutzt werden konnte und das durchaus zu seiner Zufriedenheit, denn, so der Informatiker: „Wenn die Glasfaser funktioniert, dann läuft es gut.“

Doch die Freude währte nicht lange. Am 22. Dezember wurde ein Nachbar an das Glasfasernetz angeschlossen. Was eigentlich kein Problem sein sollte, führte bei Familie Boenki zum digitalen Totalausfall. „Wir bemerkten sofort, dass wir kein Internet hatten und befragen die Bauarbeiter, die noch an der geöffneten Straße ihre Arbeit verrichteten“, erinnert sich der 33-Jährige. Nach einer fünfminütigen nach Boenkis Meinung „Pseudo“-Messung erhielt er die lapidare Antwort: „Alles in Ordnung, wir haben nichts damit zu tun.“

Über die Feiertage ohne Streamingdienste

Sascha und Veronika Boenki blieb nichts anderes übrig, als sich auf Anraten der Baufirma an die Hotline der Deutschen Glasfaser zu wenden, um einen Remote zur Analyse durchzuführen. Dort konnte dem Paar so kurz vor Weihnachten nicht geholfen werden. Trotz des Ärgernisses, über Weihnachten ohne Telefon und Internet und ohne die beliebten Streamingdienste dazustehen, hatten die Boenkis Verständnis dafür, dass sich über die Feiertage niemand um die Störung kümmerte. „Ich war mir sicher, dass zwischen den Feiertagen der Schaden behoben würde“, so der Walstedder.


Tatsächlich kam am 27. Dezember ein Mitarbeiter der Deutschen Glasfaser und stellte schnell fest: „Alle Leitungen sind defekt, das hätte der Bautrupp sehen müssen.“ Es wurde ein sogenanntes Bauticket erstellt und dann passierte erst mal gar nichts. Nach unermüdlichen Anrufen bei der Hotline der Deutschen Glasfaser erhielt der Walstedder die Antwort: „Das zuständige Bauunternehmen macht 14 Tage Betriebsferien und wird am 15. Januar die Arbeiten wieder aufnehmen.“

„Da war ich erst mal richtig baff“, so der Informatiker, dessen Toleranzlevel damit so ziemlich erreicht war, musste er doch seinen kompletten Urlaub auf die digitalen Medien verzichten. „In der heutigen Zeit hat das Internet eine zentrale Bedeutung. Fernsehen, Mail oder Musik hören – alles geht digital“, resümiert er.

Am 15. Januar kam dann tatsächlich ein Mitarbeiter der Deutschen Glasfaser, der von größeren Problemen sprach. An vier Stellen im gesamten Baugebiet mussten Straßen und Gehwege freigelegt werden, um die Verkabelung zu prüfen. Dann, nach vier Stunden, die erfreuliche Nachricht: „Alles funktioniert, morgen läuft wieder alles.“ Doch daraus wurde nichts und wieder wurde der Walstedder vertröstet, dieses Mal auf den 19. Januar.

Deutsche Glasfaser spricht von "sehr unglücklichen Umständen"

Dennis Slobodian, Pressesprecher der Deutschen Glasfaser, spricht von „sehr unglücklichen Umständen“. „Ursache war ein Faserschaden, verursacht von Fremdunternehmen“, so seine Recherche. Dieser wurde vom Generalunternehmer behoben. Doch obwohl die Faser am 15. Januar bereits verschweißt wurde, muss der Anschluss von einem Mitarbeiter wieder neu aktiviert werden. Dies werde am 19. Januar geschehen. Betroffen sei auch ein weiterer Nutzer in der Nachbarschaft, der dann ebenfalls neu aktiviert würde.

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