Arbeit während der Pandemie

Mit gutem Beispiel voran: Für die Stadtverwaltung ist Homeoffice seit Corona-Beginn üblich

„Es ist eine Herausforderung mit Höhen und Tiefen“: Meike Haverkamp – hier mit Sohn Lias – ist Mitarbeiterin des Kulturbahnhofs und hat sowohl Vor- als auch Nachteile des Homeoffice kennengelernt.
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„Es ist eine Herausforderung mit Höhen und Tiefen“: Meike Haverkamp – hier mit Sohn Lias – ist Mitarbeiterin des Kulturbahnhofs und hat sowohl Vor- als auch Nachteile des Homeoffice kennengelernt.

Beim Homeoffice geht die Stadt Drensteinfurt seit Beginn der Pandemie mit gutem Beispiel voran.

Drensteinfurt – Anfang März 2020, noch vor dem ersten Corona-Lockdown, schickte die Stadt ihren ersten IT-Mitarbeiter ins Homeoffice. Mit Beginn des Lockdowns folgten nahezu alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Es wurden PCs mit nach Hause genommen, alte Notebooks ausgegeben, mit denen man sich auf die PCs vor Ort aufschalten kann, oder die Mitarbeiter mussten sich mit privaten Endgeräten auf dem städtischen Terminalserver anmelden. Telefonie fand über wenige dienstliche Handys, über private Anschlüsse oder gar nicht mehr statt.

Stadt Drensteinfurt rüstet technisch auf

Vor einem Jahr habe man feststellen müssen, dass die fünf Amtsleitungen nicht mehr ausreichend waren, schildert Bürgermeister Carsten Grawunder die Situation. „Wir konnten die telefonische Erreichbarkeit nicht mehr ausreichend gewährleisten“, gibt er zu. Auch die VPN-Lizenzen waren nicht in ausreichender Menge vorhanden, sodass diese erweitert wurden. Gemeinsam mit der IT-Leiterin Nina Russow wurde eine gemeinschaftliche Lösung gesucht, über die virtuelle Konferenzen stattfinden konnten. Anfang Juli mietete die Stadt eine Plattform, auf der bis zu 100 Teilnehmer gleichzeitig an Konferenzen teilnehmen konnten. Parallel habe Russow nach einer neuen Telefonanlage gesucht.

Der damals neu entwickelte Standard-Arbeitsplatz sah pro Mitarbeiter ein Notebook, eine Dockingstation, ein Headset sowie Telefonie perspektivisch über das Notebook vor.

Telefonische Erreichbarkeit für Bürger verbessert

Im Mai erhielten die ersten Mitarbeiter neue Notebooks und Headsets. Anfang August wurde die neue Telefonanlage in Betrieb genommen. Diese ermöglichte das mobile Arbeiten und optimierte Videokonferenzen. Im Laufe des Sommers wurden immer mehr Mitarbeiter mit dem neuen Standard ausgestattet. „Damit waren sie in der Lage, im Homeoffice zu arbeiten und die Arbeitsplätze zu wechseln, da auf allen Schreibtischen die gleichen Dockingstationen stehen“, so der Bürgermeister.

„Alle, die von zuhause aus arbeiten können, sollen das auch in Anspruch nehmen“, berichtet Rechtsrat Jan Schwering. Natürlich könnten nicht alle Angestellten der Stadt im Homeoffice arbeiten. 25 Mitarbeiter vom Bauhof und der Kläranlage sowie das 30-köpfige Reinigungspersonal müssen vor Ort sein. Bei der Stadtverwaltung sei zudem das Bürgerbüro durchgehend besetzt, um Terminbuchungen zu ermöglichen. Auch in anderen Bereichen werden Terminwünsche erfüllt. Unterm Strich könne man aber sagen, dass nur eine Handvoll Mitarbeiter derzeit im Rathaus arbeite, sagt Schwering.

Trotzdem versichert der Bürgermeister: „Dank der guten technischen Ausstattung stellen wir die telefonische Erreichbarkeit für die Bürger, aber auch der Mitarbeiter untereinander sicher.“

Homeoffice dank funktionierender Technik

Das bestätigt Meike Haverkamp. Die alleinerziehende Mutter arbeitet im Homeoffice. „Es ist eine Herausforderung mit Höhen und Tiefen“, gibt die Mitarbeiterin des Kulturbahnhofs zu. Der Datenverkehr verlaufe auch ohne Glasfaseranschluss problemlos – und das mit ihrer 17-jährige Tochter Ayleen im Homeschooling und ihrem 20-jährigen Sohn Aaron, der sein Studium derzeit überwiegend online absolviert. Gleich zu Beginn des ersten Lockdowns habe sie das Datenvolumen bei ihrem Betreiber aufstocken müssen. Problematischer sei es, wenn ihr jüngster Sohn, der zweieinhalbjährige Lias, nicht zur Tagesmutter gehen kann.

Mit einem Kind auf dem Schoß könne sie telefonieren und recherchieren, aber nicht so gut konzentriert arbeiten. Viele Arbeiten verschiebe sie daher auf den Abend oder das Wochenende. „Es ist gut, dass ich mir das einteilen kann.“

Ihre Kollegen muss sie nicht vermissen, denn drei Mal pro Woche treffen sich alle online zum Team-Meeting. „Das klappt super“, freut sie sich: „Kreative Ideen entwickelten sich live besser. Ihr Resümee: „Wenn Corona einmal keine Rolle mehr spielt, hoffe ich auch weiterhin, einen Teil der Arbeit im Homeoffice erledigen zu dürfen.“

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