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Mitglieder beschließen Auflösung der Kolpingsfamilie nach 143 Jahren

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Von: Mechthild Wiesrecker

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Waren Akteure der Auflösung und Gruppen-Gründung: Uwe Slüter (Geschäftsführer des Kolping-Diözesanverbandes in Münster), Ulla Heimken, Dr. Elmar Stracke und Josef Henneke (Vorsitzender des Kolping-Bezirksverbandes Ahlen).
Waren Akteure der Auflösung und Gruppen-Gründung: Uwe Slüter (Geschäftsführer des Kolping-Diözesanverbandes in Münster), Ulla Heimken, Dr. Elmar Stracke und Josef Henneke (Vorsitzender des Kolping-Bezirksverbandes Ahlen). © wiesrecker

Trauer, Erleichterung und Tränen: Die Auflösung der Kolpingsfamilie, 143 Jahre nach ihrer Gründung, löste vielfältige Gefühle bei den Mitgliedern aus.

Drensteinfurt – Am Samstag hatte der Vorstand der Kolpingsfamilie zu einer letzten außerordentlichen Mitgliederversammlung in die Alte Küsterei eingeladen. Mit einer Gegenstimme entschieden sich die 16 anwesenden Mitglieder für die Auflösung. Damit geht eine Ära zu Ende. Gleichzeitig schlägt die Kolpingsfamilie ein neues Kapitel auf.

„Es ist wohl das letzte Mal, dass wir eine Mitgliederversammlung haben“, begrüßte die sichtlich bewegte Vorsitzende Ulla Heimken die Anwesenden. Dann erinnerte sie noch einmal an die Aktivitäten in diesem Jahr, ehe sie feststellte: „Die Situation der Kolpingsfamilie hat uns das ganze Jahr beschäftigt.“ Dass die Auflösung zur Diskussion stand, war der Tatsache geschuldet, dass sich kein neuer Vorsitzender finden konnte, nachdem Ulla Heimken auf der vorangegangenen Mitgliederversammlung ihr Amt niedergelegt hatte.

Hier löst sich eine Kolpingsfamilie organisatorisch auf, die als Gemeinschaft aber gerne zusammenbleiben möchte.

Uwe Slüter

„Hier löst sich eine Kolpingsfamilie organisatorisch auf, die als Gemeinschaft aber gerne zusammenbleiben möchte“, so der Eindruck Uwe Slüter, Geschäftsführer im Diözesanverband Münster. Das, was die Drensteinfurter Kolpingsfamilie ausgemacht hat, die Gemeinschaft und die Mitgestaltung von Kirche und Gesellschaft, möchte der Diözesanverband weiterhin ermöglichen. Als Alternative habe man auf Diözesanebene eine Kolpingsfamilie der Kolpingsgruppen im Bistum Münster ins Leben gerufen. Es könne jetzt vor Ort eine Kolpingsgruppe gegründet werden, die dort Mitglied wird.

Entschließe man sich nicht dazu, werden Ende des Jahres die Archivunterlagen, das Siegel, die Gründungsunterlagen und das Banner vom Diözesanverband abgeholt und im Diözesan-Archiv aufbewahrt. „Macht ihr als Gruppe weiter, kann das Banner bei euch bleiben“, informierte Slüter: „Entscheidet ihr euch dafür, ist ein Vorstand nicht erforderlich, es sollte lediglich einen Ansprechpartner geben. Ihr werft damit den organisatorischen Ballast ab, nicht aber Kolping.“ Tröstend fügte er hinzu: „Ihr seid wahrhaftig nicht die einzige Kolpingsfamilie, die vor dieser Entscheidung steht.“ Voraussetzung für die Auflösung war, dass drei Viertel der Anwesenden schriftlich und geheim die Auflösung unterstützen und dass keine Schulden übertragen werden.

Auflösung zum 31. Dezember

15 der 16 Anwesenden stimmten für die Auflösung zum 31. Dezember dieses Jahres. Damit sie vollzogen werden kann, wählten die Mitglieder mit Ulla Heimken und Elmar Stracke zwei Liquidatoren, die gemeinsam mit dem Diözesanverband diese Aufgabe übernehmen. Sie können später nach Absprache mit den Mitgliedern entscheiden, wohin das noch vorhandene Geld auf dem Konto gespendet werden soll.

Anschließend gab es eine formale Abstimmung über die Gründung der neuen Kolpingsgruppe als Mitglied der Kolpingsfamilie der Kolpingsgruppen im Bistum Münster. Alle Anwesenden stimmten dafür. Damit bleibt das Banner in Drensteinfurt. Laut Heimken haben sich von den aktuell 51 Mitgliedern bereits 17 für die Gruppe angemeldet. Kassierer Stracke erläuterte am Ende noch einmal den Grund für den Entschluss zur Auflösung: „Vielleicht hätten wir noch ein paar Jahre weitermachen können, das Ende wäre dann aber diffus gewesen.“

Tränen bei Heimken

Das bestätigte auch Ulla Heimken, die versicherte, dass die Radtouren und auch das Stiftungsfest und einige weitere Aktivitäten wie gewohnt stattfinden. Als ihr dann die Tränen kamen, fand Uwe Slüter gute Worte: „Ulla Heimken hat durch ihr Engagement und ihre Bemühungen die Kolpingsfamilie zusammengehalten.“ Dann gab er den Anwesenden noch mit auf den Weg: „Ich halte es für möglich, dass in Drensteinfurt eines Tages eine neue Kolpingsfamilie gegründet wird.“

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