Carl-Hendrik May hält seine Hühner in einem mobilen Stall

Ameke -  „Das ist Freilandhaltung plus“, beschreibt Carl-Hendrik May sein Hühnermobil begeistert. 240 Hühner dürfen in Ameke auf 300 Quadratmeter Freifläche tun, was Hühner eigentlich immer wollen: den ganzen Tagen scharren, picken und ruhen.

Damit seine Hühner glücklich sind, hat sich der Ameker Landwirt für die mobile Hühnerhaltung entschieden. Von dem Konzept ist er absolut überzeugt. Wöchentlich wird das Hühnermobil auf ein anderes Areal der ein Hektar großen Fläche verschoben.

„Das gibt der Wiese Zeit, sich zu erholen, gleichzeitig reinigt das natürliche UV-Licht den Boden von möglichen Keimen“, erklärt der Landwirt. Im Innern des Hühnerwagens ist es komfortabel. In der oberen Etage findet sich Gelegenheit zum Schlafen, hier bekommen die Hühner ihr Futter und hier befinden sich die Klappen zu den Eiablageplätzen. Die sind dunkel und bequem.

„Ich verwende dafür Bio-Dinkelspelz, das ist für die Hühner angenehm, die Eier werden in den Spelz gedrückt und bleiben sauber“, erklärt er. Den Dinkelspelz bekommt er von seinem Nachbarn Peter Angenendt. In der unteren Etage befinden sich ein überdachter Auslauf und die Möglichkeit, nach draußen zu gehen.

Wann welcher Raum und welche Klappe geöffnet oder geschlossen wird, entscheidet eine Astrouhr. Diese ermittelt anhand der geografischen Daten täglich die genauen Zeiten von Sonnenauf- und -untergang. „Hühner sind lichtgesteuert“, verrät May und fügt hinzu: „Das System klappt gut, nach 14 Tagen hatten sich alle Hühner an den Rhythmus gewöhnt.“

Wichtig war es dem Agrar-Ingenieur, dass kein Kabel für den Betrieb des Hühnermobils nötig ist. Darum entschied er sich für eine Photovoltaikanlage, die autark die komplette Stromversorgung übernimmt. Der Hühnerkot fällt durch ein Gitter und kann per Fließband entfernt werden, auch das passiert mit dem eigenen Strom. So kommen die Hühner mit den Ausscheidungen gar nicht in Kontakt.

Das gesamte Jahr genießen die Hühner die Freilandhaltung und produzieren dabei Eier, die, so versichert May laut Kundenfeedback, „besonders gut schmecken“. Damit sich Hühner draußen sicher fühlen, brauchen sie eigentlich Büsche zum Schutz. Stattdessen gibt es kleine Schutzdächer, die auch gut genutzt würden. Glücklicherweise sei kein Wald in der Nähe, so habe er auch keine Sorge vor Füchsen.

Dazu gibt es zwei Hähne, die ein Auge auf die Hühnerschar haben. Einer von ihnen ist Hannibal, der sich inmitten seines Harems sichtlich wohlfühlt. Eingegrenzt wird der Freilandauslauf von einem kleinen Elektrozaun, der Strom kommt ebenfalls von der Solar-Anlage auf dem Dach des Hühnerhauses. Gefüttert wird ausschließlich Futter aus regionalem Anbau, dazu rund 200 Gramm Grünfutter.

Mit Ungeziefer hat er bisher keine Probleme, sagt May. „Ich setzte auf Vermeidung, im Innern des Mobils können die Hühner dafür vorbeugend ein Sandbad nehmen“, dazu kaufe er nur gesunde Junghühner.

Einen Wermutstropfen gibt es aber doch. Alt werden die Hühner nicht in der mobilen Anlage. „Ich habe schon das Ziel, sie möglichst lange leben zu lassen aber, wenn es nicht mehr ökonomisch ist, gibt es Suppenhühner“, gibt er zu. Die hätten dann aber nachweislich ein glückliches Leben geführt, versichert der Agrar-Ingenieur.

Alt werden dürfen hingegen seine Hobby-Hühner. Eines gehört seiner Tochter, die mit dem Huhn jeden Tag schmust.

Die täglich rund 200 Eier verkauft der zweifache Familienvater auf dem Wochenmarkt in Ahlen und Sendenhorst, am Sonntag auch im Hof-Café und als Besonderheit im Ei-Automaten am Eingang von Hof May. Hier können die Kunden rund um die Uhr eine Zehnerschachtel Eier ziehen. 3,50 Euro kosten die Eier der Größe M bis L am Automaten und auf dem Markt. Das Angebot der Selbstbedienung werde von den Kunden sehr gut angenommen, berichtet May.

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